(Achtung: Dies hier wird ein Eintrag über mein Ess- und Abnehmverhalten, über Punktezählen, Wiegetage und Frust. Deshalb: Wer das liest ist selbst schuld.)

Seit über zwölf Jahren esse ich nach Weight-Watchers Punkten. Mal mehr mal weniger ausgeprägt. Das erste Mal, 2006 bis 2007, nahm ich damit 25 Kg ab.
Dann hörte ich mit dem Rauchen auf, bekam zwei Kinder und hörte wieder mit dem Rauchen auf. Zurück blieben Plus/Minus 10 Kilo, die mich ärgerten.

Also griff ich wieder zu meinem bestens bewährten Abnehmmittel, zählte wieder Punkte und nahm die 10 Kilo wieder ab.
Jedes Mal, wenn ich kurz vor der 59,9 Kg auf der Waage stand, brach meine Motivation allerdings abrupt ab. Vielleicht, weil ich mich mit einem Gewicht knapp darüber eigentlich ganz wohl fühle.

Mein WW-Jahr 2018 war dann so lala. Die erste Hälfte schaffte ich es, mich nach dem traditionellen Fress-Dezember in eine annehmbare Bikini-Figur zurück zu punkten (wieder knapp vor der 5 auf der Waage), die ich dann innerhalb von nur drei Wochen Urlaub (davon 12 Tage All-Inclusive) wieder komplett über den Haufen warf – sprich mir in Null Komma Nix wieder vier einhalb Kilo anfraß (muss man auch erstmal schaffen!).

In der zweiten Hälfte dümpelte ich dann so vor mich hin. Mal 200 Gramm runter, mal wieder 700 Gramm hoch. Im Grunde herrschte Stillstand. In diesem Fall allerdings selbst gewählt, weil ich es nicht so wirklich schaffte, wieder zurück zu meiner Punktezählerei zu finden. Dafür, fand ich, lief es eigentlich ganz gut. Ich zählte nicht oder nur wenig und nahm nicht zu. Das ist ja schließlich das Endziel.
Außerdem machte ich viel Sport. Drei Mal die Woche je über eine Stunde. Ich schätze, das verhinderte ebenfalls Schlimmeres.

Ganz klassisch zum 01.01. diesen Jahres raffte ich mich also wieder auf. Konsequent wollte ich sein. Weiterhin meinen Sport machen. Mich auf das neue Programm mit viel Linsen, Eiern und Proteinen einlassen.

Und was soll ich sagen? So konsequent wie diesen Januar (und dann auch im Februar) war ich glaube ich seit meiner Anfangszeit nicht mehr. Ich schrieb jeden Pups in mein App-Tagebuch, freundete mich Magermilchjoghurt und Skyr an, stellte fest, dass Linsen und Kichererbsen ziemlich leckeres und sattmachendes Zeug sind und freute mich nach der ersten Woche über eine Abnahme von 1,5 Kilo (klar, nach Weihnachten und Silvester war die Umstellung der Ernährung für meinen Körper wahrscheinlich, als sei er mit 100 Sachen gegen ne Wand gefahren).
Natürlich würde es so flott nicht weitergehen, das war mir schon klar. In meinem Alter, von Mitte 40, liegt eine gute Abnahme normalerweise bei 500 bis 600 Gramm pro Woche. Plus/Minus.

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Also machte ich schön so weiter. Zählte selbst am Wochenende akribisch jeden Punkt, kochte mir was punktfreundliches wenn der Rest der Familie sich die Pizza schmecken lies, trank Cola light statt Rotwein, wenn der nicht mehr ins Punktebudget passte und war ansonsten auch sowas von konsequent.

Dann stellte ich mich nach einer weiteren Woche wieder auf die Waage.
Zunahme.
Uff.
Na gut. Ist halt so ne Phase. Muss der Körper sich erst wieder dran gewöhnen. Außerdem gibt es das immer mal wieder, dass die Abnahme stagniert. Das kann schonmal zwei, drei Wochen dauern. Alles kein Problem.

Um es abzukürzen: Den gesamten Januar UND Februar, also ZWEI Monate, insgesamt NEUN Wochen, tat sich .. NICHTS. Gar nichts. Mal eine kleine Abnahme, in der nächsten Woche wieder ne Zunahme.
Und das wo ich so konsequent wie noch nie war. Ich war den gesamten Januar und Februar, bis auf gaaaanz wenige Ausnahmen, jeden Tag blau (also innerhalb meiner Punkte), ich verbrauchte mein Wochenextra niemals ganz, ging weiterhin drei Mal die Woche in Sport und es half … NICHTS.

Mit jeder Woche die verstrich, wurde ich ein bißchen ängstlicher. Panischer. Was, wenn mein Körper bei irgendeinem ominösen Kalorienwert angekommen ist, bei dem er nicht mehr abnehmen will? Was, wenn ich noch weniger essen muss, um abnehmen zu können? Und im Umkehrschluss – um schlank zu bleiben muss ich mich also zukünftig an meine Abnahm-Punktezahl halten?
Mein Mittel, das die letzten 12 Jahre immer funktioniert hatte, zu dem ich immer greifen konnte wenn meine Hosen wieder zu knapp saßen oder ich eine Zeit lang lustvoll drauflos gegessen hatte, diese Rettungsstrategie für alle Gewichtslagen funktionierte plötzlich nicht mehr. Oh. Mein. Gott. Hilfe!

Ich begann irgendwann abends keine oder nur noch sehr wenig Kohlehydrate zu essen und sparte damit täglich zwischen sechs bis zehn Punkte. Zwei Wochen lang. Nichts.

Wir kauften uns tatsächlich irgendwann eine neue Waage, da ein Fuß der alten bereits an der Spiralfeder heraus hing und ich mir sagte, dass sie deshalb vielleicht nicht mehr richtig wog. Auch wenn ich im Grunde wusste, dass ich mir da was vormachte. Wer sich so lange und so intensiv mit sich, seinem Essen und seinem Gewicht beschäftigt, kann morgens beim Aufstehen einen Blick auf seinen Bauch werfen und auf zwei bis dreihundert Gramm genau vorhersagen, wieviel er wiegt.
Die neue Waage zeigte dann auch direkt zweihundert Gramm mehr an. Na toll!

Mein letzter Rettungsanker wäre noch gewesen, weniger Obst zu essen. Doch damit zögerte ich. Denn in einer Welt, in der Obst schädlich ist, will ich dann doch nicht leben.

Dann letzten Samstag die Erlösung. 700 Gramm weniger auf der Waage.

Ich versuchte mich erstmal nicht zu sehr darüber zu freuen, dann das konnte genau so gut eine Eintagsfliege sein.
Heute dann erneut Erfolg. Wieder 700 Gramm. Tschacka und Juchu und Konfetti und all das und noch viel mehr!

Wahrscheinlich kann sich ein Außenstehender das gar nicht wirklich vorstellen, wie sich das anfühlt. Von außen betrachtet sehe ich (und das kann ich inzwischen sogar auch vor anderen zugeben) ganz passabel aus. Ich fühle mich nicht schlank, andere behaupten das aber von mir. Das nehme ich so hin.
Wieviel Arbeit und Disziplin aber dahinter steckt, wieviel Eigen-Motivation und Kraft es immer wieder kostet, bei angebotenem Kuchen oder Süßigkeiten Nein zu sagen, wieviel Gedanken und Pläne zu meinem Essen ich mir täglich mache und wieviel manchmal eben doch Verzicht dabei ist, sieht man mir von außen nicht an.

Und jetzt hat dieses gut funktionierende System plötzlich versagt. Und ich fand keinen Plan B.
Ich habe Freundinnen die schwören auf Fasten. Entweder 5/2 oder 16/8. Kann ich nicht. Nicht essen ist für mich keine Option. Aber ich war soweit es auszuprobieren. Totale Panik.

Ich will nie wieder dick sein. Punkt. Manchmal träume ich davon, dass ich morgens aufwache und wieder 90 Kilo wiege. Schlimm.

Ich werde also auch weiterhin konsequent sein und hoffen, dass diese zwei Monate wirklich nur eine Stagnation war. Dass es eine Phase war, die vorüber ist. Puh!

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Ich weiß, ich bin spät dran. Eigentlich wollte ich mir die Arbeit auch gar nicht machen, aber dann las ich vor Kurzem den Jahresrückblick 2014, der mich an so viele schöne Dinge erinnert hat, dass ich mich einem Rückblick für 2016 nicht entziehen konnte. Here we go.

Januar

Gleich zu Beginn des Jahres ließ sich das Fräulein Wunder sehr spontan Ohrringe stechen. Den Wunsch danach hatte sie schon länger, aber wir vertrösteten sie immer darauf, dass sie das entscheiden dürfe, wenn sie ein Schulkind sei.
Beim ersten Anlauf im Oktober vergangenen Jahres überlegte sie es sich noch beim Juwelier anders, doch im Januar fasste sie den Entschluss vor dem Schaufenster und wenig später prangten zwei wunderschöne blaue Blümchen an ihrem Ohr. Und sie war sooooo tapfer!

Leider vernahm die Geschichte keinen sehr schönen Verlauf. Am Anfang war alles wunderbar, doch dann entzündete sich das rechte Ohrläppchen. Wir säuberten ab da jeden Tag das Ohr und schmierten es vorsichtig mit Desinfektionsmittel ein. Ganz langsam wurde es besser.
Dann verkündete sie eines Tages, dass sie den Stecker des rechten Ohrrings verloren hätte. Man muss dazu sagen, dass das Fräulein Wunder niemanden mehr an irgendetwas heran lässt, wenn sie dort Schmerzen hat oder irgendwelche befürchtet. Es war mir also nicht so ganz möglich, das Ohr zu kontrollieren. Fest stand, dass der Stecker weg war, sich der Ohrring im Ohr drehen aber nicht herausziehen lies. Nach tagelangem Hin und Her ließ ich das Fräulein Wunder und ihr Ohr schließlich in Ruhe. Es war nicht entzündet, der Ohrring saß fest an Ort und Stelle und war nicht festgewachsen, denn man konnte ihn ja drehen.
Schließlich verlor sie den Ohrring im Dezember im Schwimmbad. Und wenig später stellten wir fest, dass der vermisste Stecker immer noch IN ihrem Ohr steckte. Und auch hier durfte ich nur rudimentär nachsehen und schon gar nicht an dem Ohr herumdoktern um zu sehen, ob ich den Stecker vielleicht so entfernen könnte. Wobei mir dies auch ziemlich unwahrscheinlich erschien. Er hatte sich im Ohrläppchen sozusagen häuslich nieder gelassen. Ich sah mich schon einen Termin beim Chirurgen machen, damit er das Teil herausschneiden kann, als das Fräulein eines Abends triumphierend ins Wohnzimmer gestürmt kam und verkündete „Ich hab’s geschafft!“ und uns stolz den Stecker präsentierte. Große Freude auf allen Seiten.
Inzwischen trägt sie keine Ohrringe mehr und möchte auch keine neuen. Ich bin erleichtert.

Februar

Zu Fastnacht hatte das Fräulein Wunder ihren ersten großen Auftritt mit ihrer Jazztanzgruppe im Turnverein. Sie war mächtig aufgeregt und anschließend total stolz.

Auch ich war dieses Jahr mit meinen Mädels an Fastnacht wieder unterwegs. Diesmal nicht direkt am schmutzigen Donnerstag wie bisher in Bürstadt, sondern diesmal zwei Orte weiter. Unser Thema dieses Jahr war „Froschkönig“. Ich bestellte hoch motiviert einen grasgrünen Petticoat im Internet und stellte leider erst hinterher fest, dass dieser aus China kommt und erst ein paar Tage nach der Faschingsveranstaltung geliefert wird.
Also kaufte ich mir grünen Tüll und begann mit der Hand das Ganze irgendwie zusammen zu nähen. Zwei Tage vor der Veranstaltung kam dann doch noch das Paket aus China. Heureka!

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Tatsächlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt wieder einmal einige Kilos zugelegt und ich fühlte mich den ganzen Abend extrem unwohl. Deshalb gibt es auch leider kein besseres Bild als nebenstehendes von mir.

Nach diesem Abend entschloss ich mich dazu, wieder etwas für meine Figur zu tun. Es dauerte zwar erst einmal zwei Wochen, bis ich wieder auf dem richtigen Weg war, aber schlussendlich kam ich dann doch bei meinem altbewährten WeightWatchers an.
Seit dem letzten Mal vor etwa 10 Jahren hat sich das Programm komplett verändert, auch wenn es natürlich im Kern gleich geblieben ist: Lebensmittel werden in Punkte kategorisiert und man darf nur eine bestimmt Punktezahl am Tag essen. 10 Kilo sollten es mindestens werden, 15 wären noch besser.

 

 

 

(mehr …)

Heute die 6 um 200 Gramm verfehlt. Macht aber nix. Fühle mich so schlank und sexy wie seit Monaten nicht mehr. Und das, nachdem ich das letzte Wochenende eigentlich nur gegessen und (Alkohol) getrunken habe. WW und Shred sei Dank!

Heute Eröffnung der Grillsaison im Schrebergarten einer Freundin, mit selbst eingelegten Putenschnitzeln und Nudelsalat. Ich fahre freiwillig, damit ich mir die Alkoholpunkte gar nicht erste einfange.
Morgen dann 65. Geburtstag meiner Mama, die die gesamte Familie und Freunde zum Brunchen ins Lokal einlädt. Da werden definitiv keine Punkte gezählt. Freue mich darauf, wieder in mein 40+1 Geburtstagskleid hineinzupassen.

So viel von der Körperfront. Wünsche euch ein ähnlich gelungenes und mit vielen schönen Momenten angefülltes Wochenende.

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Im Gegensatz zu dem, was uns Heidi Klum und Konsorten glauben machen möchten, ist fünf Wochen nach einer Geburt der Körper immer noch total aus den Fugen – deformiert möchte man beinahe sagen. Auch nach nunmehr über drei Monaten ist da noch zu viel von allem an mir dran.
Mal ganz abgesehen von den angefutterten Kilos der letzten neun Monate, ist die Haut einfach gedehnt und spätestens in meinem fortgeschrittenen Alter springt sie nicht sofort in ihre alte Form zurück wenn das Baby draußen ist.

Demnach bin ich also wieder fleißig am Punkte zählen und versuche mich in bescheidenem Rahmen an sportlichen Aktivitäten. Ich gehe morgens mit Miss Allerliebst im Kinderwagen laufen (= Walken auf neudeutsch). Bisher schaffe ich es zwei Mal die Woche eine Stunde. Das hilft ungemein.

Zusätzlich ist einmal die Woche Rückbildungsgymnastik bei der besten Hebamme von allen angesagt. Rückbildungsgymnastik, das mag den ein oder anderen unter euch überraschen, ist tatsächlich Sport. Am ehesten kann man es wohl mit einem ordentlichen Bauch-Beine-Po-Training vergleichen. Wir schließen nur zusätzlich die „Beckenbodenblüte“ und ziehen den Bauchnabel ganz fest ein. Auf jeden Fall kommen wir bei der ganzen Sache schwer ins Schwitzen, so dass ich den Kurs am Dienstag Abend durchaus als sportliche Betätigung sehe.

Nun ist das Fräulein Wunder in letzter Zeit sehr, sehr anhänglich und wenn ich mich mit dem Fahrrad auf den Weg mache noch wach und munter. Dementsprechend gibt es jede Woche eine herzerweichende Abschiedsszene mit viel Geschrei und Tränen.
Ich versuche sie deshalb bereits am Nachmittag darauf vorzubereiten, dass Mama am Abend mal wieder Turnen geht und das Fräulein von ihrem Papa ins Bett gebracht wird.
Ich erkläre ihr also „Mein Schatz, heute Abend werde ich mal wieder Turnen gehen.“
Die Standardantwort des Fräuleins ist darauf „Warum?“.
„Nun Hase, damit Mamas dicker Bauch weg geht.“
Das Fräulein Wunder mustert mich mit gerunzelter Stirn von oben bis unten, sieht sich den Bauch von allen Seiten ganz genau an und nickt. Dann sagt sie „aber wenn der Bauch wieder ganz dünn ist, dann gehst du nicht mehr turnen, gell?“
Eine bestechende Logik, dich ich einfach mal bejahe. Ich brauche ihr ja wohl kaum erklären, dass dieser Bauch nie wieder „ganz dünn“ werden wird, das würde sie sicherlich nur in Verzweiflung stürzen. Und mich wahrscheinlich auch.