Die Musik und ich haben eine lange und sehr bewegte Beziehung. Eigentlich von Anfang an. Von der ersten Dschingis Khan Schallplatte bis hin zum letzten The Weeknd Album, das ich mir kürzlich im iTunes-Store gekauft habe.

Die jüngeren unter Euch wissen vielleicht gar nicht mehr wie das war, als man Musik tatsächlich nur im Laden kaufen konnte. Erst als Schallplatten, dann auf CD.
Das waren noch Zeiten, als ich regelmäßig durch WOM, ProMarkt oder später MediaMarkt und Saturn streifte und mich durch die unzähligen CDs wühlte. Anfangs musste man noch zu einer zentralen Theke gehen, die CDs entweder von einem Angestellten oder selbst in einen Player einlegen und konnte dann in die einzelnen Scheiben hinein hören.
Später wurde das bereits digitalisiert und man suchte sich eine Station mit Kopfhörer, wo man die Barcodes der CDs unter einen Scanner hielt und dann die einzelnen Titel kurz angespielt bekam. Ganze Nachmittage habe ich so in diesen Läden verbracht, bevor ich stolz mit einem oder mehreren (meistens mehreren) Alben nach Hause ging.

Damals war auch MTV gerade stark im Kommen. Ich kann mich noch erinnern, wie wir teilweise SMS hin und her geschickt haben um ja nicht die Premiere eines neuen Linkin Park Videos zu verpassen.
Überhaupt. Das Tauschen von Musik war damals noch etwas aufwendiger als heute. Heute ziehe ich die mp3-Daten auf nen Stick und alles ist gut (oder Dropbox oder, oder). Damals haben wir noch ganze CDs gebrannt und teilweise per Post an geliebte Menschen verschickt.

Dann die Zeit, als ich meine Freizeit im Internet und dem Backstreet Boys Universum verbrachte. Das Suchen von Musik, die man nicht im Laden kaufen konnte. Die teilweise grottenschlechten Mitschnitte von Konzerten oder Pre-Versionen von irgendwelchen Songs. Damals begann sich die Musik im World-Wide-Web heimisch zu fühlen. Ich entdeckte die Möglichkeit, aus YouTube-Videos mp3 zu erstellen. Myspace war total im Kommen und eröffnete ganz neue Musikmöglichkeiten.

Heute gibt es Amazon-Music und Spotify und noch so vieles mehr. Musik ist überall sofort verfügbar und das zum großen Teil kostenlos. In meinen Anfangszeiten un-vor-stell-bar.

Und nun standen sie da. Meine heißgeliebten CDs. Bestimmt über 300 Stück. Mit etlichen verbinde ich eine besondere Geschichte, habe sie durch die Gegend geschleppt, im Auto gehört, in den Walkman eingelegt, auf der Arbeit über Kopfhörer konsumiert und letztendlich nach und nach alle in meine virtuelle Bibliothek eingespielt.
Sie verstaubten und wurden nur noch angerührt, wenn ich die Kinderzimmer aufräumte und sie in den rosafarbenen Kinder-CD-Player legte. Aber schön sahen sie im Regal aus. Das immerhin.

Irgendwann muss man sich einfach von gewissen Dingen trennen. Sie nehmen Platz weg und werden einfach nicht mehr in ausreichender Weise gewürdigt. Zudem ist das ja totes Kapitel, auch wenn selbst mir klar ist, dass man mit gebrauchten CDs heute kein Vermögen mehr verdienen kann.

Trotzdem meldete ich mich bei Momox an und tippte einen Nachmittag lang Barcodes ein. Von meiner umfangreichen Sammlung wollte Momox weniger ankaufen, als gedacht. Ein paar Überraschungen gab es trotzdem.
Im Normalfall liegt bei diesen Portalen der Ankaufspreis einer CD bei etwa 15 – 25 Cent (ja, hier darf gerne eine Runde geweint werden). Wahrscheinlich ist das irgendwie ne Masche, denn sobald der Rechner über einen Euro pro CD anzeigt, gibt das einen kleinen Glücklichkeitskick. Haben die echt geschickt gemacht.
Zwei Ausnahmen gab es in meiner riesigen CD Sammlung. Den höchsten Preis mit sagenhaften 14,00 Euro erzielte … *bitte kurz überlegen, für welche CD ihr so viel Geld ausgeben würdet* … *Trommelwirbel* … *wohlgemerkt im Ankauf, ihr wollte ja damit auch noch etwas Geld verdienen* …. *Trommelwirbel* … Der Soundtrack zum letzten Einhorn. Ungelogen!!
Den zweithöchsten Preis – von 11,00 Euro konnte ich mir immerhin ein bißchen erklären – wurde für Musicology von Prince geboten.
Soviel dazu.

Ich brachte also heute ein gut 16 Kilo schweres Paket zur Post (kostenloser Versand, immerhin) und freue mich nun auf eine Summe jenseits der 100 Euro, die hoffentlich demnächst auf mein Konto eingeht.

Blieb also der erschreckend große Rest. Obwohl ziemlich klar ist, dass ich wahrscheinlich darauf sitzen bleibe, habe ich heute diese CDs gesammelt als Pakete in Ebay eingestellt.

(Hier nur zwei Beispielen von sechs)

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Und mir blutet das Herz. Da sind wirklich Scheiben dabei, zu denen ich sozusagen eine persönliche Beziehung habe. Die mir wichtig und teuer sind. Und jetzt werden sie vielleicht (hoffentlich) von jemandem gekauft, der sie womöglich nicht zu schätzen weiß. Hach.

Es ist ja nicht so, dass die Musik für mich verloren geht. Natürlich habe ich vor dem Versand geprüft, ob auch schön alles in meiner Musikbibliothek eingespielt ist. Und ich habe gestern und heute ganz viel Musik gefunden, an die ich schon lange nicht mehr gedacht habe und die ich mir jetzt nach und nach wieder zu Gemüte führen werde. Ich neige ja dazu, mir ganz lange immer die gleichen Bands und Alben anzuhören, weil ich sie gerade ganz toll finde. Dabei fallen etwas sperrige Sachen wie Tool, I Mother Earth oder Marilyn Manson schonmal unter den Tisch.
Aber auch gefälligere Alben wie Groove Guerilla, Patricia Barber, Dredge oder Silje Neergard tauchten wieder in meinem Fokus auf. Und, und, und.

An dieser Stelle also der dringende Aufruf, Euch mal wieder mit Eurer Plattensammlung zu beschäftigen. Egal ob analog oder digital. Blast den Staub von der Musik und gebt ihr die Aufmerksamkeit, die sie verdient! Ihr werdet es nicht bereuen.

Und wenn ihr meint, dass ihr noch ein bißchen Nachschub gebrauchen könnt. Oder Inspiration. Oder einfach eine neue Musikperspektive. Dann schaut doch einfach mal bei Ebay vorbei und unterstützt damit nicht nur die Unsterblichkeit der Musik, sondern auch den Claudia-Maaß-Pfingsturlaub-Fonds. Meine Robbie Williams Konzert-Karte hat ja freundlicherweise bereits Momox übernommen.

In diesem Sinne gehabt Euch wohl und liebt die Musik, so wie sie Euch.

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Oben rechts findet ihr eine neue Kategorie: Geschriebenes. Dort biete ich meine früheren Fanfictions als PDF-Download an, da meine The-Blue-Sky-Homepage leider nicht mehr existiert. Ich wurde jetzt schon ein paar Mal seitdem auf meine Storys angesprochen und jetzt versuche ich auf diesem Wege, sie euch zur Verfügung zu stellen.

Damit nicht einfach jeder dort hinein spaziert und meine geliebten Werke auseinander pflückt oder sie über die Welt verstreut, ist der Bereich Passwortgeschützt. Das Passwort kann gerne bei mir per Mail oder Kommentar angefragt werden.
Ich bilde mir ein, dass ich dadurch eine gewisse Kontrolle behalte, ist aber wahrscheinlich ein Irrglaube ;-). Nichtsdestotrotz gibt es mir etwas Sicherheit.

Ich hoffe mal, das funktioniert alles so, wie ich mir das vorstelle und das Passwort schreckt die Leute nicht zu sehr ab.

Bisher sind „Game of Life“ und „Fremde im Spiegel“ online, alles weitere kann auf Wunsch und/oder nach und nach hinzugefügt werden (immerhin haben sich im Laufe der Jahre ganze 18 fertige Romane angesammelt).

Hier ist es in letzter Zeit sehr still geworden. Meine allgemeine Herbst-/Winterlustlosigkeit trägt sicherlich dazu bei. Aber zum weit größeren Teil (glaube ich), die Verbindung dieses Blogs mit Facebook. Was Facebook mit diesem Blog zu tun hat? Tja, irgendwann habe ich es mal so eingestellt, dass jeder Blogbeitrag automatisch auf meiner Facebookseite verlinkt wird. Ich fand es toll, dass nun gleichzeitig alle meine Freunde sehen können, dass es etwas neues zu lesen gibt. Und es ist wohl auch einfacher ein „Gefällt mir“ Button zu klicken, als einen Kommentar zu hinterlassen. Ich bekam also Leser und Bestätigung. Das war für eine gewisse Zeit eine tolle Angelegenheit.

Aber je mehr „Freunde“ man auf Facebook hat, desto mehr Menschen „finden“ einen auch, denen man vielleicht nicht direkt die privatesten Dinge auf die Nase binden will. Zumindest nicht in voller Ausführlichkeit. Trotzdem möchte ich mit ihnen auf Facebook „befreundet“ sein, weil sie womöglich in irgendeiner Form zu einer anderen Community gehören oder weil es nett ist, auch von ihrem Leben zu erfahren oder, oder, oder. Für so etwas gibt es ja Millionen (nicht immer nachzuvollziehende) Gründe.
Ich weiß, eigentlich ist das schizophren, denn wenn ich hier auf meinem Blog einen Beitrag online stelle, dann ist das ja auch öffentlich und jeder kann es lesen. Theoretisch.
Praktisch wusste ich bisher in Etwa, wer von den Menschen, die ich persönlich kenne, das wirklich liest. Und sie können dies auch nur, weil sie irgendwann einmal von mir einen Link bekommen haben oder ich sie förmlich angebettelt habe, mal vorbei zu schauen. Das sind die Menschen, denen ich auch bei einem Bierchen von meinem Leben, meinen Gedanken, Sorgen und Befürchtungen erzählen würde.
Und dann sind da noch die ganz, ganz wenigen mir persönlich unbekannten Leser, die mir jederzeit herzlich willkommen sind und über deren Kommentare ich mich immer freue wie ein Schnitzel. Aber diese Menschen kennen mich eben nicht im realen Leben. Da ist es mir nicht (so) wichtig, was sie im Allgemeinen von mir denken. Ja, schizophren, ich weiß.

Die Konsequenz sieht also so aus, dass ich die automatische Verlinkung zu Facebook nach diesem Beitrag aufheben werde (obwohl das danach ja auch wieder bekloppt ist. Ich habe aber einfach Angst, dass mich sonst gar keiner mehr liest. Und wer sich die Mühe macht, hier ab und an mal vorbei zu schauen, der darf wohl auch lesen, was hier steht). Ich habe keine Ahnung, ob mich das irgendwie weiter bringt, aber vielleicht entspannt es mich ein wenig. Für meine wenigen, regelmäßigen Leser da draußen bedeutet dies also, dass sie wieder selbstständig nachschauen müssen, ob es etwas neues hier zu lesen gibt. Und für mich, dass ich wieder damit leben muss, dass nur noch halb so viele Menschen meinen Blog lesen (wenn überhaupt), dass ich keine Ahnung habe, wer hier gelesen hat und was er davon hält (was mir schwer fällt).

Notfalls werde ich wohl umziehen müssen.

Mit dem Blog natürlich ;).

Irgendwie reizt mich das Bloggen gerade so gar nicht. Weiß nicht genau warum. Es gäbe eigentlich sehr viel zu erzählen. Aber immer wieder ist der Gedanke, mich an den Computer zu setzen und mich mitzuteilen eher unangenehm. „Nee, keine Lust. Mach ich morgen. Vielleicht.“ Und damit wird das Dashboard wieder geschlossen und ich beschäftige mich mit anderen Dingen.

Auch mich auf anderen Kanälen mitzuteilen ist gerade schwierig. Als hätte ich so etwas wie eine Artikulationsunlust. Oder eine Interagierungsunlust. Oder sowas in der Art.

Und irgendwie ärgert es mich auch, denn das, was dieser Blog eigentlich ist – meine Erinnerungskiste – wird nicht befüllt, so dass viele Erinnerungen zwangsläufig verloren gehen.

Ich möchte also versuchen mich zu bessern. Jeden Tag ein kleiner Eintrag sollte doch irgendwie machbar sein. Statt mir unnützes Zeug auf Facebook anzusehen, Farm Heroes zu spielen oder andere Erinnerungskisten zu lesen, sollte hier wieder mehr passieren.

Schaun wir mal ….

Baum

Wie so oft in letzter Zeit, wurde auch unser Weihnachtsbaum auf den letzten Drücker gekauft. Nachdem wir es gestern Abend schon probiert hatten und erst zu zögerlich („Passt der überhaupt ins Auto mit zwei Kindern und Einkäufen?“) und dann zu spät dran waren (Wer hätte gedacht, dass die Weihnachtsbaumverkäufer bereits um 19.00 Uhr Feierabend machen?), fuhr ich heute morgen um halb neun frohgemut zum nächstgelegenen Händler.

Es war mir beinahe ein bißchen peinlich erst so spät dort aufzutauchen. So als sei mir die Auswahl eines Baumes, ja sogar dieses ganze Fest, nicht wichtig genug. Was natürlich Quatsch ist, aber in meinem Hirn tummeln sich eben meist mehr die vermeindlichen Gedanken der Anderen, als meine eigenen.
So begann ich das Verkaufsgespräch auch mit einem nur wenig lustigen Scherz „Hier kommt die letzte, die noch einen Baum braucht“. Der Verkäufer war nett und herzlich, konnte darauf aber auch nur „Ach was“ antworten.
Der perfekte Baum war schnell gefunden, doch als ich bezahlen wollte viel mir siedendheiß ein, dass ich nur fünf Euro in bar bei mir trug. Also den guten Mann vertröstet und nochmal nach Hause um den Vorrat in der schwarzen Kiste mit dem Doppelwinkel darauf anzuzapfen.

Als ich wieder bei dem Händler ankam, war bereits ein anderer Familienvater mit Kleinkind dabei, einen Baum auszusuchen, später kam noch eine Kundin, die jeden Baum mit einem Kopfschütteln und einem „der gefällt mir nicht“ zurückwies und ohne (!) Baum (!) wieder ging.

Ich war also nicht wirklich die letzte Baumkäuferin heute. Aber sicher die nervöseste.

Vor Kurzem weilte ich mit drei meiner Lieblingsfreundinnen zum Erholungswochenende in einem schnieken Biolandhotel. Nach Frühstücksbuffet, 4 stündiger Wanderung (weil wir uns ein wenig verlaufen hatten), Kaffe und Tee in der strahlenden Herbstsonne und Sauna, erwartete uns auch noch ein vier Gänge Menü. So lecker wie dort habe ich schon lange, lange nicht mehr gegessen.
Der einzige Nachteil für mich war, dass ich von den zwei Flaschen Rotwein, die in unserem Wochenend-Paket enthalten waren, nichts mittrinken durfte. Und nach der dritten Saftschorle und dem leckeren aber gerade deshalb quälenden Weinboequet in der Nase, fragte ich die freundliche Bedienung, ob sie nicht irgendetwas außergewöhnliches, antialkoholisches zu bieten hätte. Als kleinen Ausgleich sozusagen.

Und was soll ich sagen? Diese Frau pürierte einfach ein wenig Ingwer in Apfelsaft, goss noch etwas Mineralwasser dazu und fertig war ein überaus leckeres und vor allen Dingen schwangerengeeignetes Getränk.

Ich habe das heute mal selbst versucht, muss allerdings gestehen, dass der Ingwer diesmal ziemlich stark durchkommt. Das nächste Mal auf jeden Fall weniger Apfelsaft-Ingwer-Mischung und mehr Saft und Wasser pur dazu. Aber trotzdem leeeeeecker!! Prost.

Das Fräulein Wunder wird nächstes Jahr drei Jahre alt und somit wurde es in diesem Jahr Zeit, sich um einen Kindergartenplatz zu kümmern.

Anders wie in anderen Städten werden bei uns Anmeldungen erst ab dem zweiten Lebensjahr angenommen und Kindergartenplätze erst ab drei Jahren vergeben (nicht ab zwei wie Andernorts). Davor werden die Kinder in einer Krippe untergebracht, wo der einzelne Platz natürlich wesentlich mehr kostet (weniger Kinder pro Betreuerin, Essensgeld usw.).

Wir haben also Termine mit den Kindergartenleiterinnen der beiden ortsansässigen Kindergärten (evangelisch und katholisch) gemacht, uns die Einrichtungen angesehen und eine Art Vormerkung ausgefüllt. Ob und wann wir einen Platz bekämen, würde sich erst im nächsten Frühjahr entscheiden. Grundsätzlich wurde uns allerdings wenig Hoffnung gemacht, dass vor September/Oktober 2012 ein Platz frei wird, da erst dann die großen Kinder in die Schule wechseln und damit die entsprechenden Plätze freiwerden.

Bei dem Gespräch im katholischen Kindergarten war ich dann allerdings schon schwanger. Aus einer Eingebung heraus fragte ich also nach, ob es nicht möglich wäre, das Fräulein etwas früher aufzunehmen, da Ende März das Geschwisterchen auf die Welt käme. Ich stellte mir so den Juni vor, damit sich das Fräulein Wunder nicht abgeschoben fühlt, wenn das Baby dann da ist, wir aber nicht ein halbes Jahr bis September warten müssten. Ein Kompromiss sozusagen.
Die äußerst nette Kindergartenleiterin erklärte mir daraufhin, dass es nach Geburt immer schwierig sei, den großen Geschwistern eben nicht dieses Gefühl von abgeschoben zu vermitteln. Sie schlug deshalb vor, das Fräulein Anfang März aufzunehmen (auf diese Idee wäre ich nie gekommen. Wie eindimensional man manchmal doch denken kann.). Allerdings machte sie dieses Angebot erst einmal auf Basis eines Vorschlags. Sie müsse das alles noch prüfen und das könne bis Januar dauern. Immerhin sei sie ja seit August erst neu hier und müsse sich erst einmal einen Überblick verschaffen. Noch dazu nehme man sehr, sehr ungern Kinder vor dem dritten Lebensjahr auf, da sie dann altersmäßig eigentlich einen Krippenplatz beanspruchen müssten, aber aus praktischen Gründen direkt in den Kindergarten kämen. Sollten dies die Krippeneltern erfahren, könnte es da zu Problemen kommen. Rechtlich, so versicherte mir die nette Frau, sei das aber überhaupt kein Problem. In Einzelfällen dürfe man durchaus Kinder ein bis zwei Monate vor dem dritten Geburtstag aufnehmen.
So weit so gut. Ich verließ also das Gespräch mit dem guten Gefühl, dass man mich ernst genommen hat, sich Gedanken um meine Probleme macht und eventuell die Möglichkeit besteht, das Fräulein bereits vor Geburt von Kind 2.0 aufzunehmen. Auch wenn mir der Termin vier Wochen vor Geburtstermin doch recht knapp erschien. Aber auch das würden wir irgendwie hin bekommen.

Diese Woche dann der Anruf. Der katholische Kindergarten hätte einen freien Platz für das Fräulein Wunder ab dem 1. Februar 2012. Ob wir den gerne in Anspruch nehmen möchten?  Ob wir denken, dass das Fräulein bereits bereit für den Kindergarten sei? Wir sollten uns mal Gedanken machen und Ende dieser oder Anfang nächster Woche zurückrufen.
Im Grunde brauchte ich darüber überhaupt nicht nachdenken. Das Fräulein ist so bereit für den Kindergarten, wie sie nur sein kann. Sie ist in vielen Dingen schon so unglaublich selbstständig und so voller Energie, dass ich manchmal gar nicht in der Lage bin ihr mit meinem dicken Bauch dafür ein entsprechendes Angebot zu bieten.
Auch der tolle Mann ist unbedingt der Meinung, dass es für das Fräulein Wunder kein Problem und für uns bzw. für mich eine riesige Entlastung sei, wenn ich mich vormittags nur um ein Kind zu kümmern hätte.
Gesagt getan. Das Fräulein Wunder ist nun definitiv für den 1. Februar angemeldet.

Hinterher ging mir dann so langsam auf, dass es nur noch drei Monate bis dahin sind. Nicht, dass ich meine Entscheidung bereue, das ist es nicht. Da ist einfach der Gedanke, dass mein Mädchen jetzt richtig groß und immer mehr flügge wird. Ich werde nicht mehr jede Minute des Tages mit ihr verbringen können. Sie wird Erfahrungen ohne mich machen,  sich auch mal wehtun, wenn ich nicht da sein kann um sie zu trösten und überhaupt sich eben alleine durchschlagen müssen. Ein trauriger und auch ein wenig beängstigender Gedanke.

So wie ich das sehe, wird wahrscheinlich das Fräulein besser mit dieser Umstellung zurecht kommen als ich. Und dann auch noch die  Schwangerschafts- bzw. Wochenbetthormone. Na viel Spaß dann auch. Mein kleines Baby ist ein großes Mädchen …. hach.