Ich selbst habe einen vier Jahr jüngeren Bruder. Die Familiengeschichte besagt, dass ich, als meine Eltern frisch mit ihm aus dem Krankenhaus nach Hause kamen, in die Tragetasche geschaut habe und meinte „Und wann wird das nun endlich ein Mädchen?“.
Dementsprechend glücklich war ich, als wir erfuhren, dass mit Miss Allerliebst ein weiteres Mädchen in unseren Haushalt geboren wird. Das Fräulein Wunder wurde große Schwester.

Vor der Geburt macht man sich natürlich einige Gedanken. Mal ganz abgesehen von diesen „Kann ich überhaupt so viel Liebe geben?“ (Ja, kann man problemlos) und „Kann ich beiden wirklich gerecht werden?“ (Nicht immer, aber meistens), waren da natürlich auch so Gedanken wie „Werden die beiden sich verstehen?“ und „Wie kommt das Fräulein Wunder damit klar, dass sie jetzt nicht mehr die alleinige Prinzessin im Hause Keks ist?“.
Ich glaube, ich hätte mir vielleicht andere oder sogar weniger Gedanken gemacht, wenn Miss Allerliebst ein Junge geworden wäre. Einfach weil ich davon ausging, dass die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs größer sind als zwischen zwei Mädchen. Weit gefehlt.

Man neigt natürlich eher dazu, die beiden Mädchen zu vergleichen. Wer kann was früher/schneller/besser? Wie reagiert die eine oder die andere in verschiedenen Situationen? Welcher Charakter formt sich da heraus? Und letztendlich natürlich auch: Zicken oder nicht Zicken? Dies alles sind Überlegungen die man bei Geschwistern verschiedener Geschlechter vielleicht auch anstellen würde, die man aber nie so ernst nimmt, da etwaige Abweichungen ja durchaus daran liegen könnten, dass eines der Kinder ein Mädchen und das andere ein Junge ist. Jungs sind meist sowieso etwas langsamer in der Entwicklung und ruhiger in ihrem Wesen. Einfach besser zu handhaben (so die klischeehaften Vorstellungen und Meinungen).

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