Happy-pola

Montag: Es ist der letzte Kindergartenferientag. Wir (also die Mädels der Familie) stehen spät auf und verbummeln den Tag. Unter anderem koche ich das erste Mal selbst Chai Tea und bin von dem Ergebnis restlos begeistert. Das erste Mal, dass ich etwas trinke, was dem leckeren Getränk von Starbacks und Co. ziemlich nahe kommt.
Am Abend erspähen wir Miss Allerliebsts 5. Zahn (Eckzahn oben rechts).

Dienstag: Der erste Kindergartentag nach zwei Wochen Ferien läuft für das Fräulein Wunder recht gut. Beim Abgeben ist sie zwar ein wenig zurückhaltend und möchte am liebsten ihre Mama da behalten, aber dank der Lieblingserzieherin kann ich mich bald ohne Tränen zurückziehen.
Am Nachmittag besuchen uns die Krabbelkäfer und trinken meinen Chai Tea leer.

Mittwoch: Unser Herd funktioniert seit gut drei Wochen nur noch wenn er will. Und je länger wir warten, um so weniger will er. Heute kommt dann endlich der Techniker um sich das anzusehen. Nach einigem Hin und Her stellt er fest, dass ein Steuerungselement der Elektronik kaputt ist und er dieses Teil erst bestellen muss. „Rechnen sie aber mal mit mindestens 400 Euro.“ sagt er noch. Na prima. By, by Flachbildfernseher.

Donnerstag. Am Vormittag gehe ich mit meiner Mama einkaufen. Erst Lebensmittel, dann Klamotten für die Kinder, da speziell das Fräulein Wunder aus all ihren Hosen quasi über Nacht herausgewachsen ist. Am Nachmittag koche ich Chai Nachschub.
Leider stelle ich an diesem Tag auch fest, dass unser linker Vorderreifen am Auto weiterhin Luft verliert. Der Wagen war schon einmal, kurz vor Weihnachten in der Werkstadt, dort konnte man aber nichts finden.

Freitag: Ich mache einen Termin für Montag in der Autowerkstadt aus. Abends fährt die ganze Familie nach Herd und Flachbildfernseher gucken. Das Fräulein Wunder beginnt zu husten. Wir sichten ein paar schöne Geräte und nehmen einen Herd mit Ofen (denn obwohl nur das Kochfeld kaputt ist, müssen wir beides neu kaufen, da die Geräte nur zusammen laufen. Es gibt zwar auch autarke Kochfelder, die sind aber im Vergleich teurer) in die engere Auswahl. Danach essen beim Lieblingsgriechen. Der Husten des Fräulein Wunder wird immer schlimmer.

Samstag: Nach einer schlaflosen Nacht fahre ich mit dem Fräulein Wunder morgens um sieben zum ärztlichen Bereitschaftsdienst. Die Bronchien sind zu und sie bekommt kaum noch Luft. So schlimm hatten wir es schon lange nicht mehr. Zumindest ist es so lang her, dass sie den Notfallzäpfchen entwachsen ist und sich weigert. Ich kann es ja verstehen. Sie entscheidet sich somit freiwillig für den Arztbesuch (und das will was heißen). Nach zwei Stunden kehren wir mit Tropfen und Hustensaft heim. Das Fräulein scheint nach der Nacht wesentlich fiter zu sein als ich.

Sonntag: Da der Herd nicht funktioniert werden wir von Schwiegerpapa zum Pizzaessen eingeladen. Das Fräulein schleppt sich ins Lokal, verdrückt tatsächlich eine halbe Pizza (die erste feste Nahrung seit Samstag Mittag) und hustet sich weiterhin die Seele aus dem Leib. Kindergarten am nächsten Tag kannste vergessen.

Also wenn jemand noch ein schickes Weihnachtsgeschenk für mich suchen sollte …

Ich mach’s auch ganz einfach: Hinsurfen, durchklicken, mit dem Warenkorb zur Kasse gehen und fertig ist die Laube. Da müssense noch nicht mal aus dem Haus!

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Hach! 

(Das Kostüm soll einen Dinosaurier darstellen. Nachdem wir auf einem Kindermaskenball waren und das Fräulein nach nicht einmal fünf Minuten „Heim“ wollte, habe ich mir hier beim Kinderturnen das Haarfärben in grün und die grüne Gesichtsfarbe gespart. Aber so lange das Fräulein Wunder was zu essen hat, ist ja bekanntlich alles gut.)

Nach sechs Jahren wurde es Zeit für etwas Neues. Und da der Optiker in unserem Dorf wegen Geschäftsaufgabe Räumungsverkauf hatte und die Fassungen um teilweise 70% reduziert anbot, musste ich einfach zuschlagen.

Im Gegensatz zu dem vorherigen Modell, dass ich als Kontaktlinsenersatz (ich vertrage irgendwie keine Linsen) randlos nahm, ist das jetzt schon eher auffällig. Die zwei Wochen bis zur Abholung habe ich teilweise schlecht geschlafen, weil ich mir nicht sicher war, ob ich mit diesem Modell wirklich das Richtige getan hatte.
Als ich sie dann aber heute morgen abholte, war alles gut. Ich setzte sie auf und stellte fest, dass ich sie immer noch mochte. Puh!
Dazu gab es auch noch eine neue Sonnenbrille. Ausgewählt. Aufgesetzt. Gekauft. Ohne Wenn und Aber. So kann’s auch gehen.

(Und jetzt fragt nicht, wie viele Fotos ich mit diesem Photo Booth Dings gemacht habe, bis eins dabei war, das ich auch nur angucken wollte. Von „gefallen“ möchte ich gar nicht sprechen)

Die Triebwerke laufen sich langsam warm, während ich kurz vor dem Start noch einmal die Checkliste durchgehe. Das Raumschiff vibriert leise, die Displays zeigen grün. Ready for Take-off.

Der Start ist etwas holprig, dann gleiten die Sicherheitsschleusen zischend zur Seite und wir schweben sanft in den Orbit hinaus. Im Kosmos ist einiges los. Mit leisem Tuckern umrunden wir kleine Sterneninsel, weichen dabei anderen Raumgleitern aus oder schneiden ihnen auch einmal mit aufheulenden Motoren den Weg ab. Unsere Reise führt uns von Insel zu Insel, von Planet zu Planet. Dabei sammeln wir alles ein, was unsere Heimatwelt zum Leben braucht: Gemüse und frische Früchte von Vegetaria, Reis und Nudeln von Cerealia und Saure Sahne und Frischkäse von dem kalten Planeten Locula. Schließlich docken wir an der Raumstation Euro-12-95 an, wo wir mit einer Marsianerin um die  frischesten Tierprodukte feilschen.

Nachdem unsere Sekundär-Mission erfüllt ist, haben wir nun ein bißchen Zeit, unseren Gleiter richtig auszufahren. Mit viel Getöse sausen wir um Kurven und durch Zeittunnel. Immer ausgefallener werden die Geräusche, die unser Raumgleiter macht und wir lachen, wenn uns ein entgegenkommendes Raumfahrzeug zum abrupten Stopp zwingt.
Vorbei an der Milchstraße und dem Käse-Mond, dem Chantrè-Planeten mit der größten Bar des Sonnensystems, halten wir schließlich am intergalaktischen Sperrgürtel. An der Mautstation sitzt heute ein netter junger Mann, der uns freundlich zulächelt und uns zudem einen recht geringen Preis für unsere Raserei abverlangt.

Mit etwas Wehmut lenken wir unser Raumschiff anschließend wieder zurück zur Basisstation und verstauen die mitgebrachten Köstlichkeiten in der Vorratsschleuse, bevor wir unseren Gleiter verlassen und erschöpft in die Polster sinken.
Das Fräulein plappert noch eine Weile munter vor sich hin, erzählt ihrer Puppe, welche Abenteuer sie gerade erlebt hat, während ich den Kombi auf die Autobahn lenke und damit dem Supermarkt den Rücken kehre.
Hach, das Fräulein und ich sind schon ein eingespieltes Team.