Wer kennt ihn nicht: Den Schmachtfetzen schlechthin. Die Mutter aller Tanzfilme. Den sich alle Mädels Ende der Achtziger und auch noch Jahre danach immer wieder und wieder angesehen haben: Dirty Dancing.
Wir fieberten mit Baby mit. Wir schmachteten Johnny an. Wir lernten Mambo zu tanzen und die Hüften zu schwingen. Und wir konnten jeden Satz auswendig mitsprechen.
Und wenn man ganz genau hinhört, vernimmt man ihn gerade jetzt im Sommer immer wieder – Den legendäre Satz „Ich habe eine Wassermelone getragen.“

Als Mutter von zwei Töchtern ist es mir natürlich ein Anliegen, diesen Teil meiner Mädchenkultur weiterzugeben. Sozusagen ein Initiationsritus zur Vorpubertät (in der das Fräulein Wunder schon voll drinsteckt, aber das nur am Rande). Den kleinen Monstern ein wenig romantische Bildung näherbringen, auf dass sie vielleicht demnächst auch Hüftschwingend und „I’ve had the time of my life“ schmetternd mit mir durchs Wohnzimmer tanzen.

Also erklärte ich Ihnen, dass es da einen gaaaanz tollen Film gäbe, den ich das erste Mal gesehen hätte, als ich jung war und den ich unbedingt mit ihnen anschauen will. Es wäre ein Mädchenfilm. Noch besser, sogar ein Tanzfilm! Immerhin stehen sie auf die Eiskönigin und Trolls. Tanzen und Singen sollte also nicht ganz so verkehrt sein.
Um der berechtigten Skepsis meiner Kinder entgegenzuwirken (denn sind wir mal ehrlich, wenn unsere Mütter heute kämen und würden sagen, sie möchten mit uns unbedingt einen Film aus ihrer Jugend ansehen, der ja sooooo toll sei, wären wir anfangs auch erstmal skeptisch, oder?), schauten wir uns erst einmal den Trailer an.
Erster großer Fehler. Ich hätte mich vorher informieren sollen. Denn leider war dieser Trailer der schlechteste seit Menschengedenken. So schlecht, dass selbst ich mir kurz überlegte, ob ich den Film überhaupt sehen will.

Der vernichtende Satz des Fräulein Wunders war dann auch „Mama, du bist so altmodisch!“
(Kurzer Exkurs: Ich bin tatsächlich lieber altmodisch als uncool, obwohl ich nicht genau weiß, ob dazwischen überhaupt ein Unterschied besteht.)

Ich versuchte also zu retten, was zu retten war. Wie, ihr wollt den Film nicht sehen? Aber daraus stammt doch der legendäre Satz „Ich habe eine Wassermelone getragen.“ Den habt ihr doch bestimmt schon ganz oft irgendwo gehört. Oder? ODER?

Öhm … nun ja … den Gesichtern meiner Kinder konnte man ablesen, dass sie gerade überlegen, in welche Klapse sie mich einweisen sollen. Wassermelone? Schon klar.

Ich erklärte ihnen also, dass so gut wie jede Frau diesen Film schon mal gesehen hat und dass, egal wen sie fragen würden, jede diesen Satz kennt.

Natürlich hielten sie das, wenn nicht gerade für gelogen, dann zumindest für eine riesengroße Übertreibung. Hätte ich an ihrer Stelle womöglich auch.

Als wir also das nächste Mal mit ein paar Müttern und Kindern irgendwo zusammenstanden (das ergibt sich auch heute noch ab und zu, was sehr schön ist), lies ich einfach mal den Satz fallen „Ach übrigens, ich habe vorhin eine Wassermelone getragen.“ Und sofort schallte mir ein einstimmiges, jubelndes „DIRTY DAAAANCING!“ entgegen.

Ich sag mal so … meine Kinder denken nun womöglich, ich könnte übers Wasser gehen. Und ich werde sie natürlich nicht korrigieren.

Ab da löcherten sie mich ständig, was denn nun dieser Satz zu bedeuten hätte. Eine Wassermelone getragen. Das macht man ja schon mal wenn man einkaufen war. Was, die waren nicht einkaufen? Okay. Hm. Ist das dann ein Code für irgendwas? So, wie Spione sich unterhalten? Nein? Auch nicht? Aber warum sagt die das dann Mama?

Spiel, Satz und Sieg. Ha!

Wir einigten uns also darauf, dass wir den Film bis zu dem legendären Melonensatz gucken würden und wenn er ihnen dann immer noch zu altmodisch wäre, könnten wir ihn immer noch aus machen. Was, wie ich mir sicher war, nicht passieren würde, denn bis dahin wären sie schon so tief drin in dieser herzzerreißenden Story, dass sie ihn unbedingt zu Ende sehen wollen würden.

Letztes Wochenende war es dann so weit. Der tolle Mann verbrachte mit Freunden ein Männerwochenende im Odenwald (obwohl er sagte, er würde sich den Film sogar mit angucken) und wir Mädels kuschelten uns mit Brause und Knabberzeug auf die Couch.

Am Anfang wies ich darauf hin, dass der Film in einer Zeit spielt, in der es weder Handys noch Computer gegeben hat. „Aber Kameras hatten die schon, Mama, gell? Denn sonst hätten die den Film ja nicht drehen können.“ Mein Kind. So blitzgescheit.

Den ersten Auftritt von Johnny nahmen die Mädels vollkommen gelassen hin, während ich laut seufzte und ihn anschmachtete. Gott, war der da noch jung!! Dann fiel mir ein, dass Patrick Swayze auch schon seit einer Weile tot ist. Was mich wiederum traurig machte und noch nostalgischer werden ließ.

Dann die besagte Szene, als Billy mit den drei riesigen Wassermelonen auftaucht. Baby überredet ihn, sie mit zu der Party der Hotelangestellten zu nehmen und hilft ihm dafür mit den Melonen. Sie steigen die Treppe hinauf und kommen in diesen riesigen, stickigen Partyraum, in dem bereits wie wild getanzt wird.
„Uaah, das ist ja eklig!“ höre ich es zu meiner Rechten vom Fräulein Wunder. „Ja, voll eklig!“ bestätigt Miss Allerliebst mit gerümpfter Nase zu meiner Linken.
„Aber die tanzen doch total toll,“ sage ich, weiß aber natürlich, was sie meinen. Für die Kinder ist dieser Tanz wie Sex mit Klamotten an. Sie halten sich also die Augen zu oder machen Würgegeräusche, während Baby den Raum durchquert und sich an den Rand der Tanzfläche stellt.

Auftritt von Johnny und Penny.

„Die können aber viel besser tanzen als die anderen,“ kommentiert das Fräulein. „Ja, das sind ja auch die Tanzlehrer,“ nicke ich.

Dann entdeckt Johnny Billy mit Baby in der Ecke und hüpft tanzen zu ihnen rüber.
„Was macht die denn hier?“ fragte Johnny und Baby entgegnet vollkommen unzusammenhängend „Ich habe eine Wassermelone getragen.“

Mit triumphierendem Grinsen schaue ich meine Mädels an. Jetzt müssen sie doch einsehen, wie toll dieser Film ist. Wie herzzerreißend, wie romantisch, wie aufregend, wie …
„Mama, können wir jetzt BITTE was anderes gucken?“

Grummel.

Später, als die Kinder im Bett liegen, kuschele ich mich zurück auf die Couch und gucke den Film alleine weiter.
Im weiteren Verlauf des Abends bin ich dann eigentlich ganz froh, dass ich mit meinen Kindern kein Gespräch über Abtreibung, Sex und Betrug führen muss. Ich kann es genießen. In vollen Zügen.
Es macht auch gar nichts, dass ich schon vorher weiß, was als nächstes passiert. Im Gegenteil. Ich singe leise mit, ich murmle den Text vor mich hin und bekomme wie immer eine Gänsehaut und Pipi in die Augen, wenn die Hebefigur bei der Abschlussfeier endlich gelingt.

Als ich dann ein paar Tage später die Einkäufe in den Kühlschrank räume, kommt das Fräulein Wunder und sagt im Vorbeigehen „Ach Mama, hast du eine Wassermelone getragen?“ grinst breit und verschwindet im Garten.

Erwähnte ich schon, dass ich sie echt lieb hab?

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Eigentlich war dieser Tag anders geplant. Eigentlich wollten wir am Nachmittag mit der ganzen Familie in die Stadt fahren und gemeinsam das Fräulein Wunder in ihrem Wunschgymnasium anmelden.
Tatsächlich fuhr ich dann aber alleine. Und das kam so:

Am Vorabend klagte das Fräulein über ein Jucken am Rücken. Und „Mama guck mal, ich hab da so komische Pickel im Gesicht.“

Nun muss man dazu sagen, dass der tolle Mann seit drei Wochen wegen einer Gürtelrose krank zu Hause ist. Weiterhin sollte man wissen, dass die Gürtelrose nichts anderes als das Windpockenvirus ist. 

Als nächstes studierten wir des Fräuleins Impfpass. Darin ist die „Varizellenschutzimpfung“ vorschriftsmäßig zwei Mal angekreuzt. Hmmm.

Also Termin beim Kinderarzt gemacht. Dort war man sehr gespannt auf das Fräulein Wunder, denn ein Kind, das trotz Impfung die Windpocken bekommen hat, gab es dort auch noch nicht.
So musste das Fräulein Wunder auch draußen warten, während ich uns anmeldete, und wurde dann durch einen Seiteneingang direkt in den Behandlungsraum geschleust.

Die Kinderärztin war sich dann schlussendlich nicht ganz sicher. Gegen Windpocken spricht, dass alle Pusteln gleich aussehen (bei Windpocken spricht man auch gerne vom „Sternenhimmel“ der sich auf der Haut abzeichnet) und dass sie vorschriftsmäßig zwei Mal geimpft ist.
Dafür spricht, dass die Dinger jucken und dass der Herr Vater mit dem gleichen Virus zu Hause auf der Couch liegt.

Schlussendlich entschieden wir, dass wir keinen Bluttest zur eindeutigen Bestimmung machen, da zum Einen bei einem positiven Ergebnis die Behandlungsmethode gleich bliebe und zum Anderen dieser Test eigentlich auch nicht mehr gemacht wird, da dieser teuer und für die Behandlung nicht erforderlich ist.
Das Fräulein Wunder wurde somit vorsorglich der Gesundheitsbehörde gemeldet und mit einer Emulsion zum Auftragen auf die Pusteln nach Hause geschickt. Kein Kontakt zu anderen Personen, bis der Ausschlag abgeklungen ist. Na toll!

Ich ließ mir also vom Fräulein Wunder noch einmal bestätigen, welche Schulen an welcher Stelle ihrer Prioritätenliste stehen sollten, ob sie tatsächlich lieber Naturwissenschaften als Sprachen wählen möchte und fuhr dann alleine in die Stadt und zur Anmeldung an der Wunschschule.

Als kurzen Einschub sei hier angemerkt, dass ich, ähnlich wie mein großes Fräulein Tochter, vor neuen Aufgaben, vor Dingen, die ich noch nie gemacht habe und neuen Herausforderungen ziemliches Nervenflattern habe. Da hilft es mir meist schon, wenn ich die Hand eines meiner Kinder halten kann und mir dabei einrede, ich muss ein Vorbild sein und darf keine Angst zeigen. Einfach machen, nicht darüber nachdenken. Dann geht das auch meist wunderbar.

Demnach war ich also schwer aufgeregt, als ich äußerlich sehr bestimmt, aber innerlich sehr, sehr aufgeregt, die Schule betrat.

Sie wirkte diesmal irgendwie anders, als am Tag der offenen Tür. Nüchterner. Wie eine abgeschminkte Diva. Trotzdem schon ein wenig vertraut und auch nicht unangenehm. 

Zum Glück wies direkt ein Schild in die richtige Richtung. Nach links und um die Ecke und dann standen dort schon ein paar Tische mit Formularen, die von mir noch ausgefüllt werden mussten.

Und als hätte es das Universum so vorgesehen, kam mir in diesem Moment die kleine Lateinlehrerin entgegen, die uns beim Infoabend so sehr beeindruckt hatte (sie erinnern sich an Linda aus „Lucifer“?). Sie fragte sofort total nett nach, ob sie mir irgendwie helfen könne, besorgte mir ein noch fehlendes Formular und erklärte mir kurz, was zu tun sei. Den Gruß vom tollen Mann richtete ich ihr dann allerdings doch nicht aus. Man soll es ja nicht übertreiben.

 

Nachdem alle Formulare ausgefüllt und ich die restlichen, mitgebrachten Unterlagen aus meiner riesigen Handtasche hervorgekramt hatte, begab ich mich dann zur eigentlichen Anmeldung.
Ich wurde von einer Kollegin der Lateinlehrerin in Empfang genommen, gab meine vielen Zettel ab, bekam eine Anmeldebestätigung und wurde freundlich gefragt, ob ich noch Fragen hätte.
Ich verneinte dies, musste aber unbedingt noch loswerden, wie toll ich den Lehrertanz am Tag der offenen Tür gefunden hatte und dass wir uns auch wegen dem tollen und lebendigen Vortrag der Lateinlehrerin für diese Schule entschieden hätten. Schleimer. Ich.

Beim Verabschieden erklärte mir die nette Dame, dass ich noch bei einem Herrn Doktor Sowieso vorbeischauen könne, der würde mich auch gerne kurz begrüßen und hätte noch eine kleine Überraschung für das Kind. Natürlich nur, wenn es meine Zeit erlaube.

Ha, sehr gut! Direkt eine Ausrede geliefert bekommen, warum ich jetzt nicht zu diesem unbekannten Mann an einen unbekannten Ort gehen konnte, wo ich nicht wissen würde, was ich sagen soll und der sich womöglich durch meine Anwesenheit eher gestört fühlen würde, denn ich hatte ja keine Fragen und auch kein Kind dabei.

Ich war schon wieder um zwei Ecken, die Treppe hinunter und nur noch zwei Meter von dem Ausgangsportal entfernt, als ich schließlich inne hielt und versuchte mich zusammen zu reißen.
Ein Gedanke ging mir dabei immer wieder durch den Kopf: „Es geht um die Zukunft deines Kinder. Was, wenn die sie hier jetzt nur nicht nehmen, weil du nicht zu dem Doktor sowieso gegangen bist und dich persönlich vorgestellt hast?“
Natürlich ist das eigentlich Schwachsinn. Da melden sich über 150 Kinder an. Der Doktor kann sich gar nicht merken, wer da war und wer nicht, zumal es ja durchaus auch meine kurz bemessene Zeit nicht erlaubt haben könnte, dass ich ihn besuche.
Andererseits wollte ich dann doch irgendwie keine Feigheit vor dem Feind zeigen.

Also umgedreht, die Treppe wieder hoch, in die andere Richtung zum Sekretariat. Als ich eintrat, stand der Herr Doktor Sowieso mehr oder weniger direkt vor mir und füllte einen „Ich bin krank und muss nach Hause“ Zettel für einen Schüler aus. Ich stellte sogleich fest, dass dies nicht der sympathische Direktor mit den schlecht sitzenden Anzügen von den Infoveranstaltungen war, sondern womöglich der Konrektor oder etwas ähnliches. Macht ja aber nichts.
Der nahm mich jedenfalls mit in sein Büro. Ich erklärte bereits auf dem Weg, dass das Fräulein leider mit Windpocken zu Hause sitzt, obwohl sie doch sooooo gerne mitgegangen wäre (gleich mal klarstellen, dass das Fräulein durchaus Interesse an dieser Schule zeigt), was den Doktor zu einer kurzen Mitleidsbekundung und der Übergabe eines Ü-Eis nötigte.
Ich legte meine Jacke ab, stellte die Tasche auf nen Stuhl und setzte mich an den kleinen Konferenztisch. Wir plauderten etwas (was etwas schwierig war, weil der Herr Doktor ein nicht ganz so lockerer Plauder-Mensch zu sein scheint) und nach zwei Sätzen wurde mir klar, der hatte eigentlich nicht vorgehabt, dass wir uns gemütlich an seinen Tisch setzen und plaudern.
Ich vermute mal, geplant war das Ü-Ei zu übergeben, zwei kurze Sätze zu wechseln und danach „Tschüss und Adios.“

Deshalb hasse ich solche Aktionen. 

Aber nun gut. Ich kürzte das Gespräch auf meiner Seite unauffällig ab, zog ganz schnell meine Jacke wieder an und verabschiedete mich gebührend.
Womöglich weiß er jetzt, wenn er des Fräuleins Namen irgendwo liest, dass das die mit der komischen Mutter ist, die sich gleich in seinem Büro breit gemacht und ihm die Ohren vollgequatscht hat. Ich hätte vielleicht noch das Ü-Ei in seinem Beisein auspacken sollen, dann hätte er sich ganz bestimmt an uns erinnert. Wobei … er wirkte nicht so, als hätte er das besonders lustig gefunden.

Erst als ich dann wieder auf der Straße stand, beruhigte sich mein Puls wieder. Ich bin nun aber trotzdem stolz auf mich, dass ich das alles so gut hinbekommen habe und bin glücklich, dass das mit der Anmeldung nun hinter uns liegt. Die ganzen Wochen des Informationen Sammelns, der ewigen Infoabende und des Hin und Her Überlegens sind jetzt vorbei. Alles Weitere liegt jetzt nicht mehr in unseren Händen. Haltet also die Daumen gedrückt.

Im Gegensatz zu Miss Allerliebst, die gerade erst mit der Schule begonnen hat, endet für das Fräulein Wunder die vierte Klasse in diesem Sommer und damit die Grundschulzeit.
Wir verbringen also gerade unsere Abende damit, uns jede Menge Gymnasien anzusehen um zu entscheiden, welche Schule das Fräulein ab September besuchen soll.

Bereits Ende letzten Jahres war das Thema „Weiterführende Schule“ schon sehr präsent. Tagtäglich bin ich mit Eltern von Kindern aus vierten Klassen zusammen. Sei es durch meine Käfermamas oder die Eltern der Klassenkameraden des Fräuleins. Jeden trieb und treibt dieses Thema um. So ein bißchen haben wir alle das Gefühl, die nächste, entscheidende Weiche für eine erfolgreiche Zukunft des geliebten Kindes zu stellen und da will man natürlich keinen Fehler machen.

Ich würde sagen, wir, als Familie, waren und sind relativ entspannt bei diesem Thema. Wir hatten das Glück, dass im Grunde von Anfang an feststand, welche Schulform das Fräulein im Anschluss an die Grundschule besuchen wird. Größere Gedanken und Pro-und-Kontra-Listen konnten wir uns dafür also sparen.

Ende Januar gab es dann die offizielle Grundschulempfehlung der Grundschule. Wie eigentlich jedes bisherige Elterngespräch mit der Klassenlehrerin, fiel dieses sehr positiv aus: Das Fräulein Wunder beteiligt sich rege am Unterricht, sie ist an allem interessiert und hat bei vielen Thema bereits ein sehr großes Wissen und, was immer wieder hervorgehoben wird, einen riesigen Wortschatz, den sie auch entsprechend anzuwenden weiß (meine Tochter!).
Die Mathelehrerin sprach einen Vorfall aus den vergangenen Wochen an, der sie doch sehr überrascht hatte. Das Fräulein reagierte auf Kritik bzw. auf einen gut gemeinten Hinweis mit Tränen. Was sich also bei uns zu Hause eher in Wurt und Türenschlagen äußert, wandelt sich in der Schule eher in Hilflosigkeit.
Es zeigte sich in diesem Beispiel sehr gut, wie hoch die Ansprüche sind, die das Fräulein an sich selbst stellt (möglichst immer perfekt zu sein) und da ihr das Meiste in der Schule einfach so zufliegt, kommt sie schnell ins Straucheln, wenn sich ihr etwas nicht so schnell erschließt oder sie sich etwas erarbeiten muss. Die Mathelehrerin meinte, das Fräulein Wunder müsse sich hier „ein dickeres Fell“ zu legen, was natürlich leichter gesagt als getan ist.
Dies ist eigentlich der einzige Punkt, der mich so ein bißchen kribbelig macht bei der Vorstellung, das Fräulein Wunder jetzt hinaus in die Welt und die weiterführende Schule zu schicken.

Und man glaubt ja gar nicht, wie schwierig es ist, sich für die richtige Schule zu entscheiden.
In der vergangenen Woche haben wir uns vier verschiedene Gymnasien angesehen (und warum diese Veranstaltungen grundsätzlich um 18.00 bzw. 19.00 Uhr beginnen und dann zwei Stunden gehen, wo doch die Kinder am nächsten Tag Schule haben, erschließt sich mir nicht so ganz. Die Großeltern sind auf jeden Fall im Dauereinsatz um Miss Allerliebst zu hüten). Heute folgt noch eines. Und da haben wir bereits unsere sehr ambitionierte Liste von sieben Schulen, die wir persönlich ansehen wollten, zusammengestrichen.
Die ersten drei sind im Prinzip auch die, ich möchte mal sagen, gängigsten Gymnasien der Stadt. Die, deren Namen immer wieder fallen, wenn man die Frage „Wo wird denn dein Kind hingehen?“ stellt.
Und dann sitzt man dort in Einführungsveranstaltungen, wandelt durch Flure und Klassenzimmer, sieht sich die liebevoll vorbereiteten Aktionen an, die jede Schule bietet und macht sich Notizen.
Die eine Schule legt viel Wert auf Naturwissenschaften und Technik, hat hierfür sogar etliche Preise gewonnen und nimmt regelmäßig an „Jugend forscht“ Wettbewerben teil. Der Keller besteht aus lauter Räumen, die dem tollen Mann die Tränen der Rührung in die Augen getrieben haben. Da gibt es 3D-Drucker, Standbohrmaschinen, Laptops und Tabletts und da werden u.a. Experimente mit Seilzügen und Trockeneis gemacht. Außerdem hat der Auftritt der Theater AG (ein absolutes „Muss“ Kriterium für das Fräulein Wunder) schwer beeindruckt.
Die nächste Schule hat viel hellere und schönere, weil frisch renovierte Räume. Zudem ist dies die einzige Schule, die das letzte Mal für diesen Jahrgang einen G9 Zug anbietet. Und die Lateinlehrerin (kennt jemand die Psychologin Linda Martin aus der Serie „Lucifer“? Genau so!) hat ihr Fach so voller Elan und Freude präsentiert, dass man sich durchaus vorstellen kann, dass Latein ab Klasse 5 eine tolle Sache sein könnte.
Die nächste Schule fährt in Klasse 7 in ein Segellandheim und bietet Italienisch als 3. Fremdsprache an.
Alle Schulen sind mit S-Bahn und Straßenbahn gut zu erreichen, bieten in der Anfangszeit besondere Kennenlern- und Klassenfindungsaktivitäten sowie Hausaufgabenbetreuung und warmes Mittagessen in der Mensa an.

Und nun? Weiß ich, ob mein Kind eher Interesse an Sprachen oder Naturwissenschaften hat? In Klasse 4?

Tatsächlich tendieren wir im Moment zur ersten Schule. Zum einen, weil das Fräulein Wunder sich diese als Favorit ausgesucht hat (wobei sie zwischen eins und zwei manchmal schwankt) und der tolle Mann und ich uns auch gut vorstellen können, dass das Fräulein Spaß an den ganzen technischen Dingen haben könnte. Aber macht man alles richtig? Und bekommt man überhaupt einen Platz?

Generell ist es so geregelt, dass man bei Anmeldung in seinem Wunschgymnasium drei Schulen nach ihrer gewünschten Priorität angeben muss. Ist in Prio eins kein Platz mehr, setzen sich die Vertreter der Schulen der ganzen Stadt zusammen und verteilen die restlichen, übriggebliebenen Schüler auf ihre Prio zwei und drei.

Ein Rektor erzählte, dass in den vergangenen Jahren etwa 120 Schüler aufgenommen wurden, nachdem sich ca. 150 Kinder beworben hätten. Nachrücker, also sprich Prio zwei Kandidaten, hätten sie gar nicht in den letzten Jahren gehabt, weil einfach keine Kapazität dafür da gewesen wäre.

Das macht die ganzen Überlegungen nicht gerade leichter.

So langsam haben wir aber immerhin einen Überblick gewonnen. Es kristallisieren sich Favoriten heraus, die in ihrer Priorität immer mal wieder vom Fräulein Wunder hin und her geschoben werden. Doch ich denke (und hoffe), dass wir am Ende gemeinsam eine Entscheidung treffen, mit der wir alle zufrieden sein können. Denn das ist ja das eigentliche Ziel.

 

Seit 1. Februar habe ich meine Arbeitszeit neu verteilt. Ich arbeite nun von Montag bis Donnerstag jeweils eine Stunde länger und darf dafür freitags zu Hause bleiben. Ein unglaublicher Luxus!

Heute ist demnach mein vierter Freitag, an dem ich nicht zur Arbeit muss.

Wenn man an einen freien Tag denkt, denkt man automatisch auch an Ausschlafen. Das ist in meinem Fall leider nicht (immer) möglich.
Die Kinder müssen rechtzeitig aus dem Bett und zur Schule und der tolle Mann geht meist früh aus dem Haus, um möglichst früh wieder zu Hause sein und ins gemeinsame Wochenende starten zu können.
Das hat aber den positiven Nebeneffekt, dass ich zum Einen nicht den kostbaren freien Tag im Bett verbringe und zum Anderen ist es morgens mit den Kindern unglaublich entspannt.

Das Fräulein Wunder hat zur ersten Stunde Schule, die muss also – ob sie will oder nicht – wie immer aus dem Haus.
Miss Allerliebst hingegen hat jetzt in der ersten Klasse noch zur zweiten Stunde Schulbeginn, so dass sie in ihrem eigenen Tempo aufstehen und frühstücken kann.
Somit habe ich morgens jeweils eine gute halbe Stunde mit jedem Kind alleine. Alles ist noch ruhig, wir können gemütlich Tee schlürfen und Toastbrot essen, dabei erzählen, was der Tag so bringen wird und schließlich gehen die Kinder ganz entspannt aus dem Haus.
Das sind so die Momente, in denen ich die Mütter beneide, die „nur“ Hausfrau sein dürfen und damit wesentlich entspannter durch die ersten Jahre mit ihren Kindern gehen können.

Versteht mich nicht falsch, ich gehe im Prinzip gerne arbeiten. Am Anfang, als die Kinder noch recht klein waren und doch mehr an mir hingen als jetzt, wo sie schon so groß und selbstständig sind, habe ich es zudem genossen, wieder ganz Ich und nicht nur „die Mama von“ zu sein.

Aber wenn mal wieder einer dieser stressigen Morgen hinter mir liegt, an dem die Mädels und ich uns nur ständig angezickt haben, wenn gebrüllt wird (auf beiden Seiten) und ich dann völlig entnervt die Kinder auf ihren Schulweg schicke, danach ins Auto steige und in die Arbeit fahre, dann fühle ich mich wie die schlimmste Rabenmutter der Welt. Was wenn ihnen jetzt unterwegs irgendetwas passiert und die letzen Worte, die wir gesprochen haben waren Ermahnungen, Streitigkeiten wegen Nichts und Worte, die wir eigentlich gar nicht so meinen?

Und wie schön ist es, wenn ich der Miss sagen kann „Bleib ruhig noch ein paar Minuten liegen. Entscheide selbst, ob du lieber noch ein bißchen in den Hort gehen willst oder von zu Hause direkt in die Schule.“ (Und sie wählt immer den Hort). Wenn das Fräulein Wunder zerknautscht und müde zum Frühstück kommt und ich mich zu ihr setzen kann, ein bißchen mit ihr plaudern (statt mein Bürofrühstück zu richten und mich für die Arbeit fertig zu machen, während ich beide Kinder permanent antreiben muss) und sie dann mit einem „viel Spaß in der Schule“ und einem Kuß verabschieden kann. Wenn Miss Allerliebst mir beim Gehen ein „Ich wünsche dir einen schönen Tag Mama“ entgegen zwitschert. Das fühlt sich gut an.

Noch fühlt sich dieser Freitag an, als hätte ich Urlaub, nicht als eine feststehende Einrichtung. Von daher habe ich auch für diesen Tag noch keinen Rhythmus oder Rituale.
Den ersten Freitag habe ich tatsächlich geputzt, wie ich es mir vorgenommen hatte, den zweiten habe ich schon verbummelt und am dritten hatte der tolle Mann ebenfalls frei und wir sind ein wenig durch die Läden gezogen.

Ich beschäftige mich in letzter Zeit wieder mehr mit dem Gedanken, hier wieder präsenter zu sein. Wieder mehr von den Geschehnissen aufzuschreiben, weil es so schön ist, sich später daran zu erinnern. Vielleicht wird diese Stunde am Freitagmorgen meine Bloggerstunde. Das hätte was.
Man darf gespannt sein.

Das Fräulein Wunder ist inzwischen acht Jahre alt. ACHT! Bald beendet sie das zweite Schuljahr und freut sich schon auf die dritte Klasse. Nun ja … erst einmal auf die Ferien natürlich.
Die Schule läuft für das Fräulein nach wie vor problemlos. So ein bißchen ist die Realität zwar auch bei ihr angekommen –  so gibt es Tage, an denen sie so gar keine Lust hat, in die Schule zu gehen („Mama, ich habe Bauchweh/Kopfweh/mit ist schlecht“). Das liegt aber wahrscheinlich eher am frühen Aufstehen, als an der Schule an sich. Aber im Großen und Ganzen ist sie doch mit Feuereifer bei der Sache.
Im letzten Elterngespräch bestätigte uns auch ihre Lehrerin, dass das Fräulein sich sehr gut eingefunden hat (was am Anfang etwas schwierig war, da das Fräulein Wunder die Angewohnheit hat, etwas Neues erst einmal mit Argusaugen zu beobachten. Die ersten Wochen hat sie wohl kaum einen Ton von sich gegeben und konnte oder wollte auch auf Nachfrage der Lehrerin nicht sagen, warum sie gerade ein Sturm-Wolken-Gewitter-Gesicht macht). Auch hätte sie bereits einen sehr großen Wortschatz und wäre eines der wenigen Kinder, das sich bei einem Vortrag vorne an der Tafel zu den Mitschülern wendet und frei erzählen kann. Sie hat sogar den Vorlesewettbewerb in ihrer Klasse gewonnen und tritt nun nächste Woche zum Regionalentscheid an. Absoluter Mutter- und Fräuleinstolz.
Nach wie vor liegt ihr Deutsch eher als Mathe. Wobei es bei Mathe einfach manchmal etwas länger dauert, bis es klick macht. Aber wenn, dann kann sie es ganz sicher anwenden. Sie ist ein Kind der Logik und wenn das erst einmal sitzt, ist der Rest ein Klacks.
Die ordentlichste ist mein Kind nicht, aber das überrascht mich nun auch nicht sehr. Hefte und Ordner sehen immer aus, wie gerade durch einen Schredder gezogen und auch die Schrift lässt an manchen Stellen zu wünschen übrig (erst war es der Radierer, jetzt ist es der Tintenkiller der täglich gefühlte 1.000 Mal zum Einsatz kommt).
Auch steht sie sich manchmal selbst mit ihrem stark ausgeprägten Ehrgeiz im Weg. Ein Test, bei dem sie nicht die volle Punktzahl erhält, ist total „verhauen“ und wenn sie beim Antolin-Programm (ein Leseprogramm, bei dem Kinder ein Buch lesen und hinterher am Computer Fragen dazu beantworten müssen) nicht 100 % schafft, ist sie auch schwer geknickt. Da gibt es manchmal auch Tränen, wenn sie eine Matheaufgabe nicht schnell genug versteht und ist dann gedanklich total blockiert, so dass wir dann eine Pause machen und 20 Minuten später die Aufgabe ohne größere Probleme rechnen können.
Da wünsche ich ihr ein wenig mehr Gelassenheit in der Zukunft, denn so unproblematisch wie in der Grundschule, wird die restliche Schulzeit womöglich nicht verlaufen.

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Ich weiß, ich bin spät dran. Eigentlich wollte ich mir die Arbeit auch gar nicht machen, aber dann las ich vor Kurzem den Jahresrückblick 2014, der mich an so viele schöne Dinge erinnert hat, dass ich mich einem Rückblick für 2016 nicht entziehen konnte. Here we go.

Januar

Gleich zu Beginn des Jahres ließ sich das Fräulein Wunder sehr spontan Ohrringe stechen. Den Wunsch danach hatte sie schon länger, aber wir vertrösteten sie immer darauf, dass sie das entscheiden dürfe, wenn sie ein Schulkind sei.
Beim ersten Anlauf im Oktober vergangenen Jahres überlegte sie es sich noch beim Juwelier anders, doch im Januar fasste sie den Entschluss vor dem Schaufenster und wenig später prangten zwei wunderschöne blaue Blümchen an ihrem Ohr. Und sie war sooooo tapfer!

Leider vernahm die Geschichte keinen sehr schönen Verlauf. Am Anfang war alles wunderbar, doch dann entzündete sich das rechte Ohrläppchen. Wir säuberten ab da jeden Tag das Ohr und schmierten es vorsichtig mit Desinfektionsmittel ein. Ganz langsam wurde es besser.
Dann verkündete sie eines Tages, dass sie den Stecker des rechten Ohrrings verloren hätte. Man muss dazu sagen, dass das Fräulein Wunder niemanden mehr an irgendetwas heran lässt, wenn sie dort Schmerzen hat oder irgendwelche befürchtet. Es war mir also nicht so ganz möglich, das Ohr zu kontrollieren. Fest stand, dass der Stecker weg war, sich der Ohrring im Ohr drehen aber nicht herausziehen lies. Nach tagelangem Hin und Her ließ ich das Fräulein Wunder und ihr Ohr schließlich in Ruhe. Es war nicht entzündet, der Ohrring saß fest an Ort und Stelle und war nicht festgewachsen, denn man konnte ihn ja drehen.
Schließlich verlor sie den Ohrring im Dezember im Schwimmbad. Und wenig später stellten wir fest, dass der vermisste Stecker immer noch IN ihrem Ohr steckte. Und auch hier durfte ich nur rudimentär nachsehen und schon gar nicht an dem Ohr herumdoktern um zu sehen, ob ich den Stecker vielleicht so entfernen könnte. Wobei mir dies auch ziemlich unwahrscheinlich erschien. Er hatte sich im Ohrläppchen sozusagen häuslich nieder gelassen. Ich sah mich schon einen Termin beim Chirurgen machen, damit er das Teil herausschneiden kann, als das Fräulein eines Abends triumphierend ins Wohnzimmer gestürmt kam und verkündete „Ich hab’s geschafft!“ und uns stolz den Stecker präsentierte. Große Freude auf allen Seiten.
Inzwischen trägt sie keine Ohrringe mehr und möchte auch keine neuen. Ich bin erleichtert.

Februar

Zu Fastnacht hatte das Fräulein Wunder ihren ersten großen Auftritt mit ihrer Jazztanzgruppe im Turnverein. Sie war mächtig aufgeregt und anschließend total stolz.

Auch ich war dieses Jahr mit meinen Mädels an Fastnacht wieder unterwegs. Diesmal nicht direkt am schmutzigen Donnerstag wie bisher in Bürstadt, sondern diesmal zwei Orte weiter. Unser Thema dieses Jahr war „Froschkönig“. Ich bestellte hoch motiviert einen grasgrünen Petticoat im Internet und stellte leider erst hinterher fest, dass dieser aus China kommt und erst ein paar Tage nach der Faschingsveranstaltung geliefert wird.
Also kaufte ich mir grünen Tüll und begann mit der Hand das Ganze irgendwie zusammen zu nähen. Zwei Tage vor der Veranstaltung kam dann doch noch das Paket aus China. Heureka!

frosch

 

Tatsächlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt wieder einmal einige Kilos zugelegt und ich fühlte mich den ganzen Abend extrem unwohl. Deshalb gibt es auch leider kein besseres Bild als nebenstehendes von mir.

Nach diesem Abend entschloss ich mich dazu, wieder etwas für meine Figur zu tun. Es dauerte zwar erst einmal zwei Wochen, bis ich wieder auf dem richtigen Weg war, aber schlussendlich kam ich dann doch bei meinem altbewährten WeightWatchers an.
Seit dem letzten Mal vor etwa 10 Jahren hat sich das Programm komplett verändert, auch wenn es natürlich im Kern gleich geblieben ist: Lebensmittel werden in Punkte kategorisiert und man darf nur eine bestimmt Punktezahl am Tag essen. 10 Kilo sollten es mindestens werden, 15 wären noch besser.

 

 

 

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Als ich 39 Jahre alt wurde, war ich davon überzeugt, dass mein Leben die nächsten 50 Jahre ohne weitere besondere Vorkommnisse vorüber gehen würde. Eine eher niederschmetternde Erkenntnis.
Ich war seit fast 20 Jahren mit dem selben Mann zusammen, hatte eine Tochter und wir planten kein weiteres Kind, wir lebten in Eigentum, ich hatte seit der Ausbildung den selben Arbeitgeber und seit Jahren den gleichen Freundeskreis. Alles schien in Stein gemeißelt.

Bereits ein Jahr später gesellte sich zum Fräulein Wunder Miss Allerliebst (ursprünglich nicht geplant, denn wer will schon mit 40 noch einmal Eltern werden), zwei Jahre später trennte sich mein Arbeitgeber von mir. Alles war anders. Nichts schien mehr in Stein gemeißelt.

Mit dem Fräulein Wunder erblühte mein neues, soziales Ich. Und im Laufe der Zeit lernte ich, dass es so etwas wie Stillstand nicht gibt, es sei denn, man möchte dies unbedingt. Und manchmal zwingen einen die äußeren Umstände quasi dazu, seinen Horizont zu erweitern.

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