Gestern traf unser Fräulein Wunder endlich auf die „echte“ Pippi Langstrumpf. Die Freilichtbühne Mannheim zeigte das Theaterstück mit ganz vielen Kinder- und Nachwuchsschauspielern in einer herrlichen Kulisse.
Ich war gespannt, wie das Fräulein das Stück wohl aufnehmen würde. Würde sie enttäuscht sein oder gar empört, wenn die Pippi auf der Bühne nicht wie die Pippi aussah oder redete, die sie aus dem Fernsehen kannte? Würde sie die geschätzten zwei Stunden Aufführung gespannt verfolgen oder ab der Hälfte gelangweilt herumhibbeln? Und überhaupt, wie würde ihr wohl ihr erstes, richtiges Theaterstück gefallen?

Angefangen hat es in sofern schonmal sehr gut, dass im gleichen Park, in dem das Theater steht, ein Gemeindefest stattfand. Wir holten uns also eine Stunde vor Vorstellungsbeginn die Karten an der Kasse ab und schlenderten dann noch eine Runde durch Bratwurstdurft und sommerliches Biergartenflair. Auf einer riesigen Hüpfburg konnte sich das Fräulein noch eine viertel Stunde austoben und obendrein gab es auch noch ein Eis, das sogar noch bis Vorstellungsbeginn reichte.

Doch sobald die kleine Pippi Langstrumpf auf die Bühne hüpfte und das gesamte Theater den Pippi-Titelsong vor sich hin schmetterte, war das Eis vergessen. Das Fräulein starrte fasziniert auf die Bühne und fieberte mit. Sie klatschte frenetisch, sie sang und guckte und lachte und kicherte und drückte meine Hand und an manchen Stellen (die Diebe mochte sie auch schon auf der DVD nicht und es war ihr auch unheimlich, wenn die Schauspieler durch die Ränge liefen), kuschelte sie sich schutzsuchend an mich.
Herr Nielson wurde von einem Kind im Affenkostüm gespielt, doch der kleine Onkel war tatsächlich ein richtiges, echtes Pony! Alle Figuren, die uns aus der Fernsehserie der 70er Jahre so vertraut sind, waren da: Die beiden Schutzmänner, die Prusseliese, die Diebe, die Lehrerin, die vergeblich Pippi die „Plutimikation“ beibringen wollte und natürlich Tomy und Annika. Das ganze Ensemble hat wunderbar gespielt und gesungen. Zwei, drei Pyroeffekte ließen uns mit ihrem lauten Knall erschrocken zusammen zucken. Und als dann auch noch Pippis Vater mit seiner gesamten Piratencrew heran schipperte, fand das Stück seinen gelungenen Abschluss.

Das Fräulein Wunder und ich waren wie verzaubert und es war garantiert nicht das letzte Mal, dass wir uns ein Stück dort angesehen haben.

Noch bis Ende August zeigt die Freilichtbühne Mannheim Pippi Langstrumpf sonntags um 16.00 Uhr. Jeder, der die Möglichkeit hat, sollte da unbedingt hingehen. Und ich überlege, ob ich mir mit dem tollen Mann nicht einmal eine Abendvorstellung gönnen sollte. Zur Zeit wird „Cabaret“ gegeben. Mal schauen.

VillaKunterbung

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