Hier ist es in letzter Zeit sehr still geworden. Meine allgemeine Herbst-/Winterlustlosigkeit trägt sicherlich dazu bei. Aber zum weit größeren Teil (glaube ich), die Verbindung dieses Blogs mit Facebook. Was Facebook mit diesem Blog zu tun hat? Tja, irgendwann habe ich es mal so eingestellt, dass jeder Blogbeitrag automatisch auf meiner Facebookseite verlinkt wird. Ich fand es toll, dass nun gleichzeitig alle meine Freunde sehen können, dass es etwas neues zu lesen gibt. Und es ist wohl auch einfacher ein „Gefällt mir“ Button zu klicken, als einen Kommentar zu hinterlassen. Ich bekam also Leser und Bestätigung. Das war für eine gewisse Zeit eine tolle Angelegenheit.

Aber je mehr „Freunde“ man auf Facebook hat, desto mehr Menschen „finden“ einen auch, denen man vielleicht nicht direkt die privatesten Dinge auf die Nase binden will. Zumindest nicht in voller Ausführlichkeit. Trotzdem möchte ich mit ihnen auf Facebook „befreundet“ sein, weil sie womöglich in irgendeiner Form zu einer anderen Community gehören oder weil es nett ist, auch von ihrem Leben zu erfahren oder, oder, oder. Für so etwas gibt es ja Millionen (nicht immer nachzuvollziehende) Gründe.
Ich weiß, eigentlich ist das schizophren, denn wenn ich hier auf meinem Blog einen Beitrag online stelle, dann ist das ja auch öffentlich und jeder kann es lesen. Theoretisch.
Praktisch wusste ich bisher in Etwa, wer von den Menschen, die ich persönlich kenne, das wirklich liest. Und sie können dies auch nur, weil sie irgendwann einmal von mir einen Link bekommen haben oder ich sie förmlich angebettelt habe, mal vorbei zu schauen. Das sind die Menschen, denen ich auch bei einem Bierchen von meinem Leben, meinen Gedanken, Sorgen und Befürchtungen erzählen würde.
Und dann sind da noch die ganz, ganz wenigen mir persönlich unbekannten Leser, die mir jederzeit herzlich willkommen sind und über deren Kommentare ich mich immer freue wie ein Schnitzel. Aber diese Menschen kennen mich eben nicht im realen Leben. Da ist es mir nicht (so) wichtig, was sie im Allgemeinen von mir denken. Ja, schizophren, ich weiß.

Die Konsequenz sieht also so aus, dass ich die automatische Verlinkung zu Facebook nach diesem Beitrag aufheben werde (obwohl das danach ja auch wieder bekloppt ist. Ich habe aber einfach Angst, dass mich sonst gar keiner mehr liest. Und wer sich die Mühe macht, hier ab und an mal vorbei zu schauen, der darf wohl auch lesen, was hier steht). Ich habe keine Ahnung, ob mich das irgendwie weiter bringt, aber vielleicht entspannt es mich ein wenig. Für meine wenigen, regelmäßigen Leser da draußen bedeutet dies also, dass sie wieder selbstständig nachschauen müssen, ob es etwas neues hier zu lesen gibt. Und für mich, dass ich wieder damit leben muss, dass nur noch halb so viele Menschen meinen Blog lesen (wenn überhaupt), dass ich keine Ahnung habe, wer hier gelesen hat und was er davon hält (was mir schwer fällt).

Notfalls werde ich wohl umziehen müssen.

Mit dem Blog natürlich ;).

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