Seit gut einer Woche geht der tolle Mann wieder arbeiten. Das bedeutet, dass ich das Fräulein Wunder vom Kindergarten abholen muss und wir den Nachmittag zu dritt verbringen. Bisher war dies alles kein Problem. Selbst als ich das Fräulein in den Kindergarten bringen und um neun wieder zu Hause sein musste, weil die tollste Hebamme sich angekündigt hatte, lief alles wie am Schnürchen. Man (also ich) muss nur früh genug aufstehen, erst einmal sich fertig machen, dann Miss Allerliebst anziehen und füttern und danach irgendwie das Fräulein Wunder wach bekommen und rechtzeitig im Kindergarten abliefern (was noch die größte Herausforderung darstellt, weil Anziehen oder überhaupt irgendeine Art von Kooperation im Moment nicht so ihr Ding ist).

Nun begab es sich aber vorgestern, dass der tolle Mann das erste Mal seinen monatlich stattfindenden Männerabend besuchen wollte. Natürlich wollte ich ihm einen Abend ohne Frau und Kinder gerne ermöglichen und so sagte ich „Klar, geh du nur. Die Kinder und ich kommen schon zurecht.“
Im Hinterkopf hatte ich aber ein Fräulein, das Zähneputzen hasst, Miss Allerliebst, die des öfteren abends zu Brüllattacken neigt und ein Hochbett, dessen untere Etage dem Fräulein Wunder im Moment als Schlafhöhle dient und bei der ich mir vergeblich versuchte vorzustellen, mit Miss Allerliebst hinein zu krabbeln.
Aber gut. Man wächst ja mit seinen Aufgaben.

Besagter Männerabend kam also. Da er im Lokal des hiesigen Kleingartenvereins stattfinden sollte, gingen der tolle Mann und ich mit den Kindern etwas früher dort hin, da sich an die sonnenüberflutete Terrasse ein sehr schöner, großer Spielplatz anschließt. Das Fräulein erfreute sich an den vielfältigen Klettermöglichkeiten und Currywurst mit Pommes und der tolle Mann und ich an einem Feierabendgetränk. Schließlich verließ ich um halb sieben alleine mit den beiden Rackern das Lokal, wünschte dem tollen Mann noch viel Spaß und machte mich auf den Weg über das Feld nach Hause.

Ich befürchtete ja fast, dass Miss Allerliebst noch unterwegs das Brüllen wegen einsetzendem Hungergefühls anstimmen würde, aber dies blieb Gott sei Dank aus. Auch das Fräulein war sehr kooperativ und hüpfte entweder neben dem Kinderwagen her oder ließ sich auf dem Kiddy-Board schieben.
Zu Hause angekommen begann der Kampf um saubere Zähne. Nachdem wir allerdings am vergangenen Abend wegen der Sturköpfigkeit des Fräuleins den Sandmann hatten ausfallen lassen müssen, war sie an diesem Abend nicht ganz so bockig.
Allerdings begann Miss Allerliebst bei der Ankunft in heimischen Gefilden lautstark nach einer Flasche zu verlangen. Das Fräulein Wunder meisterte also die ungeliebte Pflicht des Zähneputzens mit der zusätzlichen Unannehmlichkeit von lautem Gebrüll. Ich war zutiefst beeindruckt und dankbar.
Nachdem ich Miss Allerliebst eine Flasche bereitet hatte, konnten wir zum gemütlichen Teil des Abends übergehen und uns  zu dritt zwei Folgen von der Sandmännchen DVD zu Gemüte führen. Danach ging es nach oben, Schlafanzug anziehen. Auch hier bewies das Fräulein Wunder, dass sie durchaus kann, wenn sie will. Fröhlich plappernd schlüpfte sie eigenhändig aus und in ihre Sachen (mit ein klein wenig Hilfestellung meinerseits), bevor ich sie mit ihrem Bettzeug in das elterliche Bett buxierte. Ich erklärte ihr, dass das eine Ausnahme sei, weil ich mit Miss Allerliebst auf dem Arm nicht in ihre Höhle gepasst hätte, was das Fräulein Wunder ernst nickend zur Kenntnis nahm.
Ihre Sorge war dann ganz anderer Natur. Wie kann denn Mama eine Geschichte vorlesen, wenn sie dabei Miss Allerliebst die Flasche gibt und gar keine Hand mehr frei hat?
Aber auch das meisterten wir gemeinsam. Während das Fräulein Wunder nämlich nun ihrerseits ihre Soja-Milch trank und sich das eigens für sie angewärmte Kirschkernkissen auf den Bauch drückte, lag das Buch (Lea Wirbelwind) aufgeschlagen auf ihren Knien, so dass ich den Text lesen konnte.
Danach Licht aus und sowohl das Fräulein Wunder, als auch Miss Allerliebst entschlummerten friedlich in kürzester Zeit.

So kam ich tatsächlich noch vor halb neun zu einem warmen Abendessen (Nudeln mit Pesto) und zu einer ungestörten, neuen Folge Bones.

Ich bin mächtig stolz auf uns drei, das wir das so problemlos hinbekommen haben und immer wieder erstaunt und überrascht, wie leicht mir doch der Alltag und damit die vielen großen und kleinen Herausforderungen von der Hand gehen. Diese Art von Entspanntheit hätte ich gerne auch schon beim Fräulein Wunder gehabt, dann hätte ich die Anfangszeit ganz anders genießen können.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen Artikel in meinem derzeitigen Lieblingsblog hinweisen: Mama Miez bloggt, erklärt und berichtet in einem schön zu lesenden Schreibstil und mit Tipps und Tricks, die auch mir immer noch weiterhelfen (oder mir wenigstens das Gefühl geben, ich bin nicht allein mit meinen Problemen). Sie erwartet gerade ihr drittes (!) Kind und ich bewundere ihre scheinbare Gelassenheit und die Kontinuität, mit der sie ihren Blog mit Leben füllt. Aber Vorsicht: Ihre Einkaufstipps können Mütter in den Ruin treiben ;).

Immer mal wieder schaue ich bei sparbaby.de vorbei, weil es dort jeden Tag tolle Spartipps und Empfehlungen rund ums Kind gibt.

Diesmal wird sogar ein Autokindersitz von Römer verlost! Also, wer noch mitmachen möchte, einfach mal hier vorbeischauen und bis einschl. 10. April gewinnen. Ansonsten Lesezeichen setzen und jeden Tag voll informiert sein. Toll, toll, toll!

Leider vergessen, wo ichs gefunden habe. Trotzdem absolut suchtgefährdend:

http://lab.andre-michelle.com/

Meine Lieblinge:

Pulsate und ToneMatrix