Heute ist scheinbar der Tag des Bloggens. Ihr müsst selbst entscheiden, ob euch das gefällt oder nicht.

Ich habe gerade eben jedenfalls entdeckt, dass GoLive wieder funktioniert. Damit habe ich endlich die Möglichkeit, zu meinem Bücherstöckchen die erste Version zu veröffentlichen.
Ich schreibe ja grundsätzlich immer erst einmal drauflos und gucke dann, was dabei herauskommt. In diesem Fall hat mich das alles zu nichts geführt, weswegen ich nach einer Weile frustriert aufgegeben habe, um ein paar Tage später mit etwas Neuem anzufangen und dies auch zu beenden.

Wer also Lust hat, kann das unfertige Werk hier besichtigen.

Werbeanzeigen

Ich weiß gar nicht, warum ich das hier immer wieder vergesse. Heute also auch einen Tag später.

1. Können wir jetzt vielleicht die Fußball-WM gewinnen?

2. Nutella ist besser als alle anderen Nussnougatcemes.

3. Man stelle sich vor, dass ich Freunde habe, die bereits eine Nacktschnecke im Mund hatten.

4. Ich befürchte, manche Menschen halten mich für seltsam und eigenartig.

5.  Heute Nacht um halb 2  fing das Fräulein an zu weinen und konnte mit einer Flasche Tee nach einer halben Stunde beruhigt werden.

6.  Pasta mit Pesto Calabrese von Barilla, dazu frisch geriebenen Parmesankäse, das könnte ich momentan täglich essen!

7. Was das Wochenende angeht, gestern Abend freute ich mich wahnsinnig auf ein Treffen mit Lieblingssusi, heute habe ich das Nachholen unseres Hochzeitstagsessen und ein Besuch auf dem Seckenheimer Straßenfest geplant und Sonntag möchte ich mit dem tollen Mann und dem Fräulein zum „Lebendigen Neckar“.

Bei meiner Wandlung durch das Netz bin ich durch den Kinderdoc auf das nun folgende Stöckchen aufmerksam geworden. Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich die Aufgabe wohl etwas falsch verstanden habe (war ja klar, ne?), aber dieses Stöckchen hat mich endlich dazu gebracht, nach fast zwei Jahren (!) Schreibabstinenz wieder  ein paar Sätze mit Sinn aneinander zu reihen. Ob es gelungen ist, wage ich nicht zu beurteilen.

Demnach also folgende Aufgabe:

1. Suche dir fünf Bücher aus der näheren Umgebung zusammen. Check!

2. Suche folgende Sätze aus diesen Büchern heraus (und ich hätte hier gerne geschummelt, weil die Sätze teilweise so blöd waren, aber ich habe mich brav an die Vorgabe gehalten)

Erster Satz des ersten Buches (Walter Moers – Die Stadt der Träumenden Bücher):
Hier fängt die Geschichte an.

Letzter vollständiger Satz auf Seite 50 des zweiten Buches (D.L. Wilson – Calix):
Sie fragte ihn nach seiner Einschätzung, wie sich eine direkte Nachkommenschaft Jesu auf die Kirche auswirken würde.

Zweiter vollständiger Satz auf Seite 100 des dritten Buches (Michael Winterhoff – Warum unsere Kinder Tyrannen werden):
Jeder dürfte diesen Satz und noch eine Reihe ähnlicher elterlicher Verweigerungsaussagen in seiner Kindheit gehasst und das rapide Ende der eigenen Kindheit herbeigesehnt haben, um endlich hinter die letzten Geheimnisse der Welt gelangen zu können, die Eltern, Großeltern und Lehrer so beharrlich vor einem verbargen.

Vorletzter vollständiger Satz auf Seite 150 des vierten Buches (Dean Koontz – Blutvertrag):
Ihr linker Arm war ein blutiger Stumpf.

Letzter Satz des fünften Buches (P.C. Cast und Christin Cast – House of Night I, Gezeichnet):
Und ich fragte mich, wie ehrlich sie mit sich selbst war …

Check!

3. Bilde aus all diesen Sätzen eine Geschichte. Check!
Und hier habe ich dann versagt, denn eigentlich sollten lediglich die Sätze so aneinander gefügt werden, dass sie irgendeinen Sinn im Ganzen ergeben. Ich aber habe mir gleich eine ganze Geschichte aus den Fingern gesogen. Es lief etwas holprig und das merkt man wohl auch. Immerhin schreibe ich sonst auch keine Kurzgeschichten. Aber lest selbst:

(mehr …)

1. Ohne Brille kann ich nichts sehen.

2. Ich habe noch ein Buchstöckchen in petto und darauf freue ich mich später.

3. Wenn man etwas Semmelbrösel über den Käse streut, bekommt jeder Auflauf eine tolle, knurpsige Kruste (auch ohne Butterflöckchen).

4. Musik ist ein großer Teil meines Lebens.

5. Ich freu mich so auf unseren Urlaub an der belgischen Nordseeküste im Juli.

6. Ich habe volle drei Jahre Elternzeit beantragt und das ist auch vollkommen gut so.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen gemütlichen Abend mit dem tollen Mann, morgen habe ich einen Besuch des Frühlingsfestes des Geflügelzüchtervereins geplant und Sonntag möchte ich irgendetwas anderes, spannendes erleben!

A song from your childhood

Ich war sehr gespannt, ob ich den Titel bei Youtube finden würde. Und siehe da, da gab es gleich mehrere Versionen.

Wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinnere muss ich objektiv betrachtet sagen, dass meine Eltern ihren Job so gut gemacht haben, wie sie konnten. Ich glaube, dass meine Mutter mit uns beiden ab und an überfordert war und das bekamen wir dann recht heftig zu spüren. Auch wirkliche, körperliche Nähe und das Gefühl tatsächlich lieb gehabt zu werden vermisse ich im Nachhinein. Trotzdem haben sie viel mit uns unternommen und gaben uns damit ein Gefühl dafür was es bedeutet eine Familie zu sein.

Am schönsten und am deutlichsten in meinem Kopf vorhanden, sind die Erinnerungen an die verregneten Sonntage im Herbst. Mein Bruder und ich brachten meinen Eltern öfter mal das Frühstück ans Bett (und ließen in der Küche das totale Chaos zurück), wir durften Cartoons sehen und spielten mit Papa Brettspiele oder tobten mit ihm herum.
Der Nachmittag gehörte dann dem Fernseher und Peter Alexander. Filme wie „Im weißen Rößl“, „Die Abenteuer des Grafen Boby“ oder „Charleys Tante“ wurden in schwarzweiß gezeigt. Mein Bruder und ich backten Waffeln, dann hockten wir alle gemeinsam vor dem Fernseher und lachten uns über die komischen Szenen kaputt.

Und wie das damals so üblich war, spielte Musik in diesen Filmen eine große Rolle. Man könnte ja jetzt meinen, dass mir irgendein Hit von Peter Alexander im Gedächtnis geblieben wäre, aber weit gefehlt. Bill Ramsey hat sich zumindest durch einen dieser Filme (ich glaube es war „Charleys Tante“) unsterblich gemacht. Und immer, wenn ich heute irgendwo diesen Song höre, habe ich das Aroma von Waffeln in der Nase und sehe uns als Familie auf dem Sofa sitzen.

Bill Ramsey – Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett

(Das Fräulein sitzt hier gerade neben mir und tanzt. HACH!)

Your favorite song at this time last year

Letztes Jahr um diese Zeit war ich mit meinen Hormonen, dem niegelnagelneuen Fräulein und dem Einfinden in unsere neue, kleine Familie beschäftigt. Das war tatsächlich eine Zeit, in der ich keine Musik hören konnte, weil ich um jede Minute Stille tatsächlich dankbar war.

Wenn es überhaupt so etwas wie eine Lieblingsmelodie gab, dann ist das folgende. Denn wenn das Fräulein irgendwann gegen zehn wegdöste und der tolle Mann und ich endlich zu so etwas wie Abendessen kamen, dann legten wir folgende DVD ein. Noch heute versetzt mich das sofort in diese aufreibende Anfangszeit zurück.

Starsky und Hutch – Intro Season I

A song that makes you feel guilty

Sie hieß Tanja und war anders als alle anderen Mitschüler. Sie sah aus wie ein Junge und kleidete sich auch so. Ihre Stimme war recht tief und die Haare kurz geschnitten. Nichts an ihr war wirklich hübsch. Vielleicht aber auch nur, weil wir nie genau hingesehen haben.
Im Nachhinein betrachtet war sie sicherlich sehr einsam und ich möchte mir auch gar nicht vorstellen, aus welchen Familienverhältnissen sie kam. Doch die Hinweise unserer Lehrerin, wir sollten sie doch mehr in unsere Gruppe integrieren, überhörten wir geflissentlich. Mit ihr wollte keiner etwas zu tun haben.

Ihre Freunde trug sie auf Pappe aufgeklebt mit sich herum. TalkTalk, das war ihre Band und die begleiteten sie überall mit hin. Aus der Bravo ausgeschnitten trug sie ein kleines Foto immer an einer Kordel um den Hals und ein etwas größeres Poster lag während des Unterrichts auf ihren Knien.
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir sie offen gehänselt hätten. Niemand fasste sie an oder zischte ihr irgendwelche Gemeinheiten zu. Allerdings würde ich dafür auch nicht meine Hand ins Feuer legen. Für mich lief sie außerhalb meines Sichtfeldes, zu unbedeutend, als dass ich mich mit ihr beschäftig hätte. Ich hatte genug eigenen Probleme in der achten Klasse.

Doch eines Tages explodierte dieser brodelnde Topf aus abfälligen Blicken, Nichtbeachtung und offener Ablehnung. Diebe gingen in der Schule um. Genauer gesagt im Sportunterricht. Immer wieder mussten wir feststellen, dass während des Unterrichts Sachen aus unseren Schulranzen und Rucksäcken entwendet wurden. Füller, Tintenkiller, Pausenbrote, Geld … immer fehlte etwas. Und der bzw. die Schuldige war natürlich schnell gefunden.
Ich weiß gar nicht, wie genau es sich entwickelt hat, aber irgendwann herrschte die Meinung vor, dass nur Tanja es gewesen sein konnte. Ich schätze, aus einem unbedachten Kommentar wie „Hat sie nicht an diesem Tag beim Sportunterricht gefehlt?“ wurde so etwas wie eine Hexenjagt.
Sie gipfelte schließlich darin, dass Tanja ihren Schulranzen öffnete, vor der versammelten Klasse den Inhalt auf den Boden kippte und mit tränenerstickter Stimme und Wut im Bauch brüllte „Ich war’s nicht und wenn ihr mir nicht glaubt, dann durchsucht doch meine Sachen!“. Dann rannte sie aus dem Zimmer und knallte die Tür so fest hinter sich zu, dass der Rahmen vom Boden bis zum Türsturz zersprang. Damit ließ sie eine vollkommen verblüffte und totenstille Klasse hinter sich.

Doch niemand hat sie danach noch einmal beschuldigt. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich mich mächtig schämte, sie ebenfalls verdächtigt zu haben und mir vornahm, sie in Zukunft besser zu behandeln. Was ich leider nicht wirklich tat.

Nun gibt es ein bestimmtes Lied, dass zwar inhaltlich nur sehr, sehr bedingt mit diesen Vorfällen zu tun hat, das mich aber immer wieder an genau dieses Ereignis erinnert. Ich sehe dabei Tanja immer noch vor mir, wie sie wutentbrannt und vollkommen hilflos aus der Tür stürzt und mit einem Knall zum ersten Mal wirklich auf sich aufmerksam machte. Ich schäme mich heute immer noch und würde sie gerne um Verzeihung bitten, doch dazu wird es wohl nie kommen.

Kelly Rowland – Stole

1. Ich hatte gerade eine Auseinandersetzung mit dem Fräulein. Sie ist nämlich der Meinung, dass mich in ins Bein zu beißen eine ganz tolle Sache ist, über die man sich kaputt lachen kann.

2. Ich möchte vermeiden zum Fräulein zu sagen „Komm, wir gehen jetzt schlafen“, obwohl nur sie ins Bett muss oder „Die Mama macht das für dich“ anstatt „Ich mache das für dich“. Doch es passiert mir  immer wieder. Die sprachliche Verrohung ist leider kaum aufzuhalten, wenn man sich Tag ein und aus nur mit einem Baby unterhält.

3. Der dritte Satz auf der 6ten Seite des Buches, was ich gerade lese, lautet : Das warme Bad angenehmer Düfte, die beleuchtete Budweiser-Uhr und das Halbdunkel, in dem Tim saß, das Murmeln der Pärchen an den Tischen hinter ihm und die unsterbliche Stimme von Patsy Cline aus der Jukebox waren ihm so vertraut, dass sein eigenes Zuhause ihm vergleichsweise wie fremdes Territorium erschien, wenn er heimkam. (Ich liebe Dean Koontz)

4. Chai Tea Latte von Starbucks, darauf bin ich total scharf;-) .

5. Ich ging in die Küche und fand das Fräulein mit schwarz verschmiertem Mund vor. Sie hatte mal wieder die Erde aus dem Blumenkübel gegessen.

6. Der tolle Mann bringt mich immer wieder zum Lachen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Grillen mit meinem Bruder und seiner Freundin, morgen habe ich eine lange Fahrradtour mit dem tollen Mann und dem Fräulein geplant und Sonntag möchte ich ein bißchen entspannen!