Diese Woche. Maimarkt Halle Mannheim. Marteria auf seiner Rosswell Tour. Vorfreude bereits seit Januar.

Ein Konzert unter der Woche hatten wir schon länger nicht mehr. Entsprechend müde schleppten der tolle Mann und ich uns im strömenden Regen zum Veranstaltungsort.

Ich versuche ja ganz gerne einen Platz auf einem der etwas erhöht liegenden Kabelkanäle zu ergattern. Diese fünf bis sieben Zentimeter machen bei meiner Körpergröße von 1,60 Meter den Unterschied zwischen „Nichtssehen“ und „ein Bißchen sehen“ aus.
Auch dieses Mal hatten wir Glück und der Blick auf die Bühne war für mich, eine halbe Stunde vor Konzertbeginn, annähernd perfekt.
Leider änderte sich dies im Laufe der nächsten Stunde.

Ich fange demnach mal mit Jammern an und arbeite mich dann zum durchaus beeindruckenden Höhepunkt vor.

Ich weiß nicht so genau, ob ich nicht langsam zu alt für solche Events werde. Ernsthaft. Der tolle Mann und ich hoben den Altersdurchschnitt in der Halle immens. Und das ganze Jungvolk hat scheinbar nichts besseres zu tun, als entweder die ganze Zeit auf das Handy zu starren (vor, während, nach dem Konzert), Selfies zu schießen (mit diesen seltsamen Entenschnuten, die doch bei niemandem gut aussehen) oder sich groß wie ein Hochhaus vor mir aufzubauen.
Der Vorrapper war auch eher so lala (er sang irgendwas von Nudeln, die man kalt und warm essen kann).

Schließlich enterte Marteria die Bühne. Normalerweise bin ich ja schon der „ich Hüpfe und schreie mir die Lunge aus dem Leib“ Typ. Aber mit drei knapp zwei Meter-Männern vor mir und einem schrankbreiten Typen schräg neben mir, der sich nach und nach direkt in mein Blickfeld schob, einer Gruppe von sechs oder sieben Leuten zu meiner Rechten, die sich die erste halbe Stunde des Konzerts mit dem Rücken zur Bühne lautstark unterhielten und den zwei Schnepfen zu unserer Linken, die sich kurz vor Beginn von hinten dazwischenschoben und ihren eigentlich nicht vorhandenen Platz unnachgiebig beanspruchten, kam nicht so recht Stimmung bei mir auf.
Nach etwa einer Stunde hatte ich mich dann soweit zwischendurch und nebendran geschummelt, gedrückt und neu positioniert, so dass ich doch ab und zu einen winzigen, hüpfenden Kopf auf der Bühne sehen konnte und wenigstens so ein bißchen Stimmung aufkam.

Ich behaupte mal, an Marteria lag es wirklich nicht. Der Meister hat alles gegeben und jeden Song rausgehauen, als gäbe es kein Morgen mehr. „Druckvoll“ ist das Wort, das mir zu diesem Konzert am ehesten einfällt. Da vibrierten durch den Bass nicht nur mein Magen und mein Herz, sondern auch meine Klamotten.

(Dies hier habe ich bei YouTube gefunden, ist also nicht von mir. Versetzt mich aber sofort zurück zu dieser Wahnsinns Musik)

 

Eine echte Band mit Schlagzeug (großartig!) und Gitarre (virtuos!), Backgroundsängerinnen und Co-Rapper sorgten für die nötige Begleitung. Die Lightshow war überragend und die Bilder auf der Leinwand (wenn ich sie denn sehen konnte) waren gestochen scharf und perfekt auf die Show abgestimmt.
Mit Songs wie Aliens, Scotty beam mich hoch, El Presidente, Kids, Blue Marlin, Lila Wolken und, und, und rockte er die Halle bis sie bebte.

  

Er brachte die Halle dazu sich komplett hinzusetzen („Alle oder keiner“), um danach die Männer aufzufordern erst ihre Frauen auf die Schultern zu nehmen (Marteriagirl) und sich dann auszuziehen (Feuer).

In der letzten dreiviertel Stunde schaffte es der werte Herr damit dann schließlich auch mich zum Hüpfen zu bringen. Vorne wütete die Menge im Moshpit, den Materia schließlich während der Zugabe stürmte, sich dann von den Fans bis nach hinten zur Technik tragen lies und von dort mit einem beherzten Sprung in die Menge wieder nach vorne durchgereicht wurde.

Der Abend endete schließlich mit einer ewig langen Wartezeit an der Garderobe, während ein armer Mensch mit Megaphon versuchte, die vor sich hin maulende Menge einigermaßen in Schach zu halten. Das ist also verbesserungswürdig.
Immerhin schafften wir es noch zur letzten S-Bahn, woran ich zwischendurch echt gezweifelt hatte.

Sicherlich also ein großartiges Konzert, bei dem mir allerdings durch die äußeren Umstände ein großer Teil des Spaßes genommen wurde.
Im April steht der virtuose Curse an und ich kann es kaum noch erwarten. Ich hoffe, dass wir dann eher mit Gleichgesinnten feiern, als uns unter seltsamen Menschen fehl am Platz zu fühlen.

Geschichte schreiben nur die Autoren des Manuskripts
Immortale Hits sind mehr wert als Politics
Gebe alles und erwarte nichts
Nur ich und mein Blatt und Stift (Manuskript, Manuskript)

Advertisements

Januar

Mitte Januar haben wir tatsächlich Schnee und gehen das erste Mal Schlittenfahren. In unserer Nähe gibt es einen Minihügel, den die Mädels zwei Stunden lang rauf und runter düsen.
Dies bleibt auch das einzige Mal für dieses Jahr, dass die beiden auf einem Schlitten sitzen.

Schnee Kopie

(mehr …)

Es gibt bestimmte Tage im Jahr, auf die ich mich immer besonders freue. Zum Beispiel auf meinen Geburtstag, den Sommerurlaub, Weihnachten und Silvester und auch das Weihnachtsessen mit meinen Käfermamas.

Die Vorweihnachtszeit ist immer extrem stressig, weil jeder noch irgendwo eine Advents-, Nikolaus- oder Weihnachtsfeier veranstaltet. Jede Woche und jedes Wochenende ist mit Terminen angefüllt, dazwischen muss alles rund um Weihnachtsgeschenke und – feier und der normale Alltagswahnsinn bewältigt werden.
Normalerweise sind in dieser Zeit Abendtermine für mich tödlich, da mir damit zusätzlich noch wertvolle Stunden Schlaf entzogen werden. Von daher versuche ich zumindest das tunlichst zu vermeiden.

Für unser alljährliches Käferessen nehme ich dies allerdings sehr gerne in Kauf.

Schon Wochen vorher – eigentlich bereits das ganze Jahr über – beschäftigt mich der Gedanke an das Wichtelgeschenk. Bereits im achten Jahr beschenken wir uns so gegenseitig. Jeder besorgt eine Kleinigkeit im Wert von 10 Euro, verpackt es ansprechend und mit viel Liebe und stopft es dann am Abend im Lokal in den großen Krabbelsack. Natürlich ist es bei Strafe verboten die Geschenke der anderen vorher auszuspionieren. Keiner darf gucken, wenn das Geschenk im Sack versenkt wird, denn man soll ja später vollkommen unbedarft eines der bunten Päckchen heraus ziehen.

Genauso wichtig wie das Wichtelpräsent, ist die Wahl des richtigen Lokals. Dieses eine Mal im Jahr soll es sehr festlich und kulinarisch lecker sein. Im Laufe der Zeit haben wir schon ein, zwei Mal ein neues Restaurant ausprobiert.
Dieses Jahr waren wir das zweite Mal im Restaurant Weingärtner. Ein kleines, uriges Lokal mit hervorragender Küche, leckersten Weinen und himmlischen Desserts.

Leider konnte Steffie dieses Jahr nicht dabei sein, so dass wir „nur“ zu siebt den Abend bestritten. Ein Teil von uns sind alte Hasen in der Käfergemeinschaft, ein anderer ist in den letzten zwei Jahren neu dazu gestoßen.
Zuerst wurde geherzt und gedrückt, danach an der festlich gedeckten Tafel Platz genommen und während schon die ersten Gespräche in Gang kamen wurde bereits äußerst interessiert die kurze aber feine Getränke- und Speisekarte inspiziert.
Der richtige Wein war schnell gefunden, das Essen war ein bißchen schwierig, da ich abwägen musste, ob ich lieber ein teureres Hauptgericht, oder lieber ein etwas günstigeres Essen, dafür aber mit Dessert wählen sollte.

Schlussendlich wurde es dann tatsächlich ein Salat mit marinierter Hähnchenbrust. Und was sich hier zwar eher unspektakulär anhört, war am Ende aber sowas von lecker, dass ich nicht hätte mit irgendjemandem tauschen wollen (nicht einmal mit Iris‘ Rumpsteak, was echt was heißen will).
Abgesehen von den leckeren, knackigen Blattsalaten mit eher konservativer Vinaigrette, gab es dazu auch Hummus mit einer leckeren Soße, Quinoa mit Kokosmilch und Hähnchenbrust mit schwarzem Kümmel in Chilli-Mango Marinade. Ein absoluter Traum!
Zum Nachtisch gönnte ich mir dann noch einen Himbeerbrownie, der oben eine Schicht aus verschiedenen Kernen und Saaten hatte, mit selbstgemachtem Eis in dem Schokostückchen waren. Ich liiiiebe Schockostückchen im Eis. *Sabbermodus aus*

Ich schätze, in der Zeit zwischen Begrüßung und Beendigung des Nachtisches unterhielten wir das gesamte Lokal. Da es recht eng dort ist, vermischen sich die Gespräche von den Nachbartischen mit den eigenen und so wird man unweigerlich gerne mal etwas lauter beim Reden.
Und wir behandelten alle Themen, die man sich so vorstellen kann. Selbst Fußball wurde kurz mal angeschnitten. Bei manchen unserer Erzählungen bekamen unsere Tischnachbarn sicherlich rote Ohren, bei anderen rollten sie wahrscheinlich mit den Augen, aber Alles in Allem hat uns niemand mit Essen beworfen oder uns des Lokales verwiesen.
Im Gegenteil: Als wir schließlich den Krabbelsack hervor holten, wollten einige unserer Sitznachbarn sich gerne zu uns gesellen und ebenfalls ein Geschenk aus dem Sack ziehen. Tja, Pech gehabt!

Und dann ging es los. Reihum griff jeder tief in den riesigen Sack und zog mal ein großes, mal ein kleineres Päckchen daraus hervor (wir hatten auch schon Päckchen, die waren so groß, dass sie oben aus dem Sack heraus geschaut haben).

Mit einer der schönsten Aspekte dieser Tradition ist auch das Erraten des jeweiligen Schenkers. Bereits bei der genauen Inspektion des Geschenkpapieres, der Verzierung, der Schleifchen und dem Grad der korrekten Faltung und Verklebung, werden Tipps abgegeben, wer wohl was darin verpackt hat. Und wie immer trifft man sehr oft genau ins Schwarze, aber manchmal liegt man auch total daneben.
Mein Geschenk wurde zum Beispiel in geschlossenem Zustand jemand ganz anderem zugeordnet, was mich ein bißchen gefreut hat, wenn ich auch nicht sagen kann wieso und warum das überhaupt wichtig ist.

Anschließend folgt das hingebungsvolle Auspacken. Natürlich immer schön nacheinander und unter genauster Beobachtung der gesamten (Tisch)Gesellschaft. Jedes Geschenk wird mit überraschten Ahhhhs und Ohhhhs quittiert, es wird reihum an Duschgels, Badezusätzen und Tees gerochen, es werden bisher unbekannte Gegenstände bestaunt und ihre Handhabung diskutiert, da werden Bilder von vergangenen Events betrachtet und in Erinnerungen geschwelgt und am Ende stellen wir immer wieder fest, dass wie durch Zauberhand jeder genau das Geschenk gezogen hat, das ganz genau zu ihm passt. Jedes Jahr wieder ein absolutes Wunder.

Und so sitzen wir da. Lachen, Erzählen, Trinken, hören aufmerksam zu, erteilen Ratschläge und drücken unser Mitgefühl aus. Wir lächeln uns an, haben strahlende Augen und schwelgen in Erinnerungen. Wir zelebrieren und wir genießen diesen Abend. Weil er uns gehört und wir uns und unsere Freundschaft hier und heute feiern. In exklusivem Rahmen, wie es sich gehört, mit kleinen Geschenken, die unterstreichen, wie gut wir uns kennen und wie sehr wir uns schätzen. Und weil es nach wie vor nicht alltäglich ist, dass man Menschen trifft mit denen man sich so tief verbunden fühlt und denen man nach acht Jahren immer noch so nahe ist.

Der November ist bei mir klassisch der Monat, in dem jeder Funke Energie und Unternehmungslust relativ plötzlich erlischt. Ich habe keine Lust auf gar nichts. Am liebsten würde ich mich bis Anfang März in meinem Bett verkriechen, eine Millionen Bücher lesen, unfassbar viele Liter Tee trinken und den Rest der Welt Welt sein lassen.
Natürlich hat der November auch ein paar gute Seiten. Es macht wieder Spaß die Tage im Haus zu verbringen, wieder etwas mehr Gesellschaftsspiele zu spielen, auch mal ne Runde Fernsehen am Nachmittag einzuschieben oder eine Kanne Tee bis zum letzten Schluck heiß zu genießen.
Auf der anderen Seite stirbt meine Lust auf Sport, und die Disziplin beim Essen nimmt rapide ab. Spätestens im Dezember, wenn Plätzchen, Glühwein und Weihnachtsessen beinahe täglich auf dem Plan stehen, ist diese Verbindung tödlich für meine Figur.

Um meine Sportunlust entgegenzuwirken versuche ich wieder regelmäßig zum Sport aus dem Haus zu gehen. Habe ich das Frühjahr und den Sommer über lieber mit meinen DVDs Sport gemacht und war draußen Laufen, so konnte ich mich bereits Ende Oktober nur sehr schwer zu sportlichen Aktivitäten aufraffen. So sank mein durchschnittliches Sportpensum von fünf bis vier Mal die Woche erst auf drei, dann auf zwei und schließlich auf ein ziemlich verkrampftes Mal die Woche. Ich gebe zu, dass mich das inzwischen etwas panisch macht. Total psycho, ich weiß. Und ich weiß auch, dass ich morgens nicht aufwache und plötzlich wieder 90 Kilo wiegen werde. Und trotzdem. Irgendetwas musste passieren.
Also bin ich mittwochs wieder zum hiesigen Turnverein zur Step-Arobic gegangen. Allerdings war nach zwei Mal für dieses Jahr bereits wieder Schluss, da diverse Theaterproben und die Winterferien dazwischen kamen.

Schon länger erzählte mir meine Freundin Ramona von den Kursen, die sie montags in einem Fitnessstudio gibt. Da es sich hierbei um drei Kurse hintereinander handelt (Fatburner-Step, BBP und Yoga) nannte ich das für mich den „Iron Monday“. Und irgendwo in mir stand diese Frage: Könnte ich diese drei Stunden Sportpensum schaffen? Ich bilde mir ja nun ein, einigermaßen trainiert zu sein. Ich strotze jetzt nicht vor Muskeln, aber ich habe eine gewisse Kondition und meine Beine und mein Bauch können inzwischen einiges aushalten. Aber drei Stunden? Das ist schon Hardcore.
Und dann fand ich auf Groupon plötzlich dieses Super-Sonderangebot (6 Wochen für knapp 30 Euro – Guckst du hier) und es war klar, dass ich damit den Iron Monday ausprobieren musste.

Diese Woche war es dann so weit. Ich war echt ein bißchen ängstlich. Angst zu versagen. Angst nicht mithalten zu können. Angst feststellen zu müssen, dass ich eigentlich gar nichts kann und mir die ganze Schufterei bisher nichts gebracht hat. Angst mich zu blamieren.
Aber auch neugierig. Was kann ich wirklich? Wo liegt mein tägliches DVD Training im Vergleich von Schwierigkeitsgrad und erforderlichem Durchhaltevermögen?
Und nicht zuletzt freute ich mich tierisch darauf, zusammen mit Ramona Sport zu machen (die ohne Frage das absolute Fitnesstier ist. Ich bin immer noch total geflasht und demütig).

Pünktlich um 17.30 Uhr stand ich also vor meinem Step. Noch guter Dinge, mehr in freudiger als ängstlicher Erwartung.

Und dann ging es los.
Obwohl ich ja nun seit Jahren im hiesigen Turnverein zur Step Aerobic gehe, lernte ich doch viel Neues. Zum einen, dass es hierbei nicht immer nur um Choreo gehen muss, sondern dass es auch einfach reicht, einen konditionsmäßig komplett fertig zu machen (Fatburner-Step eben). Demnach die Schritte relativ einfach und bekannt, wenn auch manchmal anders benannt, neu das tänzelnde Wechseln auf den Nachbarstep und wieder zurück und vor allem neu das Hochbauen des Step (!).
Mein lieber Herr Gesangsverein. Wenn so ne Stufe mal 40, 50 cm hoch ist (statt 20) und du zwanzig Minuten rauf und runter steigen, hüpfen und tanzen musst, weißt du hinterher auch was du getan hast.
Erfreulicherweise war meine Kondition vollkommen ausreichend. Ich habe geschwitzt wie bekloppt und ordentlich nach Luft gerungen, aber so sollte Sport eben sein und ich empfand es nicht als unangenehm. Meine Beine haben aber schon ganz schön protestiert. Aber alles noch im Rahmen.
Wenn ich jetzt nach Hause gegangen wäre, hätte ich gesagt, es war anstrengend aber hat Spaß gemacht, weil es was Neues war und mich körperlich echt gefordert hat.

Aber ich hatte ja gerade mal ein Drittel geschafft.

Vor Bauch-Beine-Po hatte ich mit am meisten Respekt. Ich weiß, dass bestimmte Muskelpartien bei mir nicht sonderlich gut trainiert sind. Meine Arme können gar nix und selbst gewisse Bein- oder Bauchregionen sind schlechter trainiert als andere.
Und so kam es, dass nach einer Stunde intensiven Treppensteigens im Step die Beine weiter malträtiert wurden. Da fühlen sich deine Oberschenkel sowieso schon wie Pudding an und dann sollst du auch noch ordentlich in die Knie gehen, die Beine heben und strecken und dabei irgendwie aufrecht bleiben und nicht zusammenbrechen.
Ich habe nicht alle Wiederholungen geschafft. Musste zwischendurch öfter absetzen, nach Atem ringen, kreischende Muskeln massieren und Ramona innerlich verfluchen (ich befürchte, ich habe einmal sogar laut „ich hasse dich“ gesagt). Bei ihr sah das alles so einfach aus (die deutsche Jillian Michaels sozusagen). Ich hingegen wollte nur noch sterben.
Tatsächlich hat mich der Kurs ganz schön deprimiert. Ich wollte besser sein. Ich wollte da vielleicht nicht durchspazieren, aber wenigstens würdevoll vor mich hin stöhnen und die Übungen schaffen. Ging halt nicht.
Das ist aber wiederum das, was meinen Ehrgeiz anfacht. Warum ich nächsten Montag wieder dort bin, mich plage, Schmerzen haben und wieder versagen werde. In sechs Wochen will ich da raus gehen und mir sagen „das war jetzt richtig gut“.

Anschließend ein kurze Pause von fünf Minuten und danach zum Yoga auf der Matte ausstrecken. Für das nächste Mal weiß ich, dass ich mir frische Klamotten mitnehmen muss. Denn so verschwitzt zu entspannen ist nicht so ganz der Bringer.
Wobei ich noch etwas unschlüssig bin, ob ich das nächste Mal die Stunde Yoga nicht lieber in der Sauna verbringe. Denn egal wie, Yoga ist trotzdem Sport, zudem noch eher etwas für Menschen, die wesentlich gelenkiger sind als ich. Ich hatte keine Kraft mehr für gewisse Figuren, wackelte rum, weil mein Körper nur noch sehr widerwillig Spannung halten wollte und beim Entspannen am Schluss musste ich aufpassen, dass ich nicht einschlafe.
Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass mein Körper schon lange genug für diesen Abend hatte und mit dem Prinzip Yoga warm zu werden fällt mir sowieso schon immer schwer.

Ich schlief in dieser Nacht wie ein Stein. Am nächsten Morgen (und die nächste zwei bis drei Tage) schmerzten meine Arme, Schultern und Brustmuskeln und dies nur von vielleicht zwanzig Liegestützen. Der Rest des Abends hatte den Fokus eher auf Beine und Bauch und die fühlten sich gut an. Zwar irgendwie schwer und geschafft, aber es tat nichts weh. Das hat mir wiederum sehr gefallen. Das zeigt mir doch, dass mein bisheriges Sportprogramm nicht umsonst war, dass da Muskeln sind, die bereit für noch mehr Anstrengung sind und das auch gut verkraften.

Demnach stehe ich am Montag wieder um 17.30 Uhr vor meinem Step. Mit sehr viel Respekt und der Erwartung, dass ich spätestens bei BBP abkacken werde. Aber das ist in Ordnung. Wie ich auch immer dem Fräulein Wunder sage: „Du kannst nicht erwarten dass du alles nach fünf Minuten perfekt kannst. Manche Sachen muss man üben, üben und nochmal üben. Aber wenn es dann klappt, dann ist das das tollste Gefühl auf der Welt.“

In diesem Sinne ein angenehmes und geruhsames Wochenende. Vielleicht denkt ja der ein oder andere am Montag Abend an mich und sendet mir ein bißchen Muskelkraft. Ich kann sie ganz sicher gebrauchen!

Was ein Tag! Welch ein Abend! Ich bin ja nun ein recht regelmäßiger Konzertgänger, aber so etwas wie gestern habe ich wirklich noch nie erlebt. Aber von vorne.

Bereits im November letzten Jahres verschaffte mir die liebe Ramona eine der ersten Karten für das Robbie Williams Konzert in der Commerzbank Arena in Frankfurt. Ich zögerte damals wegen des doch recht hohen Preises (100 Euro sind echt ein Brett), aber schließlich fehlte mir der werte Herr noch in meiner Muss-ich-einmal-im-Leben-live-gesehen-haben-Liste und so griff ich schlussendlich zu.

Die Monate vergingen und Ruck Zuck war es plötzlich Juli und das Konzert stand vor der Tür.

Ramona ist eine fleißige Robbie-Konzerte Besucherin. Der Plan war, sehr früh los zu fahren um einen möglichst guten Platz weit, weit vorne zu ergattern. Neuerdings ist es auf großen Konzerten nämlich wohl Usus, dass für den vorderen Bereich (zwischen Bühne und erstem Wellenbrecher)  Bändchen vergeben werden, so dass einmal drin auch für immer drin bedeutet. Bei manchen Konzerten kann man diese Bändchen für viel Geld im Vorfeld erwerben, bei diesem Robbie Konzert musste man nur einer der ersten und schnell genug sein. Als sie deshalb vorschlug, gleich nachdem wir die Kinder am Morgen in Schulen und Kindergarten untergebracht haben los zu fahren, war ich sofort dabei. Das hatte schon so ein bißchen was aus meiner Boyband-Zeit. Auch wenn ich mir noch nicht vorstellen konnte, durch eine Arena auf die Bühne zu zu rennen.
Ein wenig Sorgen machte ich mir dann auch wegen des Wetters. Bis zu 35 Grad. Knallesonne. Ist normalerweise nicht so das Wetter, bei dem ich mich pudelwohl fühle. Andererseits … sechs Stunden im Regen vor dem Stadion zu sitzen wäre sicherlich auch nicht schön.

Also fuhren wir um halb zehn fröhlich und voller Vorfreude los Richtung Frankfurt. Dort angekommen stellten wir fest, dass der Parkplatz am Stadion tatsächlich erst um zwölf Uhr öffnet. Die Alternativen waren also, gut eineinhalb Stunden vor der geschlossenen Schranke in der Hitze zu warten oder in einer kleinen, versteckten Ecke im Wald (wahrscheinlich) verbotswidrig zu parken.
Wir entschieden uns für letzteres und das war unser großes, großes Glück, wie sich recht bald heraus stellen sollte.

In nicht einmal zehn Minuten waren wir dann zum Eingang gelaufen und dort erwartete uns eine doch recht überschaubare Menge an Menschen. Da hatte ich mir ehrlich gesagt wesentlich mehr erwartet.

(mehr …)

Unsere kleine Räubertochter ist inzwischen fünf Jahre alt. Letzte Woche hatte sie ihre Vorschuluntersuchung und somit wird sie ab September ein Vorschulkind sein. Noch ein Jahr, bevor auch sie den Schutz des Kindergartens verlässt und in die große weite Welt hinaus zieht.

Ich weiß noch, dass ich mir beim Fräulein Wunder mehr Sorgen darum gemacht habe, wie sie sich sozial in der Schule zurecht finden wird, als darüber, dass sie vielleicht mit dem Schulstoff Probleme haben könnte. Bei ihr war irgendwie klar, dass ihr das Schulische leicht fallen wird.
Bei Miss Allerliebst habe ich kein richtiges Gefühl, in welche Richtung auch immer. Ich glaube, dass sie besser mit der Umstellung Kindergarten/Schule zurechtkommen wird. Ich glaube auch, dass sie ebenfalls wissbegierig, lernwillig und furchtbar schlau ist. Sie schreibt bereits seit einer Weile ihren Namen, fängt jetzt an im Zehnerbereich zu rechnen, Buchstaben zu erkennen und sie liebt Fehlersuchrätsel. Aber ich kann sie mir (noch) nicht in der Schule vorstellen, wo man aufpassen und sitzen bleiben muss und nicht mehr so viel spielen kann wie früher.

Nach wie vor ist sie ein echter Haudrauf und Wirbelwind. Und auch immer noch meine Kleine. Mein Baby. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass sie die letztgeborene ist, oder daran, dass sie sehr gerne kuschelt und einfach so allerliebst sein kann. Wenn ich in ihr hübsches Gesicht mit den großen, braunen Augen und den (inzwischen wieder) kurzen Haaren blicke, ist das Baby, das sie einmal war, noch nahe unter der Oberfläche. So schutzbedürftig und voller Vertrauen in sich und ihre Umwelt.
Vielleicht wird sie für mich immer mein Baby bleiben, auch wenn die Zeit kommt, in der sie das (und wahrscheinlich auch mich) hassen wird.

(mehr …)

Das Fräulein Wunder ist inzwischen acht Jahre alt. ACHT! Bald beendet sie das zweite Schuljahr und freut sich schon auf die dritte Klasse. Nun ja … erst einmal auf die Ferien natürlich.
Die Schule läuft für das Fräulein nach wie vor problemlos. So ein bißchen ist die Realität zwar auch bei ihr angekommen –  so gibt es Tage, an denen sie so gar keine Lust hat, in die Schule zu gehen („Mama, ich habe Bauchweh/Kopfweh/mit ist schlecht“). Das liegt aber wahrscheinlich eher am frühen Aufstehen, als an der Schule an sich. Aber im Großen und Ganzen ist sie doch mit Feuereifer bei der Sache.
Im letzten Elterngespräch bestätigte uns auch ihre Lehrerin, dass das Fräulein sich sehr gut eingefunden hat (was am Anfang etwas schwierig war, da das Fräulein Wunder die Angewohnheit hat, etwas Neues erst einmal mit Argusaugen zu beobachten. Die ersten Wochen hat sie wohl kaum einen Ton von sich gegeben und konnte oder wollte auch auf Nachfrage der Lehrerin nicht sagen, warum sie gerade ein Sturm-Wolken-Gewitter-Gesicht macht). Auch hätte sie bereits einen sehr großen Wortschatz und wäre eines der wenigen Kinder, das sich bei einem Vortrag vorne an der Tafel zu den Mitschülern wendet und frei erzählen kann. Sie hat sogar den Vorlesewettbewerb in ihrer Klasse gewonnen und tritt nun nächste Woche zum Regionalentscheid an. Absoluter Mutter- und Fräuleinstolz.
Nach wie vor liegt ihr Deutsch eher als Mathe. Wobei es bei Mathe einfach manchmal etwas länger dauert, bis es klick macht. Aber wenn, dann kann sie es ganz sicher anwenden. Sie ist ein Kind der Logik und wenn das erst einmal sitzt, ist der Rest ein Klacks.
Die ordentlichste ist mein Kind nicht, aber das überrascht mich nun auch nicht sehr. Hefte und Ordner sehen immer aus, wie gerade durch einen Schredder gezogen und auch die Schrift lässt an manchen Stellen zu wünschen übrig (erst war es der Radierer, jetzt ist es der Tintenkiller der täglich gefühlte 1.000 Mal zum Einsatz kommt).
Auch steht sie sich manchmal selbst mit ihrem stark ausgeprägten Ehrgeiz im Weg. Ein Test, bei dem sie nicht die volle Punktzahl erhält, ist total „verhauen“ und wenn sie beim Antolin-Programm (ein Leseprogramm, bei dem Kinder ein Buch lesen und hinterher am Computer Fragen dazu beantworten müssen) nicht 100 % schafft, ist sie auch schwer geknickt. Da gibt es manchmal auch Tränen, wenn sie eine Matheaufgabe nicht schnell genug versteht und ist dann gedanklich total blockiert, so dass wir dann eine Pause machen und 20 Minuten später die Aufgabe ohne größere Probleme rechnen können.
Da wünsche ich ihr ein wenig mehr Gelassenheit in der Zukunft, denn so unproblematisch wie in der Grundschule, wird die restliche Schulzeit womöglich nicht verlaufen.

(mehr …)