Ich habe das riesengroße Glück, dass der tolle Mann ein hervorragender Papa ist. Alleine seine Anwesenheit entspannt mich im Umgang mit den Kindern. Nicht nur, dass er sich gerne und viel um sie kümmert, er ist auch immer wieder ein guter Ratgeber, da er viele Alltagssituationen aus einem anderen Blickwinkel sehen kann und mich damit wieder auf den Boden der Tatsachen zurück holt wenn ich mal wieder mit meiner Ich-bin-eine-schlechte-Mutter-meine-Kinder-werden-mich hassen-Phase abhebe.
Es macht mich demnach durchaus ein bißchen nervös, wenn er so wie das vergangene Wochenende nicht bei uns sein kann.

Vor mir lag also ein ganzes, langes Wochenende mit Kindern, aber ohne Mann.

Vorab sei zu sagen, dass ich weiß, dass das hier Jammern auf hohem Niveau ist. Es gibt ganz viele Alleinerziehende Mütter, die Tag und Nacht alleine für ihre Kinder verantwortlich sind. Und es gibt auch solche, die (vorübergehend) ohne Papa mit mehr Kindern alleine klar kommen und dabei noch großartige Spendenaktionen ins Leben rufen und täglich bloggen. Respekt! Da ist ein Wochenende ohne Mann natürlich Pipifax.
Und trotzdem. Drei Tage ohne Unterstützung wollen organisiert sein. Außerdem hatte ich mir vorgenommen, unser Mädelswochenende ganz entspannt anzugehen und es für uns drei zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Alltag kann schließlich jeder und den haben wir sonst auch genug.

Freitags gehe ich mit Miss Allerliebst immer turnen. Danach schläft sie, so dass das Einkaufen später stattfinden musste. Wir holten also das Fräulein Wunder vom Kindergarten ab und fuhren gleich weiter in den nächsten Supermarkt. Wir kauften alles, was man für ein Mädelswochenende so brauchen kann: Jede Menge Süßigkeiten, Joghurts in rauen Mengen (die Kinder könnten sich eigentlich nur davon ernähren) und natürlich noch ein paar gesunde Vitamine für zwischendurch. Zum Abendessen hatte sich das Fräulein Chicken-Nuggets mit Pommes, Pizza und Spaghetti gewünscht. Auch dafür wanderte alles in den Einkaufswagen. Außerdem gab es obendrauf noch zwei Pakete Eis: Twister für die Mädels, Magnum-Mandel für mich.
Am Nachmittag besuchte uns Onkel Andreas. Während die Kinder im Hof Fußball spielten und danach noch eine Runde im Trampolin hüpften, konnten wir mal wieder ein wenig quatschen. Danach gab es heißen Kakao, Kaffe und Tee mit Quarkbällchen für alle (wobei das Fräulein und ich die Bällchen ganz alleine gefuttert haben, willkommen auf meiner Hüfte).
Das Abendessen war schnell gerichtet. Nuggets und Pommes in den Ofen und dabei mal gucken, was so auf KIKA läuft. Das Programm von 18.00 bis 19.30 Uhr hat uns das gesamte Wochenende begleitet. Man darf sich gerne darüber streiten, ob essen vor dem Fernseher gesund ist (ist es wohl leider nicht), aber das gehört zu einem richtigen Mädelswochenende eben dazu. Nach dem kleinen Nick, Lauras Stern, dem Sandmann und Yakari (Miss Allerliebst singt den Titelsong einfach allerliebst) ging es dann ins Bad und anschließend ins Bett.
Auch dies klappt mittlerweile hervorragend. Während ich dem Fräulein noch eine Geschichte vorlese, räumt die Miss die Bücher aus den Regalen und guckt sie sich an. Danach Gutenachtkuss für das Fräulein, noch zwei Seiten Buch angucken mit der Miss und um halb neun schliefen beide friedlich.

Samstagmorgen war der Besuch eines Indoorspielplatzes geplant. Wir waren nicht ganz so früh, wie ich beabsichtigt hatte. Irgendwie dauerte das Aufstehen, Anziehen und Frühstücken etwas zu lange. Aber schließlich stürmten wir um 11 Uhr dann doch die Halle.
Bis auf drei oder vier Ausnahmen wären sämtliche – also ALLE – Tische für Kindergeburtstage dekoriert. Das ließ schlimmes ahnen. Gott sie Dank waren nur einige wenige schon vormittags besetzt. Um kurz nach eins wurde es dann langsam richtig voll und der Lärmpegel stieg ins Unermessliche. Bis dahin hatten wir drei sämtliche Höhen erklettert, riesige Türme gebaut, die Kinder hatten sich auf den Trampolinen schwindelig gehüpft (für mich die einzigen Minuten um zu Atem zu kommen, man ist ja leider nicht mehr die jüngste) und waren mit wehenden Haaren erst die Schlitten- und dann die blaue Rutsche gerutscht. Mit glühenden Wangen packte ich die Kinder ins Auto und fuhr nach Hause.
Miss Allerliebst schlief auf der Rückfahrt erwartungsgemäß ein. Ihre Schlafenszeit war schon um mindestens eine Stunde überschritten und so ein Indoorspielplatzbesuch schlaucht ungemein. Leider bekam ich sie nicht vom Auto ins Bett, wie es eigentlich geplant war. Nun gut. Zehn Minuten Mittagsschlaf mussten einfach reichen.
Nachmittags besuchten wir dann die Oma das erste Mal gemeinsam im Krankenhaus. Auf die Leukämie-Station dürfen Kinder erst ab 14 Jahren, aber da die Blutwerte im Moment sehr gut sind, konnten wir uns mit ihr und Opa im Café treffen. Wir verdrückten riesige Eisbecher (widererwartend bekam Opa rein gar nichts von seinen Enkelinnen ab) und verließen Oma um kurz nach fünf.
Auf dem Heimweg hielten wir dann an der ortsansässigen Pizzeria und besorgten unser Abendessen. Das Fräulein Wunder war sichtlich fasziniert davon, wie hier die Pizza gebacken wird, Miss Allerliebst interessierte sich mehr für die Spielautomaten.
Wieder versüßten uns Sandmann und Co. den Abend. Miss Allerliebst erlebte Yakari allerdings nicht mehr, da sie verständlicher Weise hundemüde ins Bett fiel (auch wenn ich dafür doch noch etwas Überzeugungsarbeit leisten musste).
Zwanzig nach Acht schaltete ich zu Liam Hemsworth und Natalie Portman und torkelte danach direkt Richtung Bett.

Der Sontagmorgen lief extrem entspannt. Wir hatten erst am Nachmittag den nächsten Termin. Die Kinder sprangen nach dem Aufstehen erst einmal in die Badewanne, während ich das Bad mal wieder ordentlich putzte. Danach Frühstück, Wäsche (das Fräulein hatte tatsächlich am Morgen die letzte Unterbuxe aus dem Schrank angezogen *räusper*) und ein bißchen Aufräumen. Um halb zwölf ging Miss Allerliebst ohne zu murren ins Bett. Während das Fräulein Olympia guckte (sie liebt Wintersport, ich kann dem gar nichts abgewinnen), konnte ich mal wieder in Facebook stöbern und mich durch diverse Spielchen klicken.
Um zwei Uhr stand dann Lieblingssusi vor der Tür und wir fuhren gemeinsam mit dem Zug den Papa auf der Erlebnis Motorrad-Messe besuchen. Abgesehen davon, dass die Parkplätze hoffnungslos überfüllt waren, hatte die Zugfahrt auch noch den Effekt, dass die Kinder auf dem Weg vom Bahnhof zur Messehalle rennen und springen konnten, während Susi und ich uns auf den neusten Informationsstand brachten. Sehr entspannt und mal wieder bitter nötig.
Das Fräulein Wunder freute sich wie Bolle, den Papa zu sehen, hatte sie doch bereits beim Frühstück bemerkt, dass sie den Papa vermisste. Sie wollte dann auch lieber bei ihm bleiben, als mit uns eine Runde durch die Halle zu drehen. Diesen Part empfand ich dann tatsächlich als etwas anstrengend. Schön war, dass ich meine Kollegen und die Kollegen meines Mannes traf, anstrengend, dass die Miss alles anfassen und bestaunen wollte, aber Motorräder für tausende von Euro dafür nicht unbedingt geeignet sind.
Später dann mit dem Zug wieder nach Hause, Spaghetti kochen und uns von Yakari ins Bett winken lassen.

Heute ist Montag. Ich genieße den ruhigen Vormittag. Und die Gewissheit, dass der tolle Mann heute Abend nach Hause kommt. Er hat seine Kinder auch vermisst und schon einen Ausflug geplant (ich arbeite heute Nachmittag).

Alles in allem war dieses Wochenende also anstrengend aber trotzdem extrem entspannt und erlebnisreich. Nicht zu letzt auch, weil das Fräulein Wunder schon ein so großes Mädchen ist und mich unterstützt hat, wo es nur ging. Wir hatten keinen einzigen Streit an diesem Wochenende, wir haben viel gelacht, miteinander geredet und erlebt. Und auch wenn mir heute doch ein wenig die Knochen weh tun, habe ich dieses Wochenende doch genossen. Ich schließe mit einem großen PUH und einem ebenso großen HACH :-).

  • Montag habe ich nach neun Jahren wieder einen Termin beim Zahnarzt. Ich schwitze Blut und Wasser und trotzdem fühlt es sich doch nicht so furchtbar an, wie ich das erwartet habe. Der Arzt reißt entsetzt über seine neue Patientin die Augen auf als er hört, wie lange ich nicht zur Vorsorge war und empfiehlt mir gleich ein Röntgenbild zu machen.
    Als er dieses bewundert, ist er nicht gerade begeistert. Er erzählt mir etwas von Zahnreinigung, zwei kleinen Löchern und von meinen Weisheitszähnen, die eigentlich fällig sind. Ich muss die ganze Zeit daran denken, was der tolle Mann mir gesagt hat: „Der Doc sieht aus wie Roger Willemsen und ist genau so beruhigend.“ was mich innerlich grinsen und damit den Termin gut überstehen lässt (wahrscheinlich trägt auch dazu bei, dass der Arzt erstmal nix macht und mir einen neuen Termin gibt).
  • Dienstag morgen frühstücken Miss Allerliebst und ich mit den Geburtsvorbereitungsmädels in einem kleinen, netten Cafe. Danach hole ich direkt das Fräulein Wunder vom Kindergarten ab und bereite in der kurzen Zeit, in der Miss Allerliebst ihren Mittagsschlaf hält, einen Teil meines Krabbelsackgeschenkes für den Abend vor.
    Um drei sind wir bei Ramona zu Käfertreffen. Diesmal ganz gemütlich und entspannt, denn abends treffen wir uns zu unserem alljährlichen Weihnachtsessen mit Krabbelsack. Zu Hause bringe ich die Vorbereitungen für das Wichtelgeschenk noch schnell zum Abschluss, bevor ich in Rekordzeit dusche und dann zum Bus haste.
    Ich verschenke lediglich einen Gutschein des Lokals in dem wir essen (recht teuer aber leeeecker) und gestalte dafür die Übergabe etwas aufwendiger: Eine Schnitzeljagt mit Käfer-Kreuzworträtsel, Suchen auf der Toilette, Rebus-Rätsel und Hinweissuche. Ich bin zufrieden und ziehe selbst Kosmetika und Licht und Liebe. Hach.
  • Niko
  • Mittwoch bin ich um 10.30 Uhr mit meiner Mama bei der Kosmetik und muss dort erfahren, dass meine heißgeliebte Kosmetikerin ihren Job wegen gesundheitlichen Problemen aufgibt. Ich bin untröstlich!
  • Donnerstag Morgen sitze ich bereits um 8.45 Uhr auf dem Untersuchungsstuhl meines neuen Zahnarztes. Eine Helferin nimmt die erste Zahnreinigung meines Lebens vor. Sie ist fast eineinhalb Stunden beschäftigt, während ich „Millionär“ als Hörbuch höre. Ich bin zwar froh, als es vorbei ist, aber so schlimm wie ich mir das ausgemalt hatte, war es auch nicht.
    Abends geht der tolle Mann mit seinen Kollegen was trinken, so dass die Mädels und ich alleine sind. Wir machen uns einen netten Abend, essen gemeinsam und ich bringe die beiden erfolgreich noch vor acht ins Bett.
  • Freitag morgen habe ich einen Termin beim Frisör. Nachschneiden. Kürzer schneiden. Wie auch immer. Miss Allerliebst begleitet mich und will leider nicht, wie geplant, den Termin verschlafen. Also sitzt sie, eingehüllt in meinen Umhang auf  meinem Schoß und beobachtet ganz genau, was meine Frisörin da so treibt.
    Tante Anneliese kommt am Nachmittag zu Besuch, so dass das Fräulein Wunder im totalen Glück ist. Um halb fünf wird sie zudem noch von Opa abgeholt, um mit Oma zum Frisör zu geschickt. Sie sieht danach einfach zum Anbeißen aus.
    Um halb acht werde ich von Kathi abgeholt. Wir fahren nach Speyer, zur Geburtstagsfeier unserer Lieblingssusi. Wir schwelgen in Rotwein und Spaghetti, Susi freut sich sichtlich über die Teekanne mit Stövchen und wir bewundern immer wieder ihre neue Wohnung, die zwar klein ist, aber von ihr toll eingerichtet wurde.
  • Samstag darf ich ausschlafen und so weit ich mich erinnern kann, hängen wir gemütlich zu Hause rum und machen nix bis nicht viel.
  • Sonntag sind wir abends auf der Nikolausfeier des Kleintierzuchtvereins, dem Schwiegerpapa früher einmal angehörte und von dem er jetzt Ehrenmitglied ist. Die Feier zieht sich ein wenig, ich kenne die Leute nur vom sehen und glaube auch, nicht viel Gemeinsamkeiten mit ihnen zu haben. Trotzdem ist es immer wieder interessant. Der Nikolaus kommt schließlich nicht, sondern schickt einen Vertreter aus dem Verein, der den wenigen, anwesenden Kindern eine Tüte Schokolade überreicht. Das Essen lässt leider auch sehr lange auf sich warten, so dass wir erst um neuen nach Hause fahren und das Fräulein Wunder am nächsten Morgen mehr als müde ist.

Wenn Du Dich schon Tage vorher darauf freust und Du es kaum erwarten kannst. Wenn Du Dich gleich wie zu Hause fühlst und Du trotz Mordshunger den Spaziergang zum Restaurant genießt. Wenn die Worte nie ausgehen und Du tief über den Tisch gebeugt den Schilderungen lauschst. Wenn Du das Gefühl hast, Du konntest ein bisschen helfen und auch Du wurdest verstanden. Wenn Du die gleichen Sachen denkst, fühlst und sagst. Wenn Du winkst und lachst und den entscheidenden Satz dann doch nicht herausbekommst. Wenn Du den gleichen Rechnungsbetrag hast. Wenn Du unbekümmert über Deine Blähungen sprechen kannst. Wenn Du Dich über ein Geburtstagsgeschenk ganz doll freust und im Kerzenschein Freundinnen-TShirt-Fotos machst. Wenn Du Bilder anschaust und dabei kuschelst. Wenn Du die Zeit vergisst und traurig bist, wenn der Abend vorüber ist.

Dann hattest Du einen wunderschönen Mädchenabend.

Liebes Tagebuch.

Um halb sechs bin ich wach und voll da. Mama versucht noch eine halbe Stunde vergeblich, mich wieder in den Schlaf zu wiegen, aber am Ende siege dann doch ich. Ich bekomme meine Flasche, werde angezogen und dann geht Mama mit mir spielen.

Um acht bin ich dann aber doch wieder müde und schlafe noch eine dreiviertel Stunde.

Heute hat Papa Urlaub (gestern waren ein paar Typen da, die ich nicht kenne und mit denen ist er dann losgezogen. „Männerabend“ hat Mama gesagt). Am Vormittag gehen wir mit Opa einkaufen. Wir fahren dazu mit dem neuen Auto und Mama sitzt hinten mit mir und macht dauernd Faxen. Das gefällt mir.
Das Einkaufen dauert ziemlich lange und immer vorne in dem doofen Wagen zu sitzen, wird auf Dauer auch langweilig. Also trägt Papa mich eine Weile durch die Regale, das finde ich toll. Da kann ich nämlich viel mehr sehen und er kitzelt mich immer so schön. Ich darf ganz viel anfassen und angucken. Das knistert so schön und fühlt sich mal kalt, mal hart und mal weich an.

Als wir wieder zu Hause sind, bekomme ich mein Mittagessen. Immer noch finde ich diese Gläschenpampe nicht sonderlich prickelnd (obwohl Mama sagt, dass sie extra für mich gekocht hätte, aber es schmeckt auch nicht besser). Mama hat aber ein System entwickelt, damit es nicht mehr ganz so schlimm ist: Ein Löffel Obst, ein Löffel Karotten. Das geht. Gerade so. Wenn es denn sein muss.

Nach meinem Mittagsschlaf darf ich mit Papa noch ein bisschen auf der Couch schmusen, dabei beschließen Mama und Papa, dass sie noch in die Stadt fahren wollen.
Also werde ich wieder in meinen Maxi-Cosi und ins Auto gepackt (Mama sitzt diesmal vorne).

Papa parkt mal wieder ganz komisch halb auf dem Bordstein, dann werde ich in meinen Kinderwagen gepackt und wir bummeln ein bisschen durch die Fußgängerzone. Mamas Lieblingscafe hat sogar noch einen Platz auf dem gemütlichen Sofa frei und so bekomme ich dort meinen Nachmittagsbrei. Den mag ich inzwischen wieder ganz gerne.
Und als wir da so sitzen (Mama und Papa unterhalten sich, während ich mit dem Mann am Nebentisch flirte. Klar, er ist ein bisschen zu alt für mich, aber er findet mich so süß und ich ihn witzig), steht plötzlich eine große, hübsche Frau vor unserem Tisch und sagt sowas wie „Ich habe gerade meinen Augen nicht getraut. Wie cool ist das denn?“
Mama und Papa haben sich ganz doll gefreut, Lieblingssusi so zufällig zu treffen. Die hat dann auch mit uns noch einen Kaffee getrunken und sie haben ganz viel erzählt und gelacht.

Dann wurde es aber langsam spät und Papa wollte doch unbedingt noch in diesen CD-Laden wegen dieser bestimmten Platte. Also wurde ich wieder eingepackt, als befänden wir uns in Sibirien. Der Laden, in den wir dann gehen, heißt Saturn und Mama sagt, dass das das Schlaraffenland für CD-Liebhaber wäre. Aber seine CD bekommt Papa da trotzdem nicht. Wer hätte auch gedacht, dass Fehlfarben gleich ausverkauft sein würde?
Dafür kaufen sie jede Menge reduzierte Sachen, über die sie sich ganz doll freuen.

Um sieben sind wir zu Hause. Ich habe so einen Hunger, dass ich ganz vergesse, dass ich den Brei ja gar nicht mehr mag und die ganze Portion hinunterschlinge!
Ich bin noch ziemlich aufgedreht, als Mama mich ins Bett legt, aber auch soooo müde, so dass ich mich zwar noch ein bisschen herum kugele, aber dann doch ganz schnell einschlafe.

Ein schöner Tag! Papa könnte ruhig öfter zu Hause sein.

Dein Fräulein Wunder

In letzter Zeit scheint es, als setzten alle meine Freunde ihren Neujahrsvorsatz: „Mal wieder mit Keks treffen“ in die Tat um. So kommt es, dass ich bis in den März hinein mit Kaffeetrinken, Essengehen und Kaffeetrinken ausgebucht bin.

Gestern Abend also die grandiose Eröffnung des Ausgehreigens: Lieblingssusi und Lieblingsthailänder – eine unschlagbare Kombination.

Vieles hat sich verändert in den sechs Jahren, die wir uns jetzt kennen (Lieblingssusi und ich. Nicht der Thailänder. Sie verstehen.). Aber das Gefühl ist das Gleiche.

Ich habe in meinem bisherigen Leben ganz selten Menschen kennengelernt, die ich auf Anhieb richtig sympathisch und liebenswert fand. Aber bei ihr war das so. Sie betrat den Raum, wir unterhielten uns ein wenig und bereits nach einem Abend war mir klar, dass ich diese Frau ganz fest in mein Herz schließen könnte. Wenn es sich denn ergibt. Wie das eben so ist, wenn Männer ihre neuen Freundinnen mitbringen und man sich nicht sicher sein kann, ob sie nächste Woche auch noch dabei sein werden.

Doch sie kam wieder und ich weiß noch, dass ich damals unglaublich bemüht war, ihr zu gefallen. Dabei brauchte ich das gar nicht. Wir verstanden uns auf Anhieb. So ein bisschen seelenmäßig, humoristisch und gefühlsmäßig.

Wir unterscheiden uns sehr in der Art unseres Charakters. Aber das ist wohl das, was es unter anderem so spannend macht. Wir können jederzeit vom Anderen lernen und uns Rat holen. Und bei ihr fällt es mir gar nicht schwer, diesen Rat auch anzunehmen. Weil ich weiß, dass er von Herzen kommt und dass sie (meistens) Recht hat. Wir können ehrlich zueinander sein und ich kann ihr Dinge anvertrauen, die mir bis dahin selbst gar nicht bewusst waren. Weil sie meinen Geist beflügelt und mir immer zuhört.

Wegen ihr haben die Schuhe und Socken, die ich trage, meist die gleiche Farbe wie meine T-Shirts/Pullover. Sie ist die einzige, mit der ich in einer Umkleidekabine BHs anprobiert habe und mit der ich zwischen 30 anderen mehr oder weniger nackten Mädels unter einer Festivaldusche stand. Sie war der Anstoß für mein WW-Programm. Sie hat dem Fräulein ihren Schlafgefährten geschenkt. In ihr habe ich einen ebenso großen Musikjunkie wie mich gefunden. Ich bewundere sie für ihre Sportlichkeit (mit dem Fahrrad nach Nizza *Vogelzeig*), ihre Liebe zur Natur und die einfachen Dinge des Lebens.

Ich habe mal zu ihr gesagt, dass ich mir nicht vorstellen könnte, mit ihr zusammen zu leben. Damals war sie ein wenig kompliziert. Heute würde ich sofort und jederzeit in ihrem Bett schlafen.

Ich hab sie eben lieb, weil sie mich so nimmt wie ich bin und weil ich mich in ihrer Gegenwart wirklich wohl fühle und nicht unsicher oder fehl am Platz.

Es war also ein wirklich wunderschöner Abend, der nur so dahin geflogen ist. Ich wünschte nur, es könnte mehr von diesen Abenden geben.