Was ein Tag! Welch ein Abend! Ich bin ja nun ein recht regelmäßiger Konzertgänger, aber so etwas wie gestern habe ich wirklich noch nie erlebt. Aber von vorne.

Bereits im November letzten Jahres verschaffte mir die liebe Ramona eine der ersten Karten für das Robbie Williams Konzert in der Commerzbank Arena in Frankfurt. Ich zögerte damals wegen des doch recht hohen Preises (100 Euro sind echt ein Brett), aber schließlich fehlte mir der werte Herr noch in meiner Muss-ich-einmal-im-Leben-live-gesehen-haben-Liste und so griff ich schlussendlich zu.

Die Monate vergingen und Ruck Zuck war es plötzlich Juli und das Konzert stand vor der Tür.

Ramona ist eine fleißige Robbie-Konzerte Besucherin. Der Plan war, sehr früh los zu fahren um einen möglichst guten Platz weit, weit vorne zu ergattern. Neuerdings ist es auf großen Konzerten nämlich wohl Usus, dass für den vorderen Bereich (zwischen Bühne und erstem Wellenbrecher)  Bändchen vergeben werden, so dass einmal drin auch für immer drin bedeutet. Bei manchen Konzerten kann man diese Bändchen für viel Geld im Vorfeld erwerben, bei diesem Robbie Konzert musste man nur einer der ersten und schnell genug sein. Als sie deshalb vorschlug, gleich nachdem wir die Kinder am Morgen in Schulen und Kindergarten untergebracht haben los zu fahren, war ich sofort dabei. Das hatte schon so ein bißchen was aus meiner Boyband-Zeit. Auch wenn ich mir noch nicht vorstellen konnte, durch eine Arena auf die Bühne zu zu rennen.
Ein wenig Sorgen machte ich mir dann auch wegen des Wetters. Bis zu 35 Grad. Knallesonne. Ist normalerweise nicht so das Wetter, bei dem ich mich pudelwohl fühle. Andererseits … sechs Stunden im Regen vor dem Stadion zu sitzen wäre sicherlich auch nicht schön.

Also fuhren wir um halb zehn fröhlich und voller Vorfreude los Richtung Frankfurt. Dort angekommen stellten wir fest, dass der Parkplatz am Stadion tatsächlich erst um zwölf Uhr öffnet. Die Alternativen waren also, gut eineinhalb Stunden vor der geschlossenen Schranke in der Hitze zu warten oder in einer kleinen, versteckten Ecke im Wald (wahrscheinlich) verbotswidrig zu parken.
Wir entschieden uns für letzteres und das war unser großes, großes Glück, wie sich recht bald heraus stellen sollte.

In nicht einmal zehn Minuten waren wir dann zum Eingang gelaufen und dort erwartete uns eine doch recht überschaubare Menge an Menschen. Da hatte ich mir ehrlich gesagt wesentlich mehr erwartet.

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Ich weiß, ich bin spät dran. Eigentlich wollte ich mir die Arbeit auch gar nicht machen, aber dann las ich vor Kurzem den Jahresrückblick 2014, der mich an so viele schöne Dinge erinnert hat, dass ich mich einem Rückblick für 2016 nicht entziehen konnte. Here we go.

Januar

Gleich zu Beginn des Jahres ließ sich das Fräulein Wunder sehr spontan Ohrringe stechen. Den Wunsch danach hatte sie schon länger, aber wir vertrösteten sie immer darauf, dass sie das entscheiden dürfe, wenn sie ein Schulkind sei.
Beim ersten Anlauf im Oktober vergangenen Jahres überlegte sie es sich noch beim Juwelier anders, doch im Januar fasste sie den Entschluss vor dem Schaufenster und wenig später prangten zwei wunderschöne blaue Blümchen an ihrem Ohr. Und sie war sooooo tapfer!

Leider vernahm die Geschichte keinen sehr schönen Verlauf. Am Anfang war alles wunderbar, doch dann entzündete sich das rechte Ohrläppchen. Wir säuberten ab da jeden Tag das Ohr und schmierten es vorsichtig mit Desinfektionsmittel ein. Ganz langsam wurde es besser.
Dann verkündete sie eines Tages, dass sie den Stecker des rechten Ohrrings verloren hätte. Man muss dazu sagen, dass das Fräulein Wunder niemanden mehr an irgendetwas heran lässt, wenn sie dort Schmerzen hat oder irgendwelche befürchtet. Es war mir also nicht so ganz möglich, das Ohr zu kontrollieren. Fest stand, dass der Stecker weg war, sich der Ohrring im Ohr drehen aber nicht herausziehen lies. Nach tagelangem Hin und Her ließ ich das Fräulein Wunder und ihr Ohr schließlich in Ruhe. Es war nicht entzündet, der Ohrring saß fest an Ort und Stelle und war nicht festgewachsen, denn man konnte ihn ja drehen.
Schließlich verlor sie den Ohrring im Dezember im Schwimmbad. Und wenig später stellten wir fest, dass der vermisste Stecker immer noch IN ihrem Ohr steckte. Und auch hier durfte ich nur rudimentär nachsehen und schon gar nicht an dem Ohr herumdoktern um zu sehen, ob ich den Stecker vielleicht so entfernen könnte. Wobei mir dies auch ziemlich unwahrscheinlich erschien. Er hatte sich im Ohrläppchen sozusagen häuslich nieder gelassen. Ich sah mich schon einen Termin beim Chirurgen machen, damit er das Teil herausschneiden kann, als das Fräulein eines Abends triumphierend ins Wohnzimmer gestürmt kam und verkündete „Ich hab’s geschafft!“ und uns stolz den Stecker präsentierte. Große Freude auf allen Seiten.
Inzwischen trägt sie keine Ohrringe mehr und möchte auch keine neuen. Ich bin erleichtert.

Februar

Zu Fastnacht hatte das Fräulein Wunder ihren ersten großen Auftritt mit ihrer Jazztanzgruppe im Turnverein. Sie war mächtig aufgeregt und anschließend total stolz.

Auch ich war dieses Jahr mit meinen Mädels an Fastnacht wieder unterwegs. Diesmal nicht direkt am schmutzigen Donnerstag wie bisher in Bürstadt, sondern diesmal zwei Orte weiter. Unser Thema dieses Jahr war „Froschkönig“. Ich bestellte hoch motiviert einen grasgrünen Petticoat im Internet und stellte leider erst hinterher fest, dass dieser aus China kommt und erst ein paar Tage nach der Faschingsveranstaltung geliefert wird.
Also kaufte ich mir grünen Tüll und begann mit der Hand das Ganze irgendwie zusammen zu nähen. Zwei Tage vor der Veranstaltung kam dann doch noch das Paket aus China. Heureka!

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Tatsächlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt wieder einmal einige Kilos zugelegt und ich fühlte mich den ganzen Abend extrem unwohl. Deshalb gibt es auch leider kein besseres Bild als nebenstehendes von mir.

Nach diesem Abend entschloss ich mich dazu, wieder etwas für meine Figur zu tun. Es dauerte zwar erst einmal zwei Wochen, bis ich wieder auf dem richtigen Weg war, aber schlussendlich kam ich dann doch bei meinem altbewährten WeightWatchers an.
Seit dem letzten Mal vor etwa 10 Jahren hat sich das Programm komplett verändert, auch wenn es natürlich im Kern gleich geblieben ist: Lebensmittel werden in Punkte kategorisiert und man darf nur eine bestimmt Punktezahl am Tag essen. 10 Kilo sollten es mindestens werden, 15 wären noch besser.

 

 

 

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Die Musik und ich haben eine lange und sehr bewegte Beziehung. Eigentlich von Anfang an. Von der ersten Dschingis Khan Schallplatte bis hin zum letzten The Weeknd Album, das ich mir kürzlich im iTunes-Store gekauft habe.

Die jüngeren unter Euch wissen vielleicht gar nicht mehr wie das war, als man Musik tatsächlich nur im Laden kaufen konnte. Erst als Schallplatten, dann auf CD.
Das waren noch Zeiten, als ich regelmäßig durch WOM, ProMarkt oder später MediaMarkt und Saturn streifte und mich durch die unzähligen CDs wühlte. Anfangs musste man noch zu einer zentralen Theke gehen, die CDs entweder von einem Angestellten oder selbst in einen Player einlegen und konnte dann in die einzelnen Scheiben hinein hören.
Später wurde das bereits digitalisiert und man suchte sich eine Station mit Kopfhörer, wo man die Barcodes der CDs unter einen Scanner hielt und dann die einzelnen Titel kurz angespielt bekam. Ganze Nachmittage habe ich so in diesen Läden verbracht, bevor ich stolz mit einem oder mehreren (meistens mehreren) Alben nach Hause ging.

Damals war auch MTV gerade stark im Kommen. Ich kann mich noch erinnern, wie wir teilweise SMS hin und her geschickt haben um ja nicht die Premiere eines neuen Linkin Park Videos zu verpassen.
Überhaupt. Das Tauschen von Musik war damals noch etwas aufwendiger als heute. Heute ziehe ich die mp3-Daten auf nen Stick und alles ist gut (oder Dropbox oder, oder). Damals haben wir noch ganze CDs gebrannt und teilweise per Post an geliebte Menschen verschickt.

Dann die Zeit, als ich meine Freizeit im Internet und dem Backstreet Boys Universum verbrachte. Das Suchen von Musik, die man nicht im Laden kaufen konnte. Die teilweise grottenschlechten Mitschnitte von Konzerten oder Pre-Versionen von irgendwelchen Songs. Damals begann sich die Musik im World-Wide-Web heimisch zu fühlen. Ich entdeckte die Möglichkeit, aus YouTube-Videos mp3 zu erstellen. Myspace war total im Kommen und eröffnete ganz neue Musikmöglichkeiten.

Heute gibt es Amazon-Music und Spotify und noch so vieles mehr. Musik ist überall sofort verfügbar und das zum großen Teil kostenlos. In meinen Anfangszeiten un-vor-stell-bar.

Und nun standen sie da. Meine heißgeliebten CDs. Bestimmt über 300 Stück. Mit etlichen verbinde ich eine besondere Geschichte, habe sie durch die Gegend geschleppt, im Auto gehört, in den Walkman eingelegt, auf der Arbeit über Kopfhörer konsumiert und letztendlich nach und nach alle in meine virtuelle Bibliothek eingespielt.
Sie verstaubten und wurden nur noch angerührt, wenn ich die Kinderzimmer aufräumte und sie in den rosafarbenen Kinder-CD-Player legte. Aber schön sahen sie im Regal aus. Das immerhin.

Irgendwann muss man sich einfach von gewissen Dingen trennen. Sie nehmen Platz weg und werden einfach nicht mehr in ausreichender Weise gewürdigt. Zudem ist das ja totes Kapitel, auch wenn selbst mir klar ist, dass man mit gebrauchten CDs heute kein Vermögen mehr verdienen kann.

Trotzdem meldete ich mich bei Momox an und tippte einen Nachmittag lang Barcodes ein. Von meiner umfangreichen Sammlung wollte Momox weniger ankaufen, als gedacht. Ein paar Überraschungen gab es trotzdem.
Im Normalfall liegt bei diesen Portalen der Ankaufspreis einer CD bei etwa 15 – 25 Cent (ja, hier darf gerne eine Runde geweint werden). Wahrscheinlich ist das irgendwie ne Masche, denn sobald der Rechner über einen Euro pro CD anzeigt, gibt das einen kleinen Glücklichkeitskick. Haben die echt geschickt gemacht.
Zwei Ausnahmen gab es in meiner riesigen CD Sammlung. Den höchsten Preis mit sagenhaften 14,00 Euro erzielte … *bitte kurz überlegen, für welche CD ihr so viel Geld ausgeben würdet* … *Trommelwirbel* … *wohlgemerkt im Ankauf, ihr wollte ja damit auch noch etwas Geld verdienen* …. *Trommelwirbel* … Der Soundtrack zum letzten Einhorn. Ungelogen!!
Den zweithöchsten Preis – von 11,00 Euro konnte ich mir immerhin ein bißchen erklären – wurde für Musicology von Prince geboten.
Soviel dazu.

Ich brachte also heute ein gut 16 Kilo schweres Paket zur Post (kostenloser Versand, immerhin) und freue mich nun auf eine Summe jenseits der 100 Euro, die hoffentlich demnächst auf mein Konto eingeht.

Blieb also der erschreckend große Rest. Obwohl ziemlich klar ist, dass ich wahrscheinlich darauf sitzen bleibe, habe ich heute diese CDs gesammelt als Pakete in Ebay eingestellt.

(Hier nur zwei Beispielen von sechs)

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Und mir blutet das Herz. Da sind wirklich Scheiben dabei, zu denen ich sozusagen eine persönliche Beziehung habe. Die mir wichtig und teuer sind. Und jetzt werden sie vielleicht (hoffentlich) von jemandem gekauft, der sie womöglich nicht zu schätzen weiß. Hach.

Es ist ja nicht so, dass die Musik für mich verloren geht. Natürlich habe ich vor dem Versand geprüft, ob auch schön alles in meiner Musikbibliothek eingespielt ist. Und ich habe gestern und heute ganz viel Musik gefunden, an die ich schon lange nicht mehr gedacht habe und die ich mir jetzt nach und nach wieder zu Gemüte führen werde. Ich neige ja dazu, mir ganz lange immer die gleichen Bands und Alben anzuhören, weil ich sie gerade ganz toll finde. Dabei fallen etwas sperrige Sachen wie Tool, I Mother Earth oder Marilyn Manson schonmal unter den Tisch.
Aber auch gefälligere Alben wie Groove Guerilla, Patricia Barber, Dredge oder Silje Neergard tauchten wieder in meinem Fokus auf. Und, und, und.

An dieser Stelle also der dringende Aufruf, Euch mal wieder mit Eurer Plattensammlung zu beschäftigen. Egal ob analog oder digital. Blast den Staub von der Musik und gebt ihr die Aufmerksamkeit, die sie verdient! Ihr werdet es nicht bereuen.

Und wenn ihr meint, dass ihr noch ein bißchen Nachschub gebrauchen könnt. Oder Inspiration. Oder einfach eine neue Musikperspektive. Dann schaut doch einfach mal bei Ebay vorbei und unterstützt damit nicht nur die Unsterblichkeit der Musik, sondern auch den Claudia-Maaß-Pfingsturlaub-Fonds. Meine Robbie Williams Konzert-Karte hat ja freundlicherweise bereits Momox übernommen.

In diesem Sinne gehabt Euch wohl und liebt die Musik, so wie sie Euch.

Da mich gerade meine Laufmotivation ziemlich im Stich lässt und ich zudem noch erkältet bin und somit gar nicht laufen könnte, selbst wenn ich wollte, bastle ich mir heute mal meine eigene Motivations- und Erfolgswand.

Nachdem meine Freundin Michi und ich im letzten Jahr beim Frauenlauf in Mannheim gestartet sind, hatten wir Blut geleckt und wollten mehr.
Also starteten wir in diesem Jahr recht früh am 21. März beim 29. Sandhofener Straßenlauf. Es war noch recht frisch, das Wetter die letzten Tage nicht so berauschend. Dafür kam während des Laufs die Sonne heraus und die Strecke, die über zwei Runden à 5 KM hauptsächlich über Feld und am Ende durch ein Wohngebiet führte, war sehr angenehm.
Grundsätzlich ist es bei solchen Läufen so, dass man am Start losläuft und einen dann nach und nach alle schnelleren Läufer überholen.

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Nach einer gewissen Zeit kommen dann nur noch vereinzelt Läufer von hinten angerannt und um mich herum sind nur noch Teilnehmer, die in etwa meine Geschwindigkeit laufen. Und immer ist einer dabei, der einen Tick schneller läuft als ich. An den hänge ich mich dann dran.
In Sandhofen war es ein Mann, der seine Runtastic-App auf volle Lautstärke gestellt hatte und der mir sozusagen zwischendurch immer wieder einen Zwischenstand lieferte. Zudem hat er ganz furchtbar geröchelt und hatte einen seltsamen Laufstil. Den habe ich versucht immer hinter mir zu halten. Ich weiß nicht, was gegen Ende mit ihm passiert ist, denn beim Zieleinlauf war er nicht mehr da. Und so schnell war ich leider nicht um ihn wirklich abgehängt zu haben. Aber er hat dafür gesorgt, dass ich eine wirklich richtig gute Zeit gelaufen bin. 10 Minuten schneller als in meinen bisherigen Trainings!

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Gesamtteilnehmer 10 km: 593
Platz Gesamtwertung: 543

Gesamtteilnehmer Klasse W40: 56
Platz Klasse W40: 47

Gesamtzeit: 1:04 Stunden
Pace pro KM: 6:40 Minuten

Dann gab es eine längere Pause, bis zur Hitzeschlacht beim 2. Frauenlauf in Mannheim am 3. Juli 2015. Auf dieses Ereignis hatten wir mittwochs im Lauftreff hingearbeitet, hatten dort neue Freundschaften geschlossen und fühlten uns einigermaßen trainiert für die knapp 6 Kilometer.

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Dass es dann fast 40 Grad haben würde, damit hatte im Vorfeld keiner gerechnet und nachdem sich dies dann die letzte Woche vorher abzeichnete, hieß das Motto: einfach loslaufen, durchhalten und unterwegs nicht umkippen.
Die Strecke führte diesmal komplett durch und um den Luisenpark herum. Somit war für recht viel Schatten gesorgt. Außerdem hatte man die Wasserstationen verdoppelt und unterwegs Rasensprenger zur Abkühlung aufgestellt. Wie auch im letzten Jahr funktionierte die Organisation reibungslos. Selbst duschen konnten wir hinterher, trotz über 1.000 Teilnehmerinnen.
Ich möchte hiermit jedem, der gerne läuft oder walkt, diesen Frauenlauf ans Herz legen. Es macht so viel Spaß und ist mehr ein Event denn ein Lauf. Nicht umsonst lautet das offizielle Motto „Laufen wie es mir gefällt“. Hier kommt es nicht auf Zeiten, sondern auf den Spaß an. Und den hat man vorher, während und hinterher.
Tatsächlich haben wir dieses Jahr durch die Teilnahme am Lauftreff und unsere Anmeldung als Engelhorn-Sports-Lauftreff-Gruppe, den Pokal für die größte teilnehmende Gruppe gewonnen. Mit Preisverleihung und allem Zipp und Zapp.

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Gesamtteilnehmer 6 km: 1044
Platz Gesamtwertung: 329

Gesamtteilnehmer Klasse W40: 392
Platz Klasse W40: 96

Gesamtzeit: 36:33 Stunden
Pace pro KM: 6:10 Minuten
(ca. Angabe, da die Länge der Strecke nicht so ganz eindeutig zu ermitteln ist)

Es folgte der 1. Frauenlauf Ludwigshafen am 4. September 2015. Leider konnte meine Freundin Michi diesmal nicht mitlaufen, da sie im Urlaub weilte. Also habe ich das erste Mal einen Lauf mehr oder weniger alleine bestritten. Wobei auch auf diesen Lauf im Lauftreff hingearbeitet wurde, so dass sich viele Mittwochs-Mädels dort einfanden.
Aber erst einmal hieß es sich anstellen, um sich seine Startnummer und Lauf-Shirt abzuholen. Das hat mir in Mannheim besser gefallen. Da kann man ein paar Tage vorher alle Unterlagen bei Engelhorn-Sports abholen und ist somit vorab gerüstet.

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Der Veranstaltungsort war ziemlich cool, direkt am Rhein, Start und Ziel vor der Bar, viele Zuschauer und Mitläufer. Hier war die größte Herausforderung definitiv die „Schneckennudel-Brücke“ die zur Parkinsel hinüber führt.

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Auf dem Hinweg ging es noch einigermaßen. Ca. Kilometer 1,5. Aber auf dem Rückweg, etwa Kilometer 4,5, ist das schon wirklich fies. Und dieser Drehwurm von Brücke scheint kein Ende zu nehmen. Aber wie hat meine Lauftrainerin Gaby immer gesagt: „Das mit den Anstiegen ist nur ne Kopfsache.“ Daran muss ich wohl noch arbeiten.
Die Strecke war etwas länger als in Mannheim, die Temperaturen wesentlich angenehmer. Und hinterher gab es noch einen kleinen Sekt mit Maracujasaft und die Siegerehrung mit beleuchtetem Rheinpanorama im Hintergrund. Schöööön. Und auch noch schnell wie der Wind gewesen. Was will man mehr?

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Gesamtteilnehmer 6,5 km: 616
Platz Gesamtwertung: 248

Gesamtteilnehmer Klasse W40: 226
Platz Klasse W40: 83

Gesamtzeit: 39,20 Stunden
Pace pro KM: 6:00 Minuten

Der letzte Lauf fand dann vor kurzem, am 20. September 2015 statt: Der 21. Mutterstadter Volkslauf. Leider musste ich auch hier kurzfristig alleine starten, weil Michis Sohn krank geworden war. Das empfand ich schon als Herausforderung. Nach Mutterstadt, wo ich noch nie gewesen war, zu einem Lauf, den ich nicht kannte. Aber auch das war dann gar kein Problem. Ich traf auf dem Weg vom Auto zum Veranstaltungsort sogar einen guten Freund meiner Eltern und so war die Wartezeit vor dem Start und bis zur Siegerehrung angefüllt mit Fachsimpeleien.

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Auch bei diesem Lauf habe ich wieder jemanden gefunden, der mich ein paar Kilometer mitgezogen hat. Die Frau und ich liefen bestimmt zwei bis drei Kilometer zusammen, wobei ich immer den Eindruck hatte, sie macht das ganz locker und ich keuche aus dem letzten Loch. Aber dann, ganz plötzlich, blieb sie stehen und ich lief weiter. Später trafen wir uns bei der Getränkeausgabe und sie bedankte sich fürs Mitziehen und erklärte, sie habe Seitenstechen gehabt und hätte das Tempo nicht mehr mitlaufen können. Wie man sich doch manchmal täuscht.
Die 10 Kilometer waren toll. Zwei Runden durch den Mutterstadter Wald, die Sonne kam später noch heraus und es regnete, trotz meiner Befürchtungen, nicht. Meine Zeit war auch prima. Eine ganze Minute schneller als in Sandhofen zu Beginn der Saison. Wenn ich jetzt noch die Zeiten vom 6 Kilometer-Lauf auf einen 10 Kilometer-Lauf übertragen könnte, wäre ich der King.

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Gesamtteilnehmer 10 km: 338
Platz Gesamtwertung: 307

Gesamtteilnehmer Klasse W40: 23
Platz Klasse W40: 14 (das klingt doch cool, oder :D)

Gesamtzeit: 1:03 Stunden
Pace pro KM: 6:30 Minute

In diesem Jahr stehen noch zwei 10 Kilometer-Läufe in Maxdorf und Feudenheim an. Auf letzteren arbeitet gerade der Lauftreff hin, sodass wir auch dort sicherlich wieder mit mehreren Mädels starten. Wenn alles läuft wie geplant, haben Michi und ich damit erfolgreich am Engelhorn-Cup teilgenommen. Das wäre doch mal was.

Ich glaube, ich bin jetzt schon viel motivierter.

Ich war schon immer ein kleiner Fernsehjunkie, auch wenn ich inzwischen wesentlich mehr Zeit mit Lesen verbringe. Ich kann mich daran erinnern, dass mein Bruder und ich als Kinder sonntags immer ganz früh aufgestanden sind, nur um uns stundenlang Cartoons ansehen zu können. Und damals gab es auch schon so grauselige Sachen wie He-Man, Ninja Turtle oder Captain Future (meine erste große Liebe, bevor Pierre Brice als Winnetou in mein Leben trat, hach!). CFuture Als dann das Fräulein Wunder geboren wurde, mussten wir uns natürlich auch irgendwann darüber Gedanken machen, wie viel Fernsehen oder Videospielzeit für sie Sinn macht. Tatsächlich haben wir keine wirklich feste Regel dafür vereinbart. Wir entscheiden das eher aus dem Bauch heraus. Es gibt Tage, da wird bei uns weder ferngesehen noch am iPod/iPad gespielt. Und dann kann es wieder Tage geben, an dem durchaus mal ein Film von eineinhalb Stunden geguckt wird oder KIKA eine Stunde am Stück läuft. Gerne zelebrieren wir am Wochenende auch mal die obligatorische Pizza vor dem Fernseher. Tagsüber läuft der Fernseher aber tatsächlich nur in äußersten Ausnahmefällen. Meist dann, wenn wir Eltern geschafft sind und eine Mittagspause einlegen wollen. Gerne wird fernsehgucken auch als Belohnung eingesetzt: „Wenn ihr jetzt schnell aufräumt, dann könnt ihr noch eine Runde Wicki gucken.“ Eines ist Fernsehgucken in unserem Haushalt demnach für die Kinder nicht: Eine tägliche Selbstverständlichkeit. Nun besucht Miss Allerliebst seit guten zwei Wochen den Kindergarten. Täglich. Und dass das nicht immer so richtig toll ist, hat sie diese Woche dann wohl gemerkt. Denn seit Montag weint sie ganz herzerweichend wenn ich sie verabschiede, brüllt auch gerne mal aus vollem Hals nach ihrer „Mamaaaaaa“ und vergießt dabei riesige Krokodilstränen. Es zerreißt mir immer fast das Herz, wenn ich mich dann aus ihrer Umklammerung herauswinden und sie in der Obhut der Erzieherinnen zurück lassen muss. Sie beruhigt sich wohl relativ schnell wieder, haben mir die Erzieherinnen mitgeteilt, aber mir klingt ihr Weinen den ganzen Tag noch in den Ohren. Nicht schön. Und so kam ich gestern, als mir Miss Allerliebst mal wieder mit „Mama, Fernseher gucke?“ in den Ohren lag, auf die glorreiche Idee, ihr einen Handel vorzuschlagen: Wenn sie ganz tapfer ist und bei der Verabschiedung nicht mehr weinen muss, dann darf sie nach dem Abholen eine Runde fernsehgucken. Ich muss gestehen, dass ich nicht wirklich daran geglaubt habe, dass das klappt. Sie hat zwar gestern ganz enthusiastisch mit dem Kopf genickt und wir haben den Handel per Handschlag besiegelt, aber sind wir mal ehrlich: Wenn sie eben ängstlich oder traurig ist, wenn ich gehe, dann kann sie sich auch nicht wirklich zusammenreißen. Sie ist ja noch soooo klein. Trotzdem habe ich sie heute morgen noch einmal an unseren Handel erinnert. Und nachdem ich ihr auch heute wieder einige Male bestätigt habe, dass ich sie ganz sicher wieder abholen komme, war sie zufrieden. Die letzten beiden Tage hatte sie bereits auf dem Weg zum Kindergarten geweint und immer wieder „nach Hause!“ gejammert. Heute marschierte sie ganz stolz mit ihrem Regenschirm voraus. Im Kindergarten angekommen war sie immer noch recht entspannt, fragte mich noch gefühlte drölftausen Mal, ob ich sie auch wirklich wieder abholen komme und verschwand dann mit einem kurzen Tschüss in ihrem Gruppenraum und kuschelte sich gleich darauf vergnügt in die Hängematte. Ich traute meinen Augen (und Ohren) nicht. So schnell habe ich mich, glaube ich, noch nie von ihr und dem Fräulein verabschiedet. Und natürlich war das erste, was sie mich heute beim Abholen fragte: „Mama, Fernseher gucke?“ Und so sitzt sie jetzt auf der Couch, mampft die Reste aus ihrer Frühstücksbox und guckt Prinzessin Lillifee. Wie ne Große, ganz alleine und ausnahmsweise. Sie ist glücklich und entspannt und ich bin es auch. Prlillifee Ich schätze, für diese Woche werde ich dieses Experiment noch weiter führen, dann sind erst einmal Ferien. Und danach sehen wir weiter. Es hat mir auf jeden Fall gezeigt, dass Fernsehen bei uns nichts alltägliches ist und dass davon immer noch eine gewisse Magie ausgeht.

Ich gehöre ja nun bekanntermaßen zu den spätgebärenden. Ich war bereits 37 als das Fräulein Wunder geboren wurde und stand 8 Wochen vor meinem vierzigsten Geburtstag, als Miss Allerliebst auf die Welt kam. Wenn es nach uns gegangen wäre, wären unsere Kinder bereits viel, viel älter (das Fräulein Wunder wäre heute beispielsweise 15 Jahre alt und keine sechs). Aber man kann sich eben nicht immer alles aussuchen, so wie man es möchte. Und wir sind mehr als glücklich, wie schlussendlich alles gekommen ist.

Ein großer Nachteil, dass wir so spät erst Kinder bekommen haben (neben den ganzen körperlichen), ist auf jeden Fall der, dass die Kinder unserer Freunde alle älter sind als unsere. Und genau das ist bei vielen auch der Grund, warum wir uns heute nicht mehr so oft sehen. Die Interessen sind einfach sehr verschieden.
Wir waren zum Beispiel am Vatertag mit Freunden und deren dreizehnjährigen Tochter im Luisenpark. Im Grunde sind wir Erwachsenen kaum dazu gekommen, uns zu unterhalten, weil unsere Kinder komplett andere Interessen hatten. Während unsere zwei Kleinen den ganzen Tag auf irgendeinem Spielplatz hätten verbringen können, wollte die große Tochter am liebsten in irgendeiner Ecke „chillen“ oder Fußballspielen.

Natürlich habe ich inzwischen auch ganz viele tolle Menschen mit Kindern im selben Alter kennengelernt. Hier stellt sich dann eher das Problem, dass zum Einen jeder bereits sein eigenes Leben und Freundeskreis hat und somit Treffen meist rund um die Kinder geplant werden, was eine Beteiligung der Väter meist grundsätzlich ausschließt. Und zum Anderen müssen sich die Väter, wenn sie sich denn dann irgendwann mal doch bei irgendeinem Event treffen, auch noch verstehen. Damit meine ich, so sehr mögen, dass sie sich vorstellen können, auch mal am Wochenende etwas miteinander zu unternehmen. Das ist in unserm Fall so noch nicht vorgekommen.

Und dann kam der letzte Freitag. Wir waren bei unserem Lieblingsgriechen mit Julia, deren beiden Kindern, einem Kollegen und dessen Kumpel mit ebenfalls zwei Kindern verabredet. Sechs Mädchen im Alter zwischen 3 und 7. Die Tafel war ewig lang, was ich so nur von Familienfeiern kenne.
Ich war mir am Anfang gar nicht so ganz klar darüber, dass dieses Treffen so ganz anders sein würde, als unsere bisherigen. Ich wusste nur, da würden viele Kinder kommen und Erwachsene, die ich ebenfalls sehr mag.
Und, was soll ich sagen? Es war einfach gran-di-os. Gott sei Dank konnten wir draußen sitzen und so tobten die sechs Mädels auf der Wiese quitschvergnügt gemeinsam herum. Die Kleinen wie die Großen. Das hat mich so an meine eigene Kindheit erinnert. Sie spielten Verstecken, Ball und Pferdereiten und waren den ganzen Abend nur zum Essen gesehen.
Wir Erwachsenen genossen den Abend, konnten tatsächlich mehrere Sätze am Stück ohne Unterbrechung von uns geben und fühlten uns so entspannt wie sonst nur, wenn wir alleine ohne Kinder unterwegs sind.

Wir ließen den Abend dann auch noch bei uns zu Hause ausklingen. Die Mädchen bekamen zur Belohnung noch eine Runde Eiskönigin mit Kaktuseis, wir Erwachsenen saßen nebenan in unserem tollen, neuen Esszimmer und ließen uns noch ein Glas Wein schmecken.
Als dann schließlich zum Aufbruch geblasen wurde, war es bereits halb zwölf und alle Kinder waren hundemüde aber glücklich. Das Fräulein Wunder trug ich so wie sie war ins Bett, Miss Allerliebst hat es immerhin noch in den Schlafanzug geschafft.

Das Schöne an diesem Abend war einfach, dass wir keine Kompromisse zwischen Kinderprogramm und Erwachsenen Unterhaltung machen mussten. Jeder war glücklich, zufrieden und entspannt. Die Kinder beim Spielen zu beobachten war einfach wundervoll, auch dass sie sich alle zusammen gefunden haben war toll, denn zwei der Kinder waren den anderen vier unbekannt.

Am Ende waren wir uns alle einig, dass es wirklich ein toller Abend war und wir den unbedingt wiederholen müssen.

Freitagabend

In letzter Zeit ist hier so viel los, dass ich leider nicht zum Aufschreiben komme. So viele Ereignisse wären einen Blogeintrag wert. Damit ich aber die vielen wundervollen Dinge, die mir in den letzten Wochen passiert sind, nicht vergesse, fasse ich sie hier heute endlich zusammen.

Chronologisch betrachtet muss ich mit dem Straßenlauf in Sandhofen beginnen, auch wenn es sich anfühlt, als sei das schon Äonen her.
Meine Freundin Michi und ich hatten uns recht spontan entschieden dort mitzumachen. Unter anderem auch deshalb, weil es sich hierbei um einen der fünf Läufe handelt, die zum Engelhorn Cup zählen. Wenn man drei der fünf Läufe mitmacht, kommt man in die Gesamtwertung (für die ich zu langsam bin, um irgendetwas zu gewinnen), wird zur Preisverleihung eingeladen und bekommt ein Sweatshirt. Lohnt sich also.
Jedenfalls sind wir dann also am 21.3.2015 in einem Teilnehmerfeld von über 300 Läufern gestartet. Und es lief wie Lottchen für mich. Keine Ahnung woher das plötzlich kam, aber ich bin gerannt wie noch niemals zuvor und war fast zehn Minuten schneller als in meinen bisherigen Trainings. Damit belegte ich in meiner Altersklasse Platz 47 von 56 Teilnehmerinnen. Ich bin stolz wie Bolle!

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Als nächstes stand die Entscheidung über den Kindergartenplatz für Miss Allerliebst an. Ende März bekam ich endlich, endlich die Zusage, dass sie ab Mai in den Kindergarten aufgenommen wird. Ich war wirklich glücklich. Zum Einen, weil Miss Allerliebst sowas von bereit für den Kindergarten ist und zum Anderen, weil ich mich dadurch endlich ernsthaft auf die Suche nach einer neuer Arbeitsstelle machen konnte. Dachte ich, bis mir dann aufging, dass ich ja noch ein Hortplatz für das Fräulein Wunder brauche, wenn sie ab September in die Schule geht. Aber gut. Ein Kind schon mal sicher untergebracht. Das war auf jeden Fall ein ganz großes Highlight.

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Meinen Vermittler bei der Bundesagentur für Arbeit hat der Kindergartenplatz auch sehr gefreut. So sehr, dass er mir gleich drei Stellenausschreibungen in die Hand drückte und mich damit zu meinem Bewerbungscoach bei Biotopia schickte. Der Typ dort war schwer beeindruckt: „Drei Stellenangebote und zwei davon im eigenen Haus (nämlich in der Bundesagentur für Arbeit selbst), der Vermittler muss Sie echt gern haben.“
Ich will mal so sagen … der Bewerbungscoach und ich lagen irgendwie auf einer Wellenlänge. Die wöchentlichen Besuche dort waren immer sehr entspannt und lustig. Kann ich also jedem Jobsuchenden wärmstens empfehlen. Er hat nicht nur meinen Lebenslauf aufgehübscht sondern auch die drei Bewerbungen mit mir geschrieben, die wir dann auch direkt von dort abgeschickt haben.

Keine Woche später bekam ich dann tatsächlich die Mitteilung, dass ich zu einem Vorstellungsgespräch in der Bundesagentur für Arbeit in Mannheim eingeladen sei. Ich war hin und weg. So schnell hatte ich damit überhaupt nicht gerechnet. Einen Tag vor dem Gespräch hatte ich noch einmal einen Termin bei meinem Bewerbungscoach und wir gingen ein paar Fragen durch, die bei einem Vorstellungsgespräch so auf mich zukommen können.
Am großen Tag selbst war ich einerseits wahnsinnig aufgeregt, andererseits aber auch einigermaßen entspannt. Ich hatte immer noch keinen Hortplatz für das Fräulein (auf telefonische Nachfrage hieß es, die zweite Vergaberunde sei durch und wir wären nicht dabei) und von daher kam eine Arbeitsaufnahme eigentlich nicht wirklich in Betracht. Aber Erfahrungen kann man ja schonmal sammeln.
Und obwohl ich mich wirklich auf das Gespräch vorbereitet habe, hatte ich mit der Frage „Was war bisher Ihr größter Misserfolg und wie sind Sie damit umgegangen?“ nicht gerechnet. Das war auch, meinem Gefühl nach, das einzige Mal, bei dem ich mehr gestammelt als geredet habe.
Cool auch: Als ich so vor dem Zimmer wartete bis ich an die Reihe kam (drei Bewerberinnen vor mir, zwei danach) hörte ich durch die Tür eine Frau sagen „Ach, die Frau Maaß. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, die kenne ich. Muss ich jetzt mal in Natura sehen.“ Leider war ich zu aufgeregt und habe vergessen sie zu fragen. Mir kam sie nämlich auch bekannt vor. Und extrem sympathisch. Auch der Job, der in Heidelberg zu vergeben war, reizte mich. Kleine Büros, Abrechnungen, Vertragsarbeit, Kundenkontakt am Telefon und ein wunderschöner Ausblick über den Odenwald, wie mir die nette Frau schmunzelnd versicherte.
Ich ging mit dem Gefühl, dass ich meine Sache wohl ganz gut gemacht habe, dass ich aber nicht gerade die Wunschkandidatin bin: Es wurde eine Vollzeitkraft ab Anfang Mai gesucht, ich suche aber eine Teilzeitstelle ab Mitte Juni.

Als nächstes war dann endlich die Anmeldung zum 2. Frauenlauf in Mannheim Anfang Juli möglich. Wie bereits im letzten Jahr nehmen Michi und ich teil und ich bin zuversichtlich, dass ich die Zeit vom letzten Jahr in den Schatten stellen werde.
Der Straßenlauf in Sandhofen war ein echtes Sportereignis, der Frauenlauf ist mehr so ein Spaßding und eben nur für Frauen, mit Rahmenprogramm und allem Pi-Pa-Po. Das Ganze läuft (ha,ha) unter dem Motto „Ich laufe, wie es mir gefällt“. Es sind also auch Walker oder Jogging-Walker (die, die noch nicht die ganze Strecke Joggen und daher zwischendurch ein bißchen Walken) willkommen. Wer also Lust bekommen hat, einfach mal hier vorbeischauen (und nein, ich bekomme keine Provision).

Und dann der Anruf von der überaus sympathischen Frau vom Vorstellungsgespräch: „Hallo Frau Maaß. Ich habe die ehrenvolle Aufgabe Ihnen mitzuteilen, dass wir sie gerne einstellen möchten.“ Ich hätte vor Freude aus der Hose springen können. Und dann auch wieder nicht, als mir einfiel, dass ich immer noch keine Betreuung für meine große Tochter vorzuweisen habe.
Meine Eltern versicherten mir allerdings, dass sie eine gewisse Zeit gerne bei der Überbrücken behilflich sein würden und da noch genügend andere Verwandtschaft in Laufentfernung der Schule liegt, würden wir auch das irgendwie hin bekommen. Und noch war ja die Hortplatzvergabe insgesamt noch nicht abgeschlossen. Ich sagte also zu.
Ich habe also ab Mitte Juni eine neue Arbeitsstelle und noch dazu eine sympathische Chefin und einen tollen Ausblick aus meinem Büro (von dem ich mich in den nächsten ein, zwei Wochen auch noch persönlich überzeugen werde). Besser konnte es gar nicht kommen. (Und mein Vermittler bei der Bundesagentur bekommt bestimmt ne Medaille, weil er mich so schnell vermittelt hat, dass ich nur für ein paar klägliche Wochen Arbeitslosengeld erhalten werde ;)).
Aussage meines Bewerbungscoachs am Telefon: „Wow, das ist absoluter Geschwindigkeitsrekord.“ Er wird mir fehlen. *Schnüff*

Und dann, nach etlichen Telefonaten mit Meki (das Amt, das hier bei uns die Vergabe der Kiga- und Hortplätze regelt), einer Mail mit der Bestätigung meiner neuen Anstellung und einem kräftigten Drücker auf die Tränendrüse bekam ich vorgestern telefonisch die (rechtsunverbindliche) Aussage, dass wir in den nächsten Tagen Post bekommen würden. Wir haben einen Platz! Und das auch noch in dem Hort, in dem alle Freunde des Fräuleins bereits angenommen sind!! Doppeltes Yeah!!

Und zu guter Letzt noch mein sportlicher Glücksgriff: In Vorbereitung zum Frauenlauf veranstaltet Engelhorn Sports einen wöchentlichen Lauftreff. Die Plätze sind allerdings begrenzt und angenommen wird, laut Prospekt, nach Anmeldungseingang. Da wir recht spät dran waren, rechnete ich eigentlich nicht mit einer Zusage.
Und Zack – gestern Abend die Mail, dass ich angenommen bin. Das wird soooo cool! Zum Einen wird man dort von Fachmännern und -Frauen betreut, bekommt Tricks und Tipps zum Laufen, das auch noch kostenlos und wenn man an 5 von 8 Treffen teilnimmt sogar noch einen 25 Euro Gutschein von Engelhorn. Ich bin begeistert.
Und ein echtes Glücksschwein im Moment!