Was ein Tag! Welch ein Abend! Ich bin ja nun ein recht regelmäßiger Konzertgänger, aber so etwas wie gestern habe ich wirklich noch nie erlebt. Aber von vorne.

Bereits im November letzten Jahres verschaffte mir die liebe Ramona eine der ersten Karten für das Robbie Williams Konzert in der Commerzbank Arena in Frankfurt. Ich zögerte damals wegen des doch recht hohen Preises (100 Euro sind echt ein Brett), aber schließlich fehlte mir der werte Herr noch in meiner Muss-ich-einmal-im-Leben-live-gesehen-haben-Liste und so griff ich schlussendlich zu.

Die Monate vergingen und Ruck Zuck war es plötzlich Juli und das Konzert stand vor der Tür.

Ramona ist eine fleißige Robbie-Konzerte Besucherin. Der Plan war, sehr früh los zu fahren um einen möglichst guten Platz weit, weit vorne zu ergattern. Neuerdings ist es auf großen Konzerten nämlich wohl Usus, dass für den vorderen Bereich (zwischen Bühne und erstem Wellenbrecher)  Bändchen vergeben werden, so dass einmal drin auch für immer drin bedeutet. Bei manchen Konzerten kann man diese Bändchen für viel Geld im Vorfeld erwerben, bei diesem Robbie Konzert musste man nur einer der ersten und schnell genug sein. Als sie deshalb vorschlug, gleich nachdem wir die Kinder am Morgen in Schulen und Kindergarten untergebracht haben los zu fahren, war ich sofort dabei. Das hatte schon so ein bißchen was aus meiner Boyband-Zeit. Auch wenn ich mir noch nicht vorstellen konnte, durch eine Arena auf die Bühne zu zu rennen.
Ein wenig Sorgen machte ich mir dann auch wegen des Wetters. Bis zu 35 Grad. Knallesonne. Ist normalerweise nicht so das Wetter, bei dem ich mich pudelwohl fühle. Andererseits … sechs Stunden im Regen vor dem Stadion zu sitzen wäre sicherlich auch nicht schön.

Also fuhren wir um halb zehn fröhlich und voller Vorfreude los Richtung Frankfurt. Dort angekommen stellten wir fest, dass der Parkplatz am Stadion tatsächlich erst um zwölf Uhr öffnet. Die Alternativen waren also, gut eineinhalb Stunden vor der geschlossenen Schranke in der Hitze zu warten oder in einer kleinen, versteckten Ecke im Wald (wahrscheinlich) verbotswidrig zu parken.
Wir entschieden uns für letzteres und das war unser großes, großes Glück, wie sich recht bald heraus stellen sollte.

In nicht einmal zehn Minuten waren wir dann zum Eingang gelaufen und dort erwartete uns eine doch recht überschaubare Menge an Menschen. Da hatte ich mir ehrlich gesagt wesentlich mehr erwartet.

(mehr …)

Ich weiß, ich bin spät dran. Eigentlich wollte ich mir die Arbeit auch gar nicht machen, aber dann las ich vor Kurzem den Jahresrückblick 2014, der mich an so viele schöne Dinge erinnert hat, dass ich mich einem Rückblick für 2016 nicht entziehen konnte. Here we go.

Januar

Gleich zu Beginn des Jahres ließ sich das Fräulein Wunder sehr spontan Ohrringe stechen. Den Wunsch danach hatte sie schon länger, aber wir vertrösteten sie immer darauf, dass sie das entscheiden dürfe, wenn sie ein Schulkind sei.
Beim ersten Anlauf im Oktober vergangenen Jahres überlegte sie es sich noch beim Juwelier anders, doch im Januar fasste sie den Entschluss vor dem Schaufenster und wenig später prangten zwei wunderschöne blaue Blümchen an ihrem Ohr. Und sie war sooooo tapfer!

Leider vernahm die Geschichte keinen sehr schönen Verlauf. Am Anfang war alles wunderbar, doch dann entzündete sich das rechte Ohrläppchen. Wir säuberten ab da jeden Tag das Ohr und schmierten es vorsichtig mit Desinfektionsmittel ein. Ganz langsam wurde es besser.
Dann verkündete sie eines Tages, dass sie den Stecker des rechten Ohrrings verloren hätte. Man muss dazu sagen, dass das Fräulein Wunder niemanden mehr an irgendetwas heran lässt, wenn sie dort Schmerzen hat oder irgendwelche befürchtet. Es war mir also nicht so ganz möglich, das Ohr zu kontrollieren. Fest stand, dass der Stecker weg war, sich der Ohrring im Ohr drehen aber nicht herausziehen lies. Nach tagelangem Hin und Her ließ ich das Fräulein Wunder und ihr Ohr schließlich in Ruhe. Es war nicht entzündet, der Ohrring saß fest an Ort und Stelle und war nicht festgewachsen, denn man konnte ihn ja drehen.
Schließlich verlor sie den Ohrring im Dezember im Schwimmbad. Und wenig später stellten wir fest, dass der vermisste Stecker immer noch IN ihrem Ohr steckte. Und auch hier durfte ich nur rudimentär nachsehen und schon gar nicht an dem Ohr herumdoktern um zu sehen, ob ich den Stecker vielleicht so entfernen könnte. Wobei mir dies auch ziemlich unwahrscheinlich erschien. Er hatte sich im Ohrläppchen sozusagen häuslich nieder gelassen. Ich sah mich schon einen Termin beim Chirurgen machen, damit er das Teil herausschneiden kann, als das Fräulein eines Abends triumphierend ins Wohnzimmer gestürmt kam und verkündete „Ich hab’s geschafft!“ und uns stolz den Stecker präsentierte. Große Freude auf allen Seiten.
Inzwischen trägt sie keine Ohrringe mehr und möchte auch keine neuen. Ich bin erleichtert.

Februar

Zu Fastnacht hatte das Fräulein Wunder ihren ersten großen Auftritt mit ihrer Jazztanzgruppe im Turnverein. Sie war mächtig aufgeregt und anschließend total stolz.

Auch ich war dieses Jahr mit meinen Mädels an Fastnacht wieder unterwegs. Diesmal nicht direkt am schmutzigen Donnerstag wie bisher in Bürstadt, sondern diesmal zwei Orte weiter. Unser Thema dieses Jahr war „Froschkönig“. Ich bestellte hoch motiviert einen grasgrünen Petticoat im Internet und stellte leider erst hinterher fest, dass dieser aus China kommt und erst ein paar Tage nach der Faschingsveranstaltung geliefert wird.
Also kaufte ich mir grünen Tüll und begann mit der Hand das Ganze irgendwie zusammen zu nähen. Zwei Tage vor der Veranstaltung kam dann doch noch das Paket aus China. Heureka!

frosch

 

Tatsächlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt wieder einmal einige Kilos zugelegt und ich fühlte mich den ganzen Abend extrem unwohl. Deshalb gibt es auch leider kein besseres Bild als nebenstehendes von mir.

Nach diesem Abend entschloss ich mich dazu, wieder etwas für meine Figur zu tun. Es dauerte zwar erst einmal zwei Wochen, bis ich wieder auf dem richtigen Weg war, aber schlussendlich kam ich dann doch bei meinem altbewährten WeightWatchers an.
Seit dem letzten Mal vor etwa 10 Jahren hat sich das Programm komplett verändert, auch wenn es natürlich im Kern gleich geblieben ist: Lebensmittel werden in Punkte kategorisiert und man darf nur eine bestimmt Punktezahl am Tag essen. 10 Kilo sollten es mindestens werden, 15 wären noch besser.

 

 

 

(mehr …)

Gestern hatte ich die Ehre im Zuge der Geburtstagsfeier meiner urältesten Freundin nach Jahren mal wieder eine echte Diskothek von innen zu sehen.

Ich hatte im Vorfeld keine großen Vorstellungen und Erwartungen. Es hieß immer nur, die Location sei ganz eigen aber schön und die Musik sei auch gut.

Der erste Eindruck war dann auch sehr positiv. Viel Raum, eine große Bar, genug Sitz- und Kuschelmöglichkeiten am Rand und eine Tanzfläche, die zu Beginn noch recht spärlich mit zwei tanzenden Frauen gefüllt war und ausnahmsweise nicht wie eine Arena wirkte.

Bei näherer Betrachtung der zwei tanzenden Mitmenschen bekam ich dann auch einen Vorgeschmack auf das Publikum dieses Etablissements und das ließ mich den ganzen Abend über breit grinsen.
Die beiden Damen schätze ich mal so auf Ende vierzig, mit 80er Jahre Dauerwelle, Bootcut-Jeans und ausgelassenen Tanzbewegungen. Die hatten so gar keine Hemmungen vor einer sich langsam füllenden Kulisse so richtig auf Michael Jackson abzugehen.

Je mehr Gäste hereinströmten, desto interessanter und schräger wurde es. Manchmal wusste man gar nicht, wo man zu erst hinsehen sollte. Da waren diese vielen Hausfrauen und Bürofachangestellten Anfang fünfzig mit modischer Kurzhaar-Stachelfrisur, dazwischen die (nur etwas) jüngeren, langhaarigen Highheels-Tussen, dann die übergewichtigen Mittfünfzigerinnen in Leggins und seltsamen Streifenkleidern und meine persönliche Favoritin die Frau, die wahrscheinlich kurz vor den sechzig stand, aber wie zwanzig aussehen wollte, in megakurzen Lederhotpans, über denen ihr Bauch sich in der zu engen weißen Bluse kugelte.
Dabei die Herren in Camp-David Hemden, ebenfalls im gesetzten Alter, die ganz Coolen mit Lesebrille im Ausschnitt ihres Hemdes, meist mit Glatze und extrem fragwürdigem Tanzstil.
Der DJ dann mit halblangen Haaren, Topfschnitt und Leopardensakko.

Das alles wirkte auf mich wie RTL 2 in echt, ihr versteht?

Was sie aber alle einte, war der Spaß an der Musik und der Bewegung. Selten habe ich einen Ort erlebt, an dem so viel Lebensfreude zusammen gekommen ist. Da gab es keine blöde Anmache, da wurde einfach getanzt. Da wurde nicht das „vertrauliche“ Gespräch gesucht, um dann ungeniert betatschen zu können, da wurde zum Fox gebeten. Da wurde gejubelt, wenn das richtig Lied kam und da wurde extrem ausdauernd dieser Flashmop zu „Fantasie Girl“ getanzt, auch nachdem das Lied schon seit mindestens einer halben Stunde vorbei war.

Die Musik war nun nur bedingt meins, was aber die „Show“ drumherum mehr als wett gemacht hat. Ein rundum gelungener Abend, der eigentlich so einmal im Jahr ein Muss sein sollte, und wenn es nur darum geht, sich einen Abend wie im Kino und dabei extrem jung und sexy zu fühlen.

Da mich gerade meine Laufmotivation ziemlich im Stich lässt und ich zudem noch erkältet bin und somit gar nicht laufen könnte, selbst wenn ich wollte, bastle ich mir heute mal meine eigene Motivations- und Erfolgswand.

Nachdem meine Freundin Michi und ich im letzten Jahr beim Frauenlauf in Mannheim gestartet sind, hatten wir Blut geleckt und wollten mehr.
Also starteten wir in diesem Jahr recht früh am 21. März beim 29. Sandhofener Straßenlauf. Es war noch recht frisch, das Wetter die letzten Tage nicht so berauschend. Dafür kam während des Laufs die Sonne heraus und die Strecke, die über zwei Runden à 5 KM hauptsächlich über Feld und am Ende durch ein Wohngebiet führte, war sehr angenehm.
Grundsätzlich ist es bei solchen Läufen so, dass man am Start losläuft und einen dann nach und nach alle schnelleren Läufer überholen.

IMG_2232IMG_2233
_AX_1139

Nach einer gewissen Zeit kommen dann nur noch vereinzelt Läufer von hinten angerannt und um mich herum sind nur noch Teilnehmer, die in etwa meine Geschwindigkeit laufen. Und immer ist einer dabei, der einen Tick schneller läuft als ich. An den hänge ich mich dann dran.
In Sandhofen war es ein Mann, der seine Runtastic-App auf volle Lautstärke gestellt hatte und der mir sozusagen zwischendurch immer wieder einen Zwischenstand lieferte. Zudem hat er ganz furchtbar geröchelt und hatte einen seltsamen Laufstil. Den habe ich versucht immer hinter mir zu halten. Ich weiß nicht, was gegen Ende mit ihm passiert ist, denn beim Zieleinlauf war er nicht mehr da. Und so schnell war ich leider nicht um ihn wirklich abgehängt zu haben. Aber er hat dafür gesorgt, dass ich eine wirklich richtig gute Zeit gelaufen bin. 10 Minuten schneller als in meinen bisherigen Trainings!

LaPrintCertificate

Gesamtteilnehmer 10 km: 593
Platz Gesamtwertung: 543

Gesamtteilnehmer Klasse W40: 56
Platz Klasse W40: 47

Gesamtzeit: 1:04 Stunden
Pace pro KM: 6:40 Minuten

Dann gab es eine längere Pause, bis zur Hitzeschlacht beim 2. Frauenlauf in Mannheim am 3. Juli 2015. Auf dieses Ereignis hatten wir mittwochs im Lauftreff hingearbeitet, hatten dort neue Freundschaften geschlossen und fühlten uns einigermaßen trainiert für die knapp 6 Kilometer.

11229280_862216650512629_5389774519683062798_n IMG_2440 11659439_1436597953332042_884706766170916746_n

Dass es dann fast 40 Grad haben würde, damit hatte im Vorfeld keiner gerechnet und nachdem sich dies dann die letzte Woche vorher abzeichnete, hieß das Motto: einfach loslaufen, durchhalten und unterwegs nicht umkippen.
Die Strecke führte diesmal komplett durch und um den Luisenpark herum. Somit war für recht viel Schatten gesorgt. Außerdem hatte man die Wasserstationen verdoppelt und unterwegs Rasensprenger zur Abkühlung aufgestellt. Wie auch im letzten Jahr funktionierte die Organisation reibungslos. Selbst duschen konnten wir hinterher, trotz über 1.000 Teilnehmerinnen.
Ich möchte hiermit jedem, der gerne läuft oder walkt, diesen Frauenlauf ans Herz legen. Es macht so viel Spaß und ist mehr ein Event denn ein Lauf. Nicht umsonst lautet das offizielle Motto „Laufen wie es mir gefällt“. Hier kommt es nicht auf Zeiten, sondern auf den Spaß an. Und den hat man vorher, während und hinterher.
Tatsächlich haben wir dieses Jahr durch die Teilnahme am Lauftreff und unsere Anmeldung als Engelhorn-Sports-Lauftreff-Gruppe, den Pokal für die größte teilnehmende Gruppe gewonnen. Mit Preisverleihung und allem Zipp und Zapp.

11709315_911126545625054_5393039547553335192_n IMG_2450

certificate1058

Gesamtteilnehmer 6 km: 1044
Platz Gesamtwertung: 329

Gesamtteilnehmer Klasse W40: 392
Platz Klasse W40: 96

Gesamtzeit: 36:33 Stunden
Pace pro KM: 6:10 Minuten
(ca. Angabe, da die Länge der Strecke nicht so ganz eindeutig zu ermitteln ist)

Es folgte der 1. Frauenlauf Ludwigshafen am 4. September 2015. Leider konnte meine Freundin Michi diesmal nicht mitlaufen, da sie im Urlaub weilte. Also habe ich das erste Mal einen Lauf mehr oder weniger alleine bestritten. Wobei auch auf diesen Lauf im Lauftreff hingearbeitet wurde, so dass sich viele Mittwochs-Mädels dort einfanden.
Aber erst einmal hieß es sich anstellen, um sich seine Startnummer und Lauf-Shirt abzuholen. Das hat mir in Mannheim besser gefallen. Da kann man ein paar Tage vorher alle Unterlagen bei Engelhorn-Sports abholen und ist somit vorab gerüstet.

IMG_2501
Der Veranstaltungsort war ziemlich cool, direkt am Rhein, Start und Ziel vor der Bar, viele Zuschauer und Mitläufer. Hier war die größte Herausforderung definitiv die „Schneckennudel-Brücke“ die zur Parkinsel hinüber führt.

image

Auf dem Hinweg ging es noch einigermaßen. Ca. Kilometer 1,5. Aber auf dem Rückweg, etwa Kilometer 4,5, ist das schon wirklich fies. Und dieser Drehwurm von Brücke scheint kein Ende zu nehmen. Aber wie hat meine Lauftrainerin Gaby immer gesagt: „Das mit den Anstiegen ist nur ne Kopfsache.“ Daran muss ich wohl noch arbeiten.
Die Strecke war etwas länger als in Mannheim, die Temperaturen wesentlich angenehmer. Und hinterher gab es noch einen kleinen Sekt mit Maracujasaft und die Siegerehrung mit beleuchtetem Rheinpanorama im Hintergrund. Schöööön. Und auch noch schnell wie der Wind gewesen. Was will man mehr?

certificate457

Gesamtteilnehmer 6,5 km: 616
Platz Gesamtwertung: 248

Gesamtteilnehmer Klasse W40: 226
Platz Klasse W40: 83

Gesamtzeit: 39,20 Stunden
Pace pro KM: 6:00 Minuten

Der letzte Lauf fand dann vor kurzem, am 20. September 2015 statt: Der 21. Mutterstadter Volkslauf. Leider musste ich auch hier kurzfristig alleine starten, weil Michis Sohn krank geworden war. Das empfand ich schon als Herausforderung. Nach Mutterstadt, wo ich noch nie gewesen war, zu einem Lauf, den ich nicht kannte. Aber auch das war dann gar kein Problem. Ich traf auf dem Weg vom Auto zum Veranstaltungsort sogar einen guten Freund meiner Eltern und so war die Wartezeit vor dem Start und bis zur Siegerehrung angefüllt mit Fachsimpeleien.

IMG_2538 IMG_253920-mutterstadter-volkslauf_53555_30449

Auch bei diesem Lauf habe ich wieder jemanden gefunden, der mich ein paar Kilometer mitgezogen hat. Die Frau und ich liefen bestimmt zwei bis drei Kilometer zusammen, wobei ich immer den Eindruck hatte, sie macht das ganz locker und ich keuche aus dem letzten Loch. Aber dann, ganz plötzlich, blieb sie stehen und ich lief weiter. Später trafen wir uns bei der Getränkeausgabe und sie bedankte sich fürs Mitziehen und erklärte, sie habe Seitenstechen gehabt und hätte das Tempo nicht mehr mitlaufen können. Wie man sich doch manchmal täuscht.
Die 10 Kilometer waren toll. Zwei Runden durch den Mutterstadter Wald, die Sonne kam später noch heraus und es regnete, trotz meiner Befürchtungen, nicht. Meine Zeit war auch prima. Eine ganze Minute schneller als in Sandhofen zu Beginn der Saison. Wenn ich jetzt noch die Zeiten vom 6 Kilometer-Lauf auf einen 10 Kilometer-Lauf übertragen könnte, wäre ich der King.

Bildschirmfoto 2015-10-03 um 09.11.00

Gesamtteilnehmer 10 km: 338
Platz Gesamtwertung: 307

Gesamtteilnehmer Klasse W40: 23
Platz Klasse W40: 14 (das klingt doch cool, oder :D)

Gesamtzeit: 1:03 Stunden
Pace pro KM: 6:30 Minute

In diesem Jahr stehen noch zwei 10 Kilometer-Läufe in Maxdorf und Feudenheim an. Auf letzteren arbeitet gerade der Lauftreff hin, sodass wir auch dort sicherlich wieder mit mehreren Mädels starten. Wenn alles läuft wie geplant, haben Michi und ich damit erfolgreich am Engelhorn-Cup teilgenommen. Das wäre doch mal was.

Ich glaube, ich bin jetzt schon viel motivierter.

Übermorgen ist schon wieder Lauftreff und da ich mir immer vornehme, danach darüber zu bloggen und es dann nicht geregelt kriege, mache ich das jetzt eben vorher.

Ich muss gestehen, dass ich mir am Anfang auch nicht so genau vorstellen konnte, wie so ein Lauftreff funktioniert. Klar war nur, wenn man an fünf der acht Treffen teilnimmt, bekommt man einen 25 Euro Einkaufsgutschein von Engelhorn, was auf jeden Fall ein großer Anreiz war dort mitzumachen.
Außerdem sollten diese Treffen eine gute Vorbereitung auf den Frauenlauf Anfang Juli sein. Ich würde also bis dahin ganz sicher einmal die Woche Laufen.
Organisiert wird das Ganze von Engelhorn-Sports. Die acht Trainer arbeiten zum Großteil auch dort in der Laufabteilung (ich weiß also schon, bei wem ich meine nächsten Laufschuhe kaufen werde).

Das erste Treffen war extrem spannend für mich. Wir trafen uns im unteren Luisenpark und ich hatte Befürchtungen, dass da nur hübsche, trainierte Supersportlerinnen dabei sein würden, aber weit gefehlt. Von alt bis jung, von dick bis dünn, von Anfänger bis Fortgeschrittene ist dort alles vertreten.
Wir wurden in Gruppen eingeteilt, je nachdem wie man sich angemeldet hatte: „Ich laufe selten“, „Ich laufe gelegentlich“ und „Ich bin regelmäßig auf der Laufstrecke anzutreffen.“ Ich bin froh, dass ich mich auf anraten meiner Freundin für die mittlere Kategorie entschieden habe. Denn das entspricht wunderbar meinem Laufniveau.

Die Organisatoren verrieten uns dann auch, dass sie eigentlich mit einer Teilnehmerzahl von etwa 30 gerechnet hatten, schlussendlich wurden sie aber mit Anmeldungen förmlich überrannt und so hatten sich über 125 Mädels angemeldet. Die mittlere Gruppe umfasst die meisten Teilnehmerinnen mit schätzungsweise 60 bis 70 Frauen.
Wir begannen mit Warm-Up Übungen, die auch ein wenig Kraft erforderten und machten weiter mit einem Lauf-ABC, bei dem man eine festgelegte Strecke entlang hüpft (mal Knie oben, mal Bein ausgestreckt, mal Füße angezogen – den Ablauf beim Laufen sozusagen in kleinste Bewegungsabläufe zerteilt).
Danach ging es dann an den sogenannten „Dauerlauf“. Ich finde es bis heute irgendwie cool, dass die Trainer bei diesem antiquierten Begriff bleiben wo doch heute gerade beim Sport alles amerikanisiert wird.
20 Minuten Dauerlauf also und ich stellte befriedigt fest, dass ich im vorderen Drittel mit- bzw. hinterherlaufen konnte.

Die Woche darauf wurde die mittelschnelle Gruppe weiter aufgeteilt in langsam und schnell. Ohne groß darüber nachzudenken gesellte ich mich zu den schnellen Läuferinnen, von denen es dann gar nicht so viele waren. Vielleicht 10 oder 15. Und die waren dann echt schnell. Ich hechelte hinterher und dachte mir die ersten beiden Kilometer eigentlich nur, warum ich so doof gewesen war und mich so maßlos überschätzt hatte.
Dann gesellte sich unsere Trainerin Gaby zu mir und gemeinsam liefen wir die restlichen zwei Kilometer.
Am Anfang fand ich das ziemlich unangenehm. Mir hing echt die Zunge aus dem Hals und trotzdem konnte ich die vorderen Läuferinnen kaum noch sehen, während Gaby neben mir her joggte und fröhlich plappernd ein paar Tipps gab. Und das nicht nur mir, sondern jeder Läuferin, die uns unterwegs begegnete. Woher die Frau die Luft dazu hat, kann ich bis heute nicht verstehen.
Jedenfalls spornte Gaby mich zu absoluten Höchstleistungen an. So schnell war ich in meinem ganzen Leben noch nicht. Aber auch noch nie so ausgepowert.

Die Woche darauf war ich mir demnach ziemlich unsicher, ob ich wieder in dieser Gruppe mitlaufen sollte. Zumal ich den ganzen Tag mit den Kindern im Karlsruher Zoo umhergewandert war und meine Beine sich entsprechend schwer anfühlten.
Als ich dann aber zum Treffen kam erfuhr ich, dass man die Gruppen erneut neu aufgeteilt hatte. Diesmal nach Laufzeiten. Minuten pro Kilometer. Gaby übernahm die Gruppe zwischen 6.00 und 6.20. Und nun? 6.20 war bisher mein Renntempo. Von einer 6.00 träumte ich eigentlich nur. Andererseits mag ich Gaby wirklich gerne, weil sie so natürlich ist und einem wirklich ganz tolle Tipps gibt und aufbaut.
Ich entschloss mich also, es dann doch mit Gabys Gruppe zu versuchen. Diesmal waren wir nur fünf Mädels, sicherlich aber auch bedingt durch die Pfingstferien.
Wir begannen auch diesmal mit einem Warm-Up, diesmal aber jede Gruppe für sich. Es ging dabei um Stretching und Balance. Ich wusste gar nicht, wie schwer es ist eine Waage zu machen und dabei das Becken nicht zu drehen.
Danach folgten ein paar Laufübungen. Die Aschebahn unterhalb des Fernsehturms, wo wir uns mittlerweile immer treffen, hat eine Böschung auf der oben Bäume stehen. Diese passierten wir im Slalom, immer schön rauf und runter, am Ende noch eine Treppe hoch und dann gemächlich auf der Bahn zurück zum Ausgangspunkt. Danach wieder ein wenig Hüpftraining und abschließend ein paar Sprints. Dann kam der Dauerlauf. (Falls ihr jetzt denkt „Puh!“ habt ihr vollkommen recht).
Ich hatte diesmal Glück, dass zwei Mädels, die letztes Mal nicht dabei waren, mit uns liefen und noch langsamer waren also ich. Ich schätze mal, dass sie diese Woche die Gruppe wechseln werden, dann bin ich wieder die langsamste von der schnellen Mittleren-Gruppe. Aber das macht nix. Ich bin nämlich diesmal tatsächlich ganz knapp an der 6.00 vorbei geschrammt. Und ja, auch diesmal war ich fertig wie Hölle, aber stolz wie Bolle.

Ich freue mich auf jeden Fall auf diese Woche, einfach weil es Spaß macht und weil auch bereits Erfolge zu sehen sind. Ich wünschte, der Lauftreff würde bestehen bleiben, aber leider ist nach acht Mal Schluss.

Wer nun mal schauen will, wie das Ganze in Bildern aussieht, kann hier und hier mal vorbei schauen. Ab und an bin ich tatsächlich großformatig getroffen.

  • In der letzten Woche haben wir gleich zwei Mal Urlaub gebucht. Grundsätzlich mag ich das Planen von Urlauben nicht. Es macht mir keinen Spaß mich durch das WorldWideWeb zu wühlen oder Kataloge zu wälzen um nach dem für uns passenden Angebot zu schauen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich vorher gar nicht genau sagen kann, was ich wirklich will.
    Und so übernimmt der tolle Mann meist die undankbare Aufgabe, verbringt Abende und Nächte damit geeignete Angebote zu sichten und sie mir dann zu präsentieren. Und meist ist mir dann irgendein Aspekt des Ganzen nicht genehm. Der hat es also auch nicht gerade leicht mit mir.
    Und dennoch: Für dieses Jahr haben wir urlaubsmäßig richtig toll zugeschlagen. Nach Fastnacht fahren wir mit den Kindern in den Thüringer Wald in ein Hotel mitten im Schnee (hoffentlich) und einem Schwimmbad und leckerer Halbpension und hoffentlich ganz viel Erholung und Familienplüsch.
    Im Sommer hingegen besteigen wir das erste Mal als Familie ein Flugzeug. Nach etlichem Hin und Her und der Feststellung, dass zwei von drei Reisebüros, die wir zur Planungsunterstützung herangezogen haben, unseren doch eher geringen Ansprüchen nicht gerecht wurden, haben wir 10 Tage Andalusien gebucht. In einem Family-Club-Hotel mit AllInclusiv (Alkohol erst ab 10.30 Uhr, ich hoffe, wir überleben das), Poollandschaft, Poolbar, Kinderbetreuung, Sandstrand vor der Tür und Sevilla und Gibraltar in Reichweite. Ich freu mich wie ein Schnitzel. Denn warum auch immer, ist so eine Pauschal-Flugreise ein noch unerfüllter Traum von mir. Ich bin demnach schwer gespannt.
  • Bereits Anfang Januar habe ich wieder mit meinem Shred-Programm begonnen. Nachdem ich im Dezember nur noch gefuttert und nix mehr sportmäßig getan habe (am letzten Abend tatsächlich eine ganze Tafel Schokolade, das habe ich, glaube ich, schon seit Jahren nicht mehr gegessen), war das dringend nötig.
    Heute morgen habe ich den 3. Tag von Level 3 absolviert und bin erschüttert, wie brutal dieses Level ist. Irgendwie hatte ich das vergessen (oder verdrängt). Das ist also nur hinterher schön. Währenddessen stöhne und schnaufe ich, leide Schmerzen und schwitze mehr, als in den beiden vorangegangenen Leveln zusammen.
    Verblüfft hat mich, dass ich diese eine spezielle Übung (deren englischen Namen ich natürlich nicht weiß), bei der man sich im Liegestütz auf seine Hanteln stützt und dann abwechselnd erst die Hantel und dann das Bein hebt, bei meinem ersten Trainingsdurchgang im September nie geschafft habe und sie heute, ich möchte fast sagend spielend, bis zum Schluss durchhalte. Wo auch immer diese Muskeln in meinem Allerwertesten herkommen mögen: Herzlich Willkommen.
    Und wie schon das letzte Mal bin ich absolut begeistert, was dieses Training mit meinem Körper macht. Ich habe mich diesmal nicht gemessen. Ich schätze, weil es mich zu sehr deprimiert hätte nach der Fresserei im Dezember festzustellen, wie sehr ich mir meinen Körper „verhunzt“ habe. Aber ich habe ja Augen und einen Spiegel und das alleine ist diesmal absolut ausreichend.
    Ich spiele sogar ernsthaft mit dem Gedanken, mir für den Sommerurlaub einen (oder mehrere) Bikini zu kaufen. Heftig, ich weiß.
  • Die Kinder sind in letzter Zeit extrem ausgeglichen und lieb zu einander. Mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn sie gemeinsam spielen. Meist kommt das Fräulein Wunder vom Kindergarten nach Hause und fragt dann Miss Allerliebst „Wollen wir Pferde/Eiskönigin/Autos/Fillys/Lego spielen“ und von Miss Allerliebst kommt dieses wie selbstverständliche „Jaha“ und dann sind die zwei für eine gute Stunde beschäftigt und man hört keinen Mucks. Eine Phase, ich weiß, aber eine gute. Die muss man ja auch mal erwähnen.
  • Der tolle Mann weilt dieses Wochenende auf der „Erlebnis Motorrad Messe“ und so gestalten wir drei Mädels unsere Tage alleine. Freitag waren wir Schwimmen. Es ist so schön zu sehen, wie sehr die beiden das Wasser lieben. Durch die Schwimmflügel habe ich auch keine Bedenken mit beiden im Wasser zu sein. Sie hüpfen und schwimmen und lassen sich treiben und genießen einfach die Schwerelosigkeit. Gegen Ende haben wir dann gemeinsam die Wasserrutsche entdeckt und ab da gab es kein Halten mehr.
    Am Anfang bin ich noch mit Miss Allerliebst auf dem Schoß gerutscht, aber irgendwann erklärte sie dann sie sei ja ein „großes Mädsen“ und könne jetzt alleine rutschen. So cool! Ich saß also dann irgendwann nur noch unten am Beckenrand und wartete darauf, dass die beiden unversehrt von der Rutsche wieder ausgespuckt wurden. Es folgten unzählige Ermahnungen auf dem nassen Schwimmbadboden nicht zu rennen (die tatsächlich nach dem 100.000 Mal und etlichen beinahe-Ausrutschern Wirkung zeigten), bevor sie wie der Blitz die Treppe rauf huschten um sich erneut in die Tiefe zu stürzen.
    Miss Allerliebst hörte man immer schon von weitem, weil sie freudig vor sich hin schrie, das Fräulein Wunder machte das eher würdevoll leise. Aber wie sie da so Hand in Hand davon dackelten war wirklich herzerwärmend.
  • Miss Allerliebst hat sich indes angewöhnt, sich unter der Woche, wenn das Fräulein Wunder im Kindergarten weilt, so ab elf in ihr Kinderzimmer zurückzuziehen. Nicht selten verkriecht sie sich nach einer Weile mit einem guten Hörspiel in ihr Bett und schläft dabei ein, aber manchmal verbringt sie auch einfach nur zwei Stunden spielend (was auch immer sie dann tut, ich bin ja nicht dabei) und wenn ich nicht ab und an nach ihr sehen würde könnte man meinen, sie sei gar nicht da. Ein Traum!
    Das Fräulein Wunder wurde hochoffiziell zu ihrer ersten Kinderfreizeit über Ostern eingeladen. Drei Übernachtungen in einer Jugendherberge mit täglichem Programm und Ausflügen. Noch ist ihr das alles zu viel und zu lang und zu unheimlich, aber alleine, dass sie persönlich mit einer handgeschriebenen Karte eingeladen wurde, macht sie stolz wie Oskar. Und mich auch. Hi,hi.
  • Auch wenn ich es auf Facebook bereits kundgetan habe, möchte ich doch nicht versäumen auch hier darauf hin zu weisen, dass der tolle Mann mich zu der Kinovorstellung der Backstreet Boys Dokumentation „Show ‚em what you’re made of“ begleiten wird.
    Am Anfang dachte ich ja, es wäre ein Scherz als er meinte, er würde mitkommen (weil ich vorher etwas rumgepienst hatte, dass ich wahrscheinlich niemanden finden würde, der sich das mit mir ansehen möchte, da die Freundinnen, die bei dem Thema ähnlich verrückt sind wie ich, zu weit weg wohnen). Aber inzwischen hat er mich davon überzeugt, dass er nicht etwa deshalb mitgeht, um sich über das alles lustig zu machen, sondern um diesen ganzen Hype und damit auch mich etwas besser verstehen zu können (wird er wahrscheinlich nicht, aber die Geste zählt :D). Ich weiß nur noch nicht, wie ich das verkraften soll, wenn AJ auf der großen Leinwand vor mir erscheint, ich ihn anschmachten will und mir dann klar wird, dass mein Mann neben mir sitzt. Es wird auf jeden Fall für uns beide eine ganz neue Erfahrung.
  • Wir bangen immer noch um den Kindergartenplatz ab April für Miss Allerliebst. Im Moment herrscht akuter Personalmangel in der Einrichtung und somit wird es wohl schwierig werden, die Miss noch unterzubringen. Leider. Oder auch nicht, wie man es nimmt. Ich bekomme dadurch die Gelegenheit, noch etwas länger zu Hause zu bleiben, was ich (so mal ganz im Vertrauen ;)) nicht das schlechteste finde.
    Eine Mail an die Agentur für Arbeit zwecks Termin, weil ja dann auch meine Elternzeit enden würde und ich auf Jobsuche gehen muss, blieb bisher unbeantwortet. Fängt ja schonmal gut an. Das ist noch so ein Thema, das mir etwas im Magen drückt und das ich unbedingt angehen muss.
  • In dieser Woche haben wir das Fräulein Wunder offiziell in der Schule angemeldet. Mich beschleicht dabei immer so ein gemischtes Gefühl. Auf der einen Seite ist es großartig zu sehen, wie groß und selbstständig das Fräulein bereits ist. Sie traut sich inzwischen so viel zu und ist sowas von bereit die nächste Stufe zu erklimmen und ein richtiges Schulkind zu werden. Für sie ist es definitiv eine gute Sache in die Schule zu kommen.
    Aber gleichzeitig ist da eben dieses Gefühl des Loslassen (müssen) und damit natürlich auch wieder ein Stückchen weniger Beschützenkönnen. Noch dazu verkompliziert so ein Schulbesuch natürlich auch die Freizeitgestaltung. Ich schrieb ja bereits über meine Bedenken.
    Gott sei Dank bin ich ja so ein Mensch, der Dinge ganz gut auf sich zukommen lassen kann. Zumindest das Thema Schule bereitet mit (noch) keine schlaflosen Nächte.

Hach, einmal angefangen fallen mir so viele Dinge ein, die kürzlich passiert sind. Ich hoffe, ihr seid vor Langeweile noch nicht eingeschlafen.

  • Am Mittwoch zum Beispiel, waren die Mädels wie immer im Chor. Von halb drei bis drei singen die Kindergartenkinder, danach eine halbe Stunde die Grundschulkinder und anschließend findet bis fünf ein Kindernachmittag statt. Da wird dann gebastelt oder gespielt oder sonstige, tolle Sachen gemacht. Das Fräulein Wunder hatte sich schon ein paar Mal überlegt, dass sie da gerne hingehen möchte, aber das würde dann bedeuteten, dass sie noch eine halbe Stunde (ohne Schwester oder Mama) singen und danach auch noch alleine zu diesem Kindernachmittag muss. Bisher schreckte sie davor noch zurück.
    Diesen Mittwoch verkündete sie dann nach der halben Stunde Singen, sie würde jetzt dann doch noch bleiben, mit den Großen weitersingen und anschließend in den Kindernachmittag gehen. Ich war total verblüfft, erklärte ihr, wie cool das sei und wie toll ich das fände, hakte aber noch einmal nach, ob ihr bewusst sei, dass ich jetzt mit Miss Allerliebst nach Hause müsse, weil ich zur Arbeit muss. Ja, ja, alles kein Problem. Und dann schob sie noch nach „Die machen nämlich heute im Kindernachmittag Pizza!“ und grinste von einem Ohr zum Anderen. Hach, das ist meine Tochter! Essen zieht einfach immer.
  • Abschließend hier noch der Zwischenstand von unserem Anbau: Wir haben eine neue Decke in der Küche, alle Wände und Decken sind verputzt, die Elektrik ist installiert (bis auf den einen Rolladen, der nachgeliefert wurde und die Dunstabzugshaube, die irgendwann aus Versehen abgeklemmt wurde), die Fußbodenheizung funktioniert inzwischen perfekt und letzte Woche wurde auch die Decke außen über der Treppe in den Garten gedämmt, damit endlich der Boden im Schlafzimmer oben abtrocknen kann.
    Jetzt fehlen also noch die Böden und die Türen. Nächste Woche werden noch ein paar Reste verputzt, die Böden kommen (hoffentlich) nach unserem Urlaub und dann können wir Mitte März (da hat der tolle Mann dafür Urlaub genommen) alles verputzen (Dekorputz), streichen und umräumen.
    Mittlerweile ist die Behelfslösung so sehr Alltag geworden, dass es mir ganz normal vorkommt. Ich schätze, an den vielen Platz, den wir am Ende im Wohnzimmer wieder haben werden, muss ich mich dann erst wieder gewöhnen. Und ich freue mich tatsächlich darauf, am Ende alles endlich wieder richtig zu putzen und nicht mehr diesen feinen Staub überall zu haben.
    Ein Ende ist also in Sicht. Halleluja.

Das hier ereignete sich bereits am Dienstag, aber ich bin leider erst heute dazu gekommen, es aufzuschreiben.

Das Fräulein Wunder hatte einen Termin beim Arzt, was mich morgens immer etwas unter Druck setzt. Aufstehen, Anziehen, Frühstücken, Zähneputzen, das alles dauert sowieso immer schon eeeeeewig, aber diesmal kam es mir noch länger vor. Und natürlich wurde auf meine Aufforderungen und Fragen Null Komma Null reagiert.
So kam es, dass ich irgendwann wutentbrannt des Fräuleins hingebungsvoll gebautes Lego vom Vortag mit lautem Gezeter packte und mit Schwung in die Lego-Box beförderte, wobei natürlich alles kaputt ging (absichtlich). Nicht wirklich eine meiner Glanzleistungen, das war mir sofort klar, und ich schämte mich danach auch ganz furchtbar. Ich entschuldigte mich etwas später und versuchte den Morgen noch so gut wie es ging zu retten, aber das Fräulein weinte natürlich bitterlich und erklärte wiederholt, ich sei doof und blöd und überhaupt kaum zu ertragen. Miss Allerliebst war auch nur durch gutes, mehrmaliges Zureden dazu zu bringen, sich anzuziehen und so fühlte ich mich bereits müde und erschöpft, als ich die Miss bei meinen Eltern ablieferte.

Nach dem disaströsen Start dieses Tages hatte ich eigentlich nicht mehr damit gerechnet, dass daraus noch etwas Gutes werden könnte.

Wir fuhren also ins Krankenhaus zur Vorbesprechung des OP-Termins des Fräulein Wunders, bei der die Drähte in ihrem Arm entfernt werden sollen. Bis wir dort ankamen, war der Vorfall vom Morgen Gott sei Dank vergeben und vergessen. Das Fräulein Wunder war nämlich viel zu nervös. Ich erklärte ihr zwar noch gefühlte 100 Mal, dass sich der Arzt heute lediglich ihren Arm noch einmal ansehen und wahrscheinlich noch eine Röntgenaufnahme folgen würde, aber so ganz glaubte sie mir wohl nicht. Zu frisch waren noch die Erinnerungen an den Sturz und den anschließenden Krankenhausaufenthalt.
Doch der Arzt und die Arzthelferinnen waren alle so nett und da gab es ja so viel zu spielen, dass die Ängste schnell vergessen waren. Für Untersuchung und Röntgen benötigten wir etwa eineinhalb Stunden, die wie im Flug vergingen. Mit einem OP-Termin bereits für die nächste Woche (ich hatte eigentlich mit irgendwas Ende Februar, Anfang März gerechnet) verließen wir schließlich um elf die Praxis. Zu spät um das Fräulein noch in den Kindergarten zu bringen.

Also beschlossen wir, dass wir in die Stadt fahren und endlich ihre Milchzahndose aussuchen würden. Gesagt. Getan. In unserem Lieblingsspielzeugladen wurden wir schnell fündig. Leider entschied sich das Fräulein Wunder für eine nicht ganz so hübsche Metalldose von Lillifee. Ich hätte ja diese wunderschönen Holzdosen … uhm … naja.
Danach war Kaffeetrinken angesagt bzw. für mich gab es einen Chai-Tea-Latte und für das Fräulein einen Kindercapuccino (Milchschaum mit Kakaopulver oben drauf). Wie wir da so auf dem Sofa saßen, an unseren heißen Getränken nippten und uns unterhielten, durchrieselte es mich so richtig wohlig. Da waren wir. Meine große Tochter und ich in trauter Zweisamkeit. Hat man ja leider auch nicht so oft. Als hätte das Fräulein meine Gedanken erraten schmiegte sie sich plötzlich an mich und meinte ganz leise. „Jetzt sind wir hier, nur wir beide. Das ist toll, oder? Nur wir zwei.“ Hach!
Anschließend gingen wir noch eine Kleinigkeit essen. Alles war so richtig entspannt und gemütlich. Ohne Hektik, ohne, dass ich von irgendetwas abgelenkt war. Es war einfach herrlich. Sollten wir definitiv öfter machen.

Danach fuhren wir schnell nach Hause, zogen uns um und fuhren dann gleich weiter nach Heddesheim um mit den Käfern Schlittschuh zu laufen. Ich war bestimmt vor bald 20 Jahren das letzte Mal auf Schlittschuhen gestanden, das Fräulein Wunder noch nie, aber sie freute sich wie blöd darauf. Denn die Eiskönigin läuft ja schließlich auch Schlittschuh!
Und sie hat das absolut prima gemacht. Mit taten nach einer Stunde die Füße so dermaßen weh, dass ich aus den Schlittschuhen raus musste, aber bis dahin war das Fräulein Wunder schon so sicher mit ihrem Pinguin unterwegs, dass sie mich gar nicht mehr brauchte.

Schlittschuh

Nebenbei kam ich dann auch noch dazu, die neusten Neuigkeiten mit meinen Käfer-Mamas auszutauschen. Der Nachmittag endete mit einem Süßigkeitengelage in dem kleinen Aufwärm-Raum. Das müssen wir unbedingt noch einmal machen. Das Fräulein Wunder war jedenfalls hin und weg und über zwei Stunden ununterbrochen auf dem Eis.

Doch irgendwann ging auch der Nachmittag zu Ende und wir machten uns auf den Heimweg. Zu Hause trafen wir bereits den tollen Mann an, der fragte, wann denn dieses „Schul-Ding“ eigentlich sei, woraufhin mir siedendheiß einfiel, dass auch noch der Info-Abend in der Schule für die Eltern der Schulanfänger heute stattfinden sollte. Also nichts wie zu meinen Eltern, Miss Allerliebst abgeholt und meinem Vater erklären, dass er heute Abend auch noch Babysitten muss.
Nach einem kurzen Abendbrot war dann auch schon Aufbruch angesagt.

Der Info-Abend war wirklich interessant. Zudem macht es das ganze so viel realer. Mein Kind wird noch dieses Jahr in die Schule gehen! Nichts mehr mit spontanen Mittagen in der Stadt, nix mit „mal eben zu Hause bleiben damit Mama ausschlafen kann“. Stattdessen Hausaufgaben und wieder ein Schritt weg vom Kleinkind hin zum selbstständigen Kind, das die Eltern nur noch sporadisch braucht. Hmpf.

Als wir nach Hause kamen, waren die Kinder bereits eingeschlafen und so saßen wir noch bis Mitternacht mit meinem Vater zusammen, tranken, redeten und lauschten seinen Anekdoten „von früher“.
Ich war schlagkaputt und fiel schließlich totmüde ins Bett.
Keine zehn Minuten später stand das Fräulein Wunder an meinem Bett. Also wieder raus, das Fräulein wieder ins Bett gebracht, nochmal eingecremt und eine gute Nacht gewünscht. Und dann schlief ich wie ein Stein bis zum nächsten Morgen.