Was ein Tag! Welch ein Abend! Ich bin ja nun ein recht regelmäßiger Konzertgänger, aber so etwas wie gestern habe ich wirklich noch nie erlebt. Aber von vorne.

Bereits im November letzten Jahres verschaffte mir die liebe Ramona eine der ersten Karten für das Robbie Williams Konzert in der Commerzbank Arena in Frankfurt. Ich zögerte damals wegen des doch recht hohen Preises (100 Euro sind echt ein Brett), aber schließlich fehlte mir der werte Herr noch in meiner Muss-ich-einmal-im-Leben-live-gesehen-haben-Liste und so griff ich schlussendlich zu.

Die Monate vergingen und Ruck Zuck war es plötzlich Juli und das Konzert stand vor der Tür.

Ramona ist eine fleißige Robbie-Konzerte Besucherin. Der Plan war, sehr früh los zu fahren um einen möglichst guten Platz weit, weit vorne zu ergattern. Neuerdings ist es auf großen Konzerten nämlich wohl Usus, dass für den vorderen Bereich (zwischen Bühne und erstem Wellenbrecher)  Bändchen vergeben werden, so dass einmal drin auch für immer drin bedeutet. Bei manchen Konzerten kann man diese Bändchen für viel Geld im Vorfeld erwerben, bei diesem Robbie Konzert musste man nur einer der ersten und schnell genug sein. Als sie deshalb vorschlug, gleich nachdem wir die Kinder am Morgen in Schulen und Kindergarten untergebracht haben los zu fahren, war ich sofort dabei. Das hatte schon so ein bißchen was aus meiner Boyband-Zeit. Auch wenn ich mir noch nicht vorstellen konnte, durch eine Arena auf die Bühne zu zu rennen.
Ein wenig Sorgen machte ich mir dann auch wegen des Wetters. Bis zu 35 Grad. Knallesonne. Ist normalerweise nicht so das Wetter, bei dem ich mich pudelwohl fühle. Andererseits … sechs Stunden im Regen vor dem Stadion zu sitzen wäre sicherlich auch nicht schön.

Also fuhren wir um halb zehn fröhlich und voller Vorfreude los Richtung Frankfurt. Dort angekommen stellten wir fest, dass der Parkplatz am Stadion tatsächlich erst um zwölf Uhr öffnet. Die Alternativen waren also, gut eineinhalb Stunden vor der geschlossenen Schranke in der Hitze zu warten oder in einer kleinen, versteckten Ecke im Wald (wahrscheinlich) verbotswidrig zu parken.
Wir entschieden uns für letzteres und das war unser großes, großes Glück, wie sich recht bald heraus stellen sollte.

In nicht einmal zehn Minuten waren wir dann zum Eingang gelaufen und dort erwartete uns eine doch recht überschaubare Menge an Menschen. Da hatte ich mir ehrlich gesagt wesentlich mehr erwartet.

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Das Fräulein Wunder ist inzwischen acht Jahre alt. ACHT! Bald beendet sie das zweite Schuljahr und freut sich schon auf die dritte Klasse. Nun ja … erst einmal auf die Ferien natürlich.
Die Schule läuft für das Fräulein nach wie vor problemlos. So ein bißchen ist die Realität zwar auch bei ihr angekommen –  so gibt es Tage, an denen sie so gar keine Lust hat, in die Schule zu gehen („Mama, ich habe Bauchweh/Kopfweh/mit ist schlecht“). Das liegt aber wahrscheinlich eher am frühen Aufstehen, als an der Schule an sich. Aber im Großen und Ganzen ist sie doch mit Feuereifer bei der Sache.
Im letzten Elterngespräch bestätigte uns auch ihre Lehrerin, dass das Fräulein sich sehr gut eingefunden hat (was am Anfang etwas schwierig war, da das Fräulein Wunder die Angewohnheit hat, etwas Neues erst einmal mit Argusaugen zu beobachten. Die ersten Wochen hat sie wohl kaum einen Ton von sich gegeben und konnte oder wollte auch auf Nachfrage der Lehrerin nicht sagen, warum sie gerade ein Sturm-Wolken-Gewitter-Gesicht macht). Auch hätte sie bereits einen sehr großen Wortschatz und wäre eines der wenigen Kinder, das sich bei einem Vortrag vorne an der Tafel zu den Mitschülern wendet und frei erzählen kann. Sie hat sogar den Vorlesewettbewerb in ihrer Klasse gewonnen und tritt nun nächste Woche zum Regionalentscheid an. Absoluter Mutter- und Fräuleinstolz.
Nach wie vor liegt ihr Deutsch eher als Mathe. Wobei es bei Mathe einfach manchmal etwas länger dauert, bis es klick macht. Aber wenn, dann kann sie es ganz sicher anwenden. Sie ist ein Kind der Logik und wenn das erst einmal sitzt, ist der Rest ein Klacks.
Die ordentlichste ist mein Kind nicht, aber das überrascht mich nun auch nicht sehr. Hefte und Ordner sehen immer aus, wie gerade durch einen Schredder gezogen und auch die Schrift lässt an manchen Stellen zu wünschen übrig (erst war es der Radierer, jetzt ist es der Tintenkiller der täglich gefühlte 1.000 Mal zum Einsatz kommt).
Auch steht sie sich manchmal selbst mit ihrem stark ausgeprägten Ehrgeiz im Weg. Ein Test, bei dem sie nicht die volle Punktzahl erhält, ist total „verhauen“ und wenn sie beim Antolin-Programm (ein Leseprogramm, bei dem Kinder ein Buch lesen und hinterher am Computer Fragen dazu beantworten müssen) nicht 100 % schafft, ist sie auch schwer geknickt. Da gibt es manchmal auch Tränen, wenn sie eine Matheaufgabe nicht schnell genug versteht und ist dann gedanklich total blockiert, so dass wir dann eine Pause machen und 20 Minuten später die Aufgabe ohne größere Probleme rechnen können.
Da wünsche ich ihr ein wenig mehr Gelassenheit in der Zukunft, denn so unproblematisch wie in der Grundschule, wird die restliche Schulzeit womöglich nicht verlaufen.

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Ich weiß, ich bin spät dran. Eigentlich wollte ich mir die Arbeit auch gar nicht machen, aber dann las ich vor Kurzem den Jahresrückblick 2014, der mich an so viele schöne Dinge erinnert hat, dass ich mich einem Rückblick für 2016 nicht entziehen konnte. Here we go.

Januar

Gleich zu Beginn des Jahres ließ sich das Fräulein Wunder sehr spontan Ohrringe stechen. Den Wunsch danach hatte sie schon länger, aber wir vertrösteten sie immer darauf, dass sie das entscheiden dürfe, wenn sie ein Schulkind sei.
Beim ersten Anlauf im Oktober vergangenen Jahres überlegte sie es sich noch beim Juwelier anders, doch im Januar fasste sie den Entschluss vor dem Schaufenster und wenig später prangten zwei wunderschöne blaue Blümchen an ihrem Ohr. Und sie war sooooo tapfer!

Leider vernahm die Geschichte keinen sehr schönen Verlauf. Am Anfang war alles wunderbar, doch dann entzündete sich das rechte Ohrläppchen. Wir säuberten ab da jeden Tag das Ohr und schmierten es vorsichtig mit Desinfektionsmittel ein. Ganz langsam wurde es besser.
Dann verkündete sie eines Tages, dass sie den Stecker des rechten Ohrrings verloren hätte. Man muss dazu sagen, dass das Fräulein Wunder niemanden mehr an irgendetwas heran lässt, wenn sie dort Schmerzen hat oder irgendwelche befürchtet. Es war mir also nicht so ganz möglich, das Ohr zu kontrollieren. Fest stand, dass der Stecker weg war, sich der Ohrring im Ohr drehen aber nicht herausziehen lies. Nach tagelangem Hin und Her ließ ich das Fräulein Wunder und ihr Ohr schließlich in Ruhe. Es war nicht entzündet, der Ohrring saß fest an Ort und Stelle und war nicht festgewachsen, denn man konnte ihn ja drehen.
Schließlich verlor sie den Ohrring im Dezember im Schwimmbad. Und wenig später stellten wir fest, dass der vermisste Stecker immer noch IN ihrem Ohr steckte. Und auch hier durfte ich nur rudimentär nachsehen und schon gar nicht an dem Ohr herumdoktern um zu sehen, ob ich den Stecker vielleicht so entfernen könnte. Wobei mir dies auch ziemlich unwahrscheinlich erschien. Er hatte sich im Ohrläppchen sozusagen häuslich nieder gelassen. Ich sah mich schon einen Termin beim Chirurgen machen, damit er das Teil herausschneiden kann, als das Fräulein eines Abends triumphierend ins Wohnzimmer gestürmt kam und verkündete „Ich hab’s geschafft!“ und uns stolz den Stecker präsentierte. Große Freude auf allen Seiten.
Inzwischen trägt sie keine Ohrringe mehr und möchte auch keine neuen. Ich bin erleichtert.

Februar

Zu Fastnacht hatte das Fräulein Wunder ihren ersten großen Auftritt mit ihrer Jazztanzgruppe im Turnverein. Sie war mächtig aufgeregt und anschließend total stolz.

Auch ich war dieses Jahr mit meinen Mädels an Fastnacht wieder unterwegs. Diesmal nicht direkt am schmutzigen Donnerstag wie bisher in Bürstadt, sondern diesmal zwei Orte weiter. Unser Thema dieses Jahr war „Froschkönig“. Ich bestellte hoch motiviert einen grasgrünen Petticoat im Internet und stellte leider erst hinterher fest, dass dieser aus China kommt und erst ein paar Tage nach der Faschingsveranstaltung geliefert wird.
Also kaufte ich mir grünen Tüll und begann mit der Hand das Ganze irgendwie zusammen zu nähen. Zwei Tage vor der Veranstaltung kam dann doch noch das Paket aus China. Heureka!

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Tatsächlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt wieder einmal einige Kilos zugelegt und ich fühlte mich den ganzen Abend extrem unwohl. Deshalb gibt es auch leider kein besseres Bild als nebenstehendes von mir.

Nach diesem Abend entschloss ich mich dazu, wieder etwas für meine Figur zu tun. Es dauerte zwar erst einmal zwei Wochen, bis ich wieder auf dem richtigen Weg war, aber schlussendlich kam ich dann doch bei meinem altbewährten WeightWatchers an.
Seit dem letzten Mal vor etwa 10 Jahren hat sich das Programm komplett verändert, auch wenn es natürlich im Kern gleich geblieben ist: Lebensmittel werden in Punkte kategorisiert und man darf nur eine bestimmt Punktezahl am Tag essen. 10 Kilo sollten es mindestens werden, 15 wären noch besser.

 

 

 

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Gestern hatte ich die Ehre im Zuge der Geburtstagsfeier meiner urältesten Freundin nach Jahren mal wieder eine echte Diskothek von innen zu sehen.

Ich hatte im Vorfeld keine großen Vorstellungen und Erwartungen. Es hieß immer nur, die Location sei ganz eigen aber schön und die Musik sei auch gut.

Der erste Eindruck war dann auch sehr positiv. Viel Raum, eine große Bar, genug Sitz- und Kuschelmöglichkeiten am Rand und eine Tanzfläche, die zu Beginn noch recht spärlich mit zwei tanzenden Frauen gefüllt war und ausnahmsweise nicht wie eine Arena wirkte.

Bei näherer Betrachtung der zwei tanzenden Mitmenschen bekam ich dann auch einen Vorgeschmack auf das Publikum dieses Etablissements und das ließ mich den ganzen Abend über breit grinsen.
Die beiden Damen schätze ich mal so auf Ende vierzig, mit 80er Jahre Dauerwelle, Bootcut-Jeans und ausgelassenen Tanzbewegungen. Die hatten so gar keine Hemmungen vor einer sich langsam füllenden Kulisse so richtig auf Michael Jackson abzugehen.

Je mehr Gäste hereinströmten, desto interessanter und schräger wurde es. Manchmal wusste man gar nicht, wo man zu erst hinsehen sollte. Da waren diese vielen Hausfrauen und Bürofachangestellten Anfang fünfzig mit modischer Kurzhaar-Stachelfrisur, dazwischen die (nur etwas) jüngeren, langhaarigen Highheels-Tussen, dann die übergewichtigen Mittfünfzigerinnen in Leggins und seltsamen Streifenkleidern und meine persönliche Favoritin die Frau, die wahrscheinlich kurz vor den sechzig stand, aber wie zwanzig aussehen wollte, in megakurzen Lederhotpans, über denen ihr Bauch sich in der zu engen weißen Bluse kugelte.
Dabei die Herren in Camp-David Hemden, ebenfalls im gesetzten Alter, die ganz Coolen mit Lesebrille im Ausschnitt ihres Hemdes, meist mit Glatze und extrem fragwürdigem Tanzstil.
Der DJ dann mit halblangen Haaren, Topfschnitt und Leopardensakko.

Das alles wirkte auf mich wie RTL 2 in echt, ihr versteht?

Was sie aber alle einte, war der Spaß an der Musik und der Bewegung. Selten habe ich einen Ort erlebt, an dem so viel Lebensfreude zusammen gekommen ist. Da gab es keine blöde Anmache, da wurde einfach getanzt. Da wurde nicht das „vertrauliche“ Gespräch gesucht, um dann ungeniert betatschen zu können, da wurde zum Fox gebeten. Da wurde gejubelt, wenn das richtig Lied kam und da wurde extrem ausdauernd dieser Flashmop zu „Fantasie Girl“ getanzt, auch nachdem das Lied schon seit mindestens einer halben Stunde vorbei war.

Die Musik war nun nur bedingt meins, was aber die „Show“ drumherum mehr als wett gemacht hat. Ein rundum gelungener Abend, der eigentlich so einmal im Jahr ein Muss sein sollte, und wenn es nur darum geht, sich einen Abend wie im Kino und dabei extrem jung und sexy zu fühlen.

Heute die 6 um 200 Gramm verfehlt. Macht aber nix. Fühle mich so schlank und sexy wie seit Monaten nicht mehr. Und das, nachdem ich das letzte Wochenende eigentlich nur gegessen und (Alkohol) getrunken habe. WW und Shred sei Dank!

Heute Eröffnung der Grillsaison im Schrebergarten einer Freundin, mit selbst eingelegten Putenschnitzeln und Nudelsalat. Ich fahre freiwillig, damit ich mir die Alkoholpunkte gar nicht erste einfange.
Morgen dann 65. Geburtstag meiner Mama, die die gesamte Familie und Freunde zum Brunchen ins Lokal einlädt. Da werden definitiv keine Punkte gezählt. Freue mich darauf, wieder in mein 40+1 Geburtstagskleid hineinzupassen.

So viel von der Körperfront. Wünsche euch ein ähnlich gelungenes und mit vielen schönen Momenten angefülltes Wochenende.

Da mich gerade meine Laufmotivation ziemlich im Stich lässt und ich zudem noch erkältet bin und somit gar nicht laufen könnte, selbst wenn ich wollte, bastle ich mir heute mal meine eigene Motivations- und Erfolgswand.

Nachdem meine Freundin Michi und ich im letzten Jahr beim Frauenlauf in Mannheim gestartet sind, hatten wir Blut geleckt und wollten mehr.
Also starteten wir in diesem Jahr recht früh am 21. März beim 29. Sandhofener Straßenlauf. Es war noch recht frisch, das Wetter die letzten Tage nicht so berauschend. Dafür kam während des Laufs die Sonne heraus und die Strecke, die über zwei Runden à 5 KM hauptsächlich über Feld und am Ende durch ein Wohngebiet führte, war sehr angenehm.
Grundsätzlich ist es bei solchen Läufen so, dass man am Start losläuft und einen dann nach und nach alle schnelleren Läufer überholen.

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Nach einer gewissen Zeit kommen dann nur noch vereinzelt Läufer von hinten angerannt und um mich herum sind nur noch Teilnehmer, die in etwa meine Geschwindigkeit laufen. Und immer ist einer dabei, der einen Tick schneller läuft als ich. An den hänge ich mich dann dran.
In Sandhofen war es ein Mann, der seine Runtastic-App auf volle Lautstärke gestellt hatte und der mir sozusagen zwischendurch immer wieder einen Zwischenstand lieferte. Zudem hat er ganz furchtbar geröchelt und hatte einen seltsamen Laufstil. Den habe ich versucht immer hinter mir zu halten. Ich weiß nicht, was gegen Ende mit ihm passiert ist, denn beim Zieleinlauf war er nicht mehr da. Und so schnell war ich leider nicht um ihn wirklich abgehängt zu haben. Aber er hat dafür gesorgt, dass ich eine wirklich richtig gute Zeit gelaufen bin. 10 Minuten schneller als in meinen bisherigen Trainings!

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Gesamtteilnehmer 10 km: 593
Platz Gesamtwertung: 543

Gesamtteilnehmer Klasse W40: 56
Platz Klasse W40: 47

Gesamtzeit: 1:04 Stunden
Pace pro KM: 6:40 Minuten

Dann gab es eine längere Pause, bis zur Hitzeschlacht beim 2. Frauenlauf in Mannheim am 3. Juli 2015. Auf dieses Ereignis hatten wir mittwochs im Lauftreff hingearbeitet, hatten dort neue Freundschaften geschlossen und fühlten uns einigermaßen trainiert für die knapp 6 Kilometer.

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Dass es dann fast 40 Grad haben würde, damit hatte im Vorfeld keiner gerechnet und nachdem sich dies dann die letzte Woche vorher abzeichnete, hieß das Motto: einfach loslaufen, durchhalten und unterwegs nicht umkippen.
Die Strecke führte diesmal komplett durch und um den Luisenpark herum. Somit war für recht viel Schatten gesorgt. Außerdem hatte man die Wasserstationen verdoppelt und unterwegs Rasensprenger zur Abkühlung aufgestellt. Wie auch im letzten Jahr funktionierte die Organisation reibungslos. Selbst duschen konnten wir hinterher, trotz über 1.000 Teilnehmerinnen.
Ich möchte hiermit jedem, der gerne läuft oder walkt, diesen Frauenlauf ans Herz legen. Es macht so viel Spaß und ist mehr ein Event denn ein Lauf. Nicht umsonst lautet das offizielle Motto „Laufen wie es mir gefällt“. Hier kommt es nicht auf Zeiten, sondern auf den Spaß an. Und den hat man vorher, während und hinterher.
Tatsächlich haben wir dieses Jahr durch die Teilnahme am Lauftreff und unsere Anmeldung als Engelhorn-Sports-Lauftreff-Gruppe, den Pokal für die größte teilnehmende Gruppe gewonnen. Mit Preisverleihung und allem Zipp und Zapp.

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Gesamtteilnehmer 6 km: 1044
Platz Gesamtwertung: 329

Gesamtteilnehmer Klasse W40: 392
Platz Klasse W40: 96

Gesamtzeit: 36:33 Stunden
Pace pro KM: 6:10 Minuten
(ca. Angabe, da die Länge der Strecke nicht so ganz eindeutig zu ermitteln ist)

Es folgte der 1. Frauenlauf Ludwigshafen am 4. September 2015. Leider konnte meine Freundin Michi diesmal nicht mitlaufen, da sie im Urlaub weilte. Also habe ich das erste Mal einen Lauf mehr oder weniger alleine bestritten. Wobei auch auf diesen Lauf im Lauftreff hingearbeitet wurde, so dass sich viele Mittwochs-Mädels dort einfanden.
Aber erst einmal hieß es sich anstellen, um sich seine Startnummer und Lauf-Shirt abzuholen. Das hat mir in Mannheim besser gefallen. Da kann man ein paar Tage vorher alle Unterlagen bei Engelhorn-Sports abholen und ist somit vorab gerüstet.

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Der Veranstaltungsort war ziemlich cool, direkt am Rhein, Start und Ziel vor der Bar, viele Zuschauer und Mitläufer. Hier war die größte Herausforderung definitiv die „Schneckennudel-Brücke“ die zur Parkinsel hinüber führt.

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Auf dem Hinweg ging es noch einigermaßen. Ca. Kilometer 1,5. Aber auf dem Rückweg, etwa Kilometer 4,5, ist das schon wirklich fies. Und dieser Drehwurm von Brücke scheint kein Ende zu nehmen. Aber wie hat meine Lauftrainerin Gaby immer gesagt: „Das mit den Anstiegen ist nur ne Kopfsache.“ Daran muss ich wohl noch arbeiten.
Die Strecke war etwas länger als in Mannheim, die Temperaturen wesentlich angenehmer. Und hinterher gab es noch einen kleinen Sekt mit Maracujasaft und die Siegerehrung mit beleuchtetem Rheinpanorama im Hintergrund. Schöööön. Und auch noch schnell wie der Wind gewesen. Was will man mehr?

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Gesamtteilnehmer 6,5 km: 616
Platz Gesamtwertung: 248

Gesamtteilnehmer Klasse W40: 226
Platz Klasse W40: 83

Gesamtzeit: 39,20 Stunden
Pace pro KM: 6:00 Minuten

Der letzte Lauf fand dann vor kurzem, am 20. September 2015 statt: Der 21. Mutterstadter Volkslauf. Leider musste ich auch hier kurzfristig alleine starten, weil Michis Sohn krank geworden war. Das empfand ich schon als Herausforderung. Nach Mutterstadt, wo ich noch nie gewesen war, zu einem Lauf, den ich nicht kannte. Aber auch das war dann gar kein Problem. Ich traf auf dem Weg vom Auto zum Veranstaltungsort sogar einen guten Freund meiner Eltern und so war die Wartezeit vor dem Start und bis zur Siegerehrung angefüllt mit Fachsimpeleien.

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Auch bei diesem Lauf habe ich wieder jemanden gefunden, der mich ein paar Kilometer mitgezogen hat. Die Frau und ich liefen bestimmt zwei bis drei Kilometer zusammen, wobei ich immer den Eindruck hatte, sie macht das ganz locker und ich keuche aus dem letzten Loch. Aber dann, ganz plötzlich, blieb sie stehen und ich lief weiter. Später trafen wir uns bei der Getränkeausgabe und sie bedankte sich fürs Mitziehen und erklärte, sie habe Seitenstechen gehabt und hätte das Tempo nicht mehr mitlaufen können. Wie man sich doch manchmal täuscht.
Die 10 Kilometer waren toll. Zwei Runden durch den Mutterstadter Wald, die Sonne kam später noch heraus und es regnete, trotz meiner Befürchtungen, nicht. Meine Zeit war auch prima. Eine ganze Minute schneller als in Sandhofen zu Beginn der Saison. Wenn ich jetzt noch die Zeiten vom 6 Kilometer-Lauf auf einen 10 Kilometer-Lauf übertragen könnte, wäre ich der King.

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Gesamtteilnehmer 10 km: 338
Platz Gesamtwertung: 307

Gesamtteilnehmer Klasse W40: 23
Platz Klasse W40: 14 (das klingt doch cool, oder :D)

Gesamtzeit: 1:03 Stunden
Pace pro KM: 6:30 Minute

In diesem Jahr stehen noch zwei 10 Kilometer-Läufe in Maxdorf und Feudenheim an. Auf letzteren arbeitet gerade der Lauftreff hin, sodass wir auch dort sicherlich wieder mit mehreren Mädels starten. Wenn alles läuft wie geplant, haben Michi und ich damit erfolgreich am Engelhorn-Cup teilgenommen. Das wäre doch mal was.

Ich glaube, ich bin jetzt schon viel motivierter.

Es gibt so viele Gründe, warum hier in letzter Zeit keine Beiträge mehr erscheinen. So viel hat sich grundlegend in unserem täglichen Leben geändert.

Das, was uns zeitlich am meisten durcheinander wirbelt ist wohl, dass ich wieder angefangen habe zu arbeiten. Und ich liebe es. Ich hatte ganz vergessen wie befriedigend es sein kann, nicht mehr nur „die Mama von“ zu sein, eigene Entscheidungen zu treffen und Erfolgserlebnisse jenseits vom Alltag als Hausfrau und Mutter zu haben. Ich habe tolle Kollegen, eine anspruchsvolle, aber machbare Aufgabe, die mich jeden Tag wieder auf eine angenehme Art fordert und kann für vier Stunden einfach Ich sein. Und auch wenn diese Stelle nur bis Ende des Jahres befristet ist, hat sie mich doch schon jetzt so viel weiter gebracht, meinen Horizont erweitert (man muss sich mal vorstellen, dass ich 26 Jahre lang nur einen einzigen Arbeitgeber hatte) und mir gezeigt, dass ich immer noch flexibel und rege im Kopf bin. Vielleicht kann das der Ein oder Andere da draußen nachvollziehen.

Ein paar Wochen vor meinem Arbeitsantritt wurde Miss Allerliebst zudem ein Kindergartenkind. Bis zu den Sommerferien stand ihr das Fräulein Wunder dort noch zur Seite, was vieles einfacher machte. Zum Beispiel die Eingewöhnung in der Frühgruppe. Denn durch meinen Start in die Arbeitswelt verschoben sich auch die morgendlichen Zeiten der Kinder. Die ersten Wochen brachte ich die beiden Mädels noch gegen halb neun in den Kindergarten, da ab da ihre Erzieherinnen anwesend waren. Doch schon bald fing ich früher an zu arbeiten und die Kinder mussten zwischen halb acht und acht in den Kindergarten. Bis halb neun werden dort alle Kinder in einer Frühgruppe betreut. Mit Erziehern, die Miss Allerliebst und das Fräulein Wunder nicht wirklich kennen.
Auch diese Hürde haben wir  inzwischen ganz gut gemeistert. Schwierig wurde es dann noch einmal nach den Sommerferien, als das Fräulein Wunder in die Schule kam. Denn ab da musste Miss Allerliebst morgens alleine in den Kindergarten und in die Frühgruppe.
In der ersten Woche weinte sie bereits zu Hause beim Zähneputzen, dass sie nicht in den Kindergarten sondern mit dem Fräulein Wunder in die Schule gehen wolle. Aber es half ja nichts. Ich blieb in der Anfangszeit noch ein bißchen mit ihr in der Frühgruppe, ließ mir in der Spielküche ein Frühstück richten oder legte mit ihr ein Puzzle, bevor ich mich dann doch verabschiedete.
Inzwischen klappt auch diese Verabschiedung mehr oder weniger reibungslos. Miss Allerliebst hat sich daran gewöhnt, ohne ihre Schwester den Kindergarten zu besuchen und alle Erzieher bestätigen mir, dass sie sich gut eingelebt hat und sich zurecht findet. Zudem sind nach den Ferien weitere, neue und jüngere Kinder in die Gruppe hinzu gekommen, was sie nun zu einer „Großen“ macht und das scheint ihr ausnehmend gut zu gefallen.

Tja. Und dann ist da natürlich das Fräulein Wunder. Mein wundervolles, großes Schulkind. So viele Gedanken, die ich mir im Vorfeld gemacht habe. So viele Ängste und Befürchtungen, die ich hatte und die ich sie nie spüren lassen wollte.
Sie freute sich wie wahnsinnig auf die Schule. „Mama, gell, jetzt fängt der Ernst des Lebens an?“ „Hm, was ist denn der Ernst des Lebens für Dich?“ „Na, da kann ich endlich alles alleine lesen und darf ins Bett gehen wann ich will.“ So viel also zu den Träumen einer Sechsjährigen.
So viel war vorab zu organisieren. Der Hortplatz, den wir quasi in letzter Minute bekamen, die ewig lange Liste mit Schulmaterialien, die besorgt werden wollten, die Suche nach dem richtigen Schulranzen, der passenden Schultüte, das Beschriften jedes Heftes und jedes Buntstiftes und das Organisieren der Einschulungsfeier.
Und dann der große Tag. Ich glaube, ich war aufgeregter als das Fräulein Wunder selbst. Würde alles klappen? Wie würde sich das Fräulein in der Schule und in ihrem neuen Hort zurecht finden? Der schlimmste Moment war für mich, als nach der offiziellen Feier in der Schulturnhalle die Kinder einzeln aufgerufen und ihrer jeweiligen Klassenlehrerin zugeteilt wurden. Als sie dann gemeinsam einfach so aus der Turnhalle spazierten, standen mir dann doch die Tränen in den Augen. Zum Einen natürlich vor grenzenlosem Stolz und zum Anderen wegen einer gehörigen Portion Wehmut. Da ging sie dahin mein Baby. Irgendwie hatte ich sie doch erst gestern noch als kleines Bündel an mich gedrückt, meine Nase in ihrem weichen Babyhaar versenkt und ihr Küsse auf die Wange gedrückt, ohne dass sie hinterher das Gesicht verzieht, laut „Bääääh“ ruft und sich demonstrativ die Wange abwischt. Hach!
Inzwischen ist eine Woche Schule vergangen. Und alle meine Befürchtungen und Ängste haben sich in Luft aufgelöst. Am meisten Bedenken hatte ich wegen des Horts, da sie als einzige aus ihrer Klasse und ohne ihre langjährigen Freunde dort hin geht. Aber bereits am zweiten Tag verkündete sie mir, sie habe eine Freundin gefunden und ich solle sie am nächsten Tag doch bitteschön etwas später abholen. Meine Tochter!
Sie macht meist schon im Hort selbstständig ihre Hausaufgaben („Mama, das ist voll Baby!“), sie muss sich (als in dieser Hinsicht verwöhnte Erstgeborene) mit dem Mittagessen dort arrangieren („Ich hab‘ die Soße ein bißchen abgekratzt, aber es war trotzdem eklig.“) und sich mit ihr fremden Menschen auseinander setzen („Ich habe so ein Glück, dass ich so eine nette und freundliche Lehrerin habe.“). Noch findet sie die Schule total spannend, freut sich jeden Morgen wieder hin gehen zu dürfen und sehnt den Tag herbei, an dem sie endlich lesen kann.
Wie sehr sie all dies Neue belastet, merkt man dann erst am Nachmittag. Wenn die Kräfte langsam schwinden, wenn sie müde wird. Dann reicht irgendeine Nichtigkeit, dass sie förmlich explodiert. Dann wird geschrien und geheult und getobt. Wir kennen dies ja nun schon, seit sie geboren wurde, aber es bringt uns immer noch relativ schnell an unsere Grenzen. Es ist, als renne man immer wieder mit voller Wucht gegen eine Betonwand. Da hilft kein Reden, kein Zuhören, kein Schimpfen, kein Schreien, kein Beschwichtigen, keine Liebesbekundungen. Das müssen alle Beteiligten einfach aushalten so lange es dauert. Auch gerne mal eine Stunde am Stück. Danach sind wir alle erschöpft, aber irgendwie auch geerdet.
Unfassbar wie schwer und kräftezehrend es ist, äußerlich und innerlich zu wachsen.

Und so rast die Zeit dahin. Vielleicht schaffe ich es in Zukunft ja doch ab und an, sie hier ein klein wenig festzuhalten.